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Netzeband: Basar als Besuchermagnet

Weihnachtsmarkt in der Temnitzkirche Netzeband: Basar als Besuchermagnet

Das Kircheninnere ist mittlerweile zu klein für alle Stände: Jahr für Jahr wird das Angebot der schönen, handgefertigten Dinge größer, die den Reiz des kuscheligen Adventmarktes in Netzeband ausmachen. Auch am Sonntag kamen deshalb wieder mehr als 1000 Besucher – sogar aus Berlin.

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Stimmungsvoll: An zahlreichen Ständen in und vor der Kirche gab es viel zu bestaunen.

Quelle: Regine Buddeke

Netzeband. „Hier findet man immer etwas.“ Gabriele Busse weiß, wovon sie spricht – die Neuruppinerin ist nicht zum ersten Mal auf dem Netzebander Weihnachtsbasar. Stolz zeigt sie ihren Neuerwerb: einen Ring, dem man ansieht, dass er früher einmal ein fein ziselierter Jugendstil-Teelöffel war. Wie ihr geht es wohl auch den anderen Besuchern – wieder erwartet Sabine Thelen vom gastgebenden Förderverein Temnitzkirche mehr als 1000 Besucher. Von Anfang an sei der Markt gut besucht gewesen, freut sie sich. Der Weihnachtsmarkt ist beliebt, in jedem Jahr seit dem Start 2002 bewerben sich mehr Händler um einen Standplatz. Schon weil es in der Kirche warm und trocken ist – mittlerweile stehen auch schon viele Händler draußen auf dem Platz, weil die begehrten Plätze in Kirchenschiff und Galerie bereits vergeben sind.

42 Stände seien es in diesem Jahr, sagt Sabine Thelen, die bei der Auswahl Wert auf eine reiche Auswahl schöner, handgemachter Dinge und traditionelles Handwerk legt. Das hat sich herumgesprochen. „Heute kam sogar ein ganzer Reisebus aus Berlin“, sagt die Organisatorin, die am Morgen noch zu kämpfen hatte, weil wegen des Sturms die Stände im Außenbereich über den Platz wehten. Am Mittag stehen die Menschen an Feuerschalen, essen Pizza aus dem urigen Backofen, trinken Punsch oder löffeln die Soljanka des „Fördervereins Kirche Darsikow“, der seit 2009 für die Sanierung des Kirchleins sammelt. 2016 soll sie eröffnet werden.

Um den Stand des Spielzeugmachers Hans-Joachim Mai drängen sich die Kinder und lassen winzige Kreisel drehen. „Die sind der Renner heute“, sagt der Neuruppiner und bekennt sich zu seiner eigenen Kreiselleidenschaft. Seine Kunden kennen ihn – Jahr für Jahr steht Mai auf der Galerie. „Die Atmosphäre hier ist einmalig, die Stimmung gut. Und die Zahlen stimmen, sonst wäre ich nicht hier“, lobt er den Markt.

Wollfarbe aus Butterblume, Brennnessel und Holunderbeeren

„Wir spinnen“, sagen Bea und Bine aus Schönberg. Vor ihrem Stand mit bunten Wollwaren steht das passende Spinnrad. Auch das Färben und Stricken erledigen beide in Handarbeit; alles ist Natur. Rotkohl etwa färbt die Wolle grün, Zwiebelschalen erzeugen Safrangelb. Auch Brennnesseln, Holunderbeeren oder Butterblumen geben gute Farben – daher leuchten die Socken und Mützen auch besonders schön. „Ist wie in der Hexenküche bei uns“, sagt Sabine Domnowski. Bea Sanchez erklärt: „Für mich ist Netzeband nicht einfach nur ein Weihnachtsmarkt, sondern ein echtes Event.“

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Kuschelig warm und voll schöner Geschenk-Ideen – der Netzebander Weihnachtsmarkt.

Quelle: Regine Buddeke

Zu Beginn singt traditionell der Nachwuchschor der Evangelischen Schule in Neuruppin. Einige Schüler der Schule haben sich noch etwas Besonderes ausgedacht. In einer Ecke des Kirchenschiffs gibt es Tüten mit Toleranz-Keksen. „Weil es so viele Flüchtlinge auf der Welt gibt, wollten wir helfen. Und hatten die Idee mit Plätzchen backen“, erklärt Matilda, die wie Helena, Janka, Lotta, Tanja und Emma fleißig zu Hause gebacken hat. Wenn die Mädchen alle Kekse verkauft haben – viele Beutel sind am Nachmittag ohnehin nicht mehr übrig – kommen 300 Euro für das Übergangswohnheim in Treskow zusammen. „Für so eine schöne Idee finde ich immer ein freies Eckchen“, lobt Sabine Thelen das Engagement der Kinder.

Kathrin Jacobs bietet Schmuck und Keramik in japanischer Raku-Technik an. Jahr für Jahr reist sie von der Ostsee an. „Ich bin hier, seit es den Markt gibt“, sagt sie. Ein Beweis mehr, dass der Markt sowohl für Gäste als auch Händler ein Magnet ist. Für Daniela Reiser vom „Kunsterbunt“-Atelier in Neuruppin ist es „das erste Mal“. „Ein wunderschöner Weihnachtsmarkt“, sagt sie und strahlt inmitten ihres kunterbunten Angebotes – genau wie die Besucher, die sich Stunde um Stunde durch die Kirche drängen.

Von Regine Buddeke

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