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„Neptun“ am Kindertag havariert

Kyritz/Wusterhausen „Neptun“ am Kindertag havariert

Weil die Kühlung plötzlich nicht mehr funktionierte und sicherheitshalber der Motor ausgeschaltet werden musste, trieb am Donnerstag die mit Kindern voll besetzte „Neptun“ für kurze Zeit manövrierunfähig auf dem Untersee. Da aber nur die Kühlwasserleitung verstopft war und nichts kaputtging, steht den Fahrten an diesem Pfingstwochenende nichts im Wege.

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Da lief noch alles: Das Motorschiff am Wochenende nach Himmelfahrt von der Untersee-Insel aus gesehen.

Quelle: Matthias Anke

Kyritz/Wusterhausen. Schreckminuten am Donnerstag auf dem mit Kindern voll besetzten Motorschiff „Neptun“! Die Temperaturanzeige schlug Alarm. Der Motor lief heiß. Die Maschine wurde sicherheitshalber abgestellt. Das Schiff trieb dahin. Kurzerhand kam die Insel-Fähre zur Hilfe und schleppte die Neptun zurück bis zum Anleger. „Dann haben wir nach der Ursache gesucht, warum der Motor heiß wurde, und sie zum Glück gleich gefunden“, berichtet von der „Reederei 5 Seen“ Matrose Michael Bischoff: „Der Ansaugstutzen für die Kühlung war zu. Unmittelbar vor dem Seewasserventil hatte sich Dreck gesammelt.“ Es sei also nichts kaputt gegangen und am Freitag noch Mal alles getestet worden. Alle an diesem Pfingstwochenende bevorstehenden Fahrten können damit erfolgen.

In die Saison 2017 war die Neptun Karfreitag gestartet. Der nächste Fahrgästeansturm folgte dann Himmelfahrt und dem sich anschließenden Wochenende. Und der besagte Donnerstag, der Kindertag, wurde nun für eine Piratenrundfahrt genutzt, ausgehend vom Piratenfest auf der Insel. „Das war doch natürlich geplant und ein Teil des Abenteuers“, sagte Insel-Wirtin Marie Köckenberger augenzwinkernd mit Blick auf die kleine Havarie. Und für die hat Schiffsführer Bischof auch noch eine weitere Erklärung: „Der Waldkanal vor Stolpe, in den wir hineinfuhren, ist mittlerweile so flach, dass wir voll besetzt zu viel Tiefgang hatten, was beim Wenden eben diesen Dreck in die Kühlung zog.“

Waldkanal für „Hertha“ gar nicht mehr befahrbar

In puncto Waldkanal gibt es aber noch ganz andere Probleme, und die beziehen sich auf den bevorstehenden Abtransport des einstigen Mutterschiffes der Wusterhausener Fahrgastschifffahrt, der „Hertha“, nach Berlin. Dieses Schiff schaffe es im Gegensatz zu früher nicht mehr durch den Waldkanal. Nur so aber würde man sie bis zur Landesstraße bei Stolpe bekommen, um sie dort mittels Kran auf einen Schwerlasttransporter zu hieven.

Eine andere und idealere Stelle wäre die Kyritzer Seepromenade. Doch das erlaube die Stadt nicht, wie Ingmar Pering der MAZ vor einiger Zeit sagte. Der Berliner Rechtsanwalt Pering ist Präsidiumsmitglied von Hertha BSC und zugleich Geschäftsführer der „1892ste Schiffsbetriebs GmbH & Co. KG auf Aktien“. Deren Ziel ist neben der Schiffsrestaurierung zunächst die Überführung der Hertha nach Berlin bis spätestens zum 25. Juli. An dem Tag im Jahr 1892 wurde der Verein auf diesem Schiff, das damals noch auf Spree und Havel fuhr, gegründet. Am 25. Juli 2017 wird der Fußballclub damit 125 Jahre.

Die Abschiedsfahrt vom 11

Die Abschiedsfahrt vom 11. Dezember 2016 war nicht die letzte Gelegenheit für ein Abschiedsfoto. Auch der Abtransport dürfte Schaulustige locken – nun vermutlich wohl an die B 5 bei Wusterhausen.

Quelle: Matthias Anke

Die Entscheidung der Stadt sei für Pering jedoch nachvollziehbar: Kyritz hatte das Seeufer erst für viel Geld komplett neu gestaltet, und nun steht auch schon der nächste Bauabschnitt bevor.

Abtransport des Schiffes „Hertha“ über die B 5 immer wahrscheinlicher

Die eigentliche Lösung aber sollte es ursprünglich sein, die Hertha im Winter bei tief gefrorenem Boden in Wusterhausen ans Ufer und über das Feld zur B 5 zu ziehen. Der Frost aber fehlte. Doch nun hat diese Idee offenbar wieder Vorrang. Gespräche mit dem einstigen Hertha-Retter, Sanierer und dann jahrzehntelangen Kapitän Peter Dentler sollen laufen, um das Schiff doch über die dortige Slipanlage aus dem Wasser zu holen. Der Transport zur Straße könnte über einen zu legenden Plattenweg erfolgen. Landwirte, eine Kranfirma und ein Spezialunternehmen werden dem Vernehmen nach jetzt alle mit ins Boot geholt.

Unterdessen zog sich Thomas Flemming von der Prignitzer Leasing AG mit Sitz in Putlitz, der die Fahrgastschiffart 2012 von Familie Dentler aufgekauft hatte, aus dem Schiffsbetrieb zurück. Nach dem Verkauf der Hertha ist die Neptun zwar noch in seinem Besitz, nunmehr seit April aber an die „Reederei 5 Seen UG“ verchartert. Eine UG ist die kleinere Variante einer GmbH. Geschäftsführer ist Kapitän Johannes Bär. Ziel der Wusterhausener ist es, die Neptun bald wieder ganz ihr Eigen zu nennen.

Mit dem Schiff wird nun auch in dieser Saison der Linienbetrieb aufrechterhalten. Der Plan gilt bis zum 3. Oktober: Für zweistündige Fahrten ist sonnabends und sonntags Abfahrt um 13.30 Uhr in Wusterhausen und 14 Uhr ab Kyritz, für einstündige Fahrten 15 Uhr ab Kyritz und 15.30 Uhr ab Wusterhausen und jeweils immer wieder zurück. Vom 12. Juli bis 13. September und damit in den kompletten Sommerferien gilt das auch mittwochs. Pfingstsonntag ist ausgebucht, Pfingstmontag gibt es noch Plätze. Für Freitag, 16. Juni, ist am Abend eine Cocktailfahrt geplant. Am Freitag, 23. Juni, singt an Bord „Der blonde Hans“.

Weitere Infos oder auch Chartertermine unter 033979/55 99 77 oder 0174/5 66 22 95 oder per E-Mails via reederei5seen.gmbh@gmail.com.

Von Matthias Anke

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