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Netzebander Klarinettenfestival trifft Schweiz

Ein Mittel gegen Heimweh Netzebander Klarinettenfestival trifft Schweiz

Es ist das vierte Klarinettenfestival, das Sabina Matthus-Bébié in Netzeband ausgerichtet hat. In diesem Jahr zum Thema „Heimat-Heimatlos-Heimweh“ - die Klarinettistin ist in der Schweiz aufgewachsen. Sie hat sich viele Schweizer Musiker eingeladen, dazu ihre Musikschüler und den Künstler Anton Henning für die stimmungsvolle Umrahmung der Musik.

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Musiker und Musikschüler spielen gemeinsam.

Quelle: Buddeke

Netzeband. „Nicht nur wir haben Heimweh“, sagt Anton Henning, Maler aus Manker, der im vergangenen Jahr gerade erst eine große Ausstellung zum Thema „Heimat schaffen“ hatte. Und somit prädestiniert für das Thema des diesjährige Netzebander Klarinettenfestivals „Carte Blanche“ war, dass sich eben darum drehte. Insofern gerät seine Installation zu einem bunten Konglomerat aus kleinen Dingen, die zur Heimat irgendwie dazugehören und unter seiner Bearbeitung erst zeigen, welcher Zauber in ihnen liegt: glitzernde Lichter, die in nächtlichen Wellen tanzen, im Wind bewegte Wipfel, Blätter, die auf dem Wasser tanzen, gleißende Sonne inmitten ziehender Wolken, Wellen in der Brandung, verträumte Alpenlandschaften im Abendlicht. Dazu Geräusche: Kranichrufe oder der Ruf eines Muezzins, Kuhglöckchen und das Muhen der Herde. Manchmal drehen sich die Zeiger einer Uhr – in beide Richtungen: Heimat, Heimatlos oder Heimweh kann in die Vergangenheit oder die Zukunft gerichtet sein.

Sabina Matthus-Bébié, die in der Schweiz aufwuchs, hat auch zuweilen Heimweh nach dem Alpenparadies, obschon sie in Netzeband gut angekommen ist. Seit Jahren organisiert sie das Klarinettenfestival, in diesem Jahr hat sie sich dem Motto „Heimat“ verschrieben, indem sie sich die Schweiz nach Netzeband geholt hat. Die Künstler die sie einlud, stammen alle von dort oder leben da. Am Freitagabend erklang in der Temnitzkirche mit „Heimat“ der erste Teil der Trilogie: Neue Musik für Klarinette, zumeist von Schweizer Komponisten, etwa Claudio Puntin, der auch selber an der Klarinette saß. Er ist als einziger der anderen Musiker in Netzeband bereits bekannt.

Curdin Janett, Domenic Janett und Claudio Puntin

Curdin Janett, Domenic Janett und Claudio Puntin.

Quelle: Buddeke

Am Sonnabend sind etwa 50 Leute in der Kirche, um den beiden anderen Trilogie-Teilen „Heimatlos“ und „Heimweh“ zu lauschen. Für ersteren hat sich Matthus-Bébié eine Überraschung ausgedacht und ihre Klarinettenschüler von der Kreismusikschule mit ins Boot geholt. Gemeinsam mit den Profis spielen Jeremias Rück, Gustav Voge, Anna Hoff, Julia Lüttwitz und Emilie Henning das „Guggisberglied“ und drei „Saagemattler Tänze“. Mit dabei auch Matthus-Bébiés ehemalige Schülerin, die UDK-Studentin Lisa Mellin. Gustav Voge war von der Arbeit mit den Profis insgesamt und speziell den Vorbereitungen mit Florian Walser sehr angetan. „Das war schon überwältigend“, gesteht er. Aber im Team der Profis habe er sich sicher gefühlt. Er habe viel gelernt und mitgenommen. „Für meine Schüler war es ein Geschenk, mal mit so einem Super-Klarinettisten üben zu dürfen“, sagt auch Matthus-Bébié.

Emilie Henning und ihre Lehrerin Sabina Matthus-Bébié

Emilie Henning und ihre Lehrerin Sabina Matthus-Bébié.

Quelle: Buddeke

Bei den Profis sind es Ernesto und Donna Molinari, Claudio Puntin, Domenic und Curdin Janett sowie Florian Walser und natürlich die Gastgeberin, die dem Klarinettenkonzert Schmelz und Schmackes verleihen. Im ersten Teil „Heimatlos“ treffen Schweizer Volksmusik und Neue Musik aufeinander, darunter sogar zwei Uraufführungen: eine von Claudio Puntin, eine von Mela Meierhans. Ein spannende Mischung – mal frech-witzig, mal verspielt-verträumt, mal atemberaubend schön. Minimal-Splitter wechseln mit spinnwebzarten Passagen. Und manchmal gibt die Crew ihrem Affen richtig Zucker: das klingt dann wie fetter Jazz mit einer ordentlichen Prise New Wave und gipfelt in orchestraler Wucht. Die Zuschauer sind entrückt-verzückt.

Das ändert sich auch nicht, wenn Akkordeonist Curdin Janett und Klarinettist Domenic Janett zum finalen „Heimweh“ blasen. Die Brüder aus dem Engadin präsentieren eine wunderbare Mixtur aus Schweizer Volksmusik, Rock, Jazz, romanischen Liedern, weil die so melancholisch sind und eigenen Stücken.

Von Regine Buddeke

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