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Neue Ausstellung im Kunstraum

Neuruppin Neue Ausstellung im Kunstraum

„Zwei und mehr Dimensionen“ so lautet der Titel der Schau, die bis Ende Oktober in der Galerie in der Friedrich-Engels-Straße zu sehen sein wird: mit Objekten der Berlinerin Ellinor Euler und Bildern des Inders Niteen Gupte. Die allerdings zur Vernissage noch nicht eingetroffen waren. Gupte beamte die Bilder ersatzweise erst einmal per PC an die Wand.

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Quelle: Cornelia Felsch

Neuruppin. Eine ungewöhnliche Ausstellungseröffnung erlebten die Neuruppiner Kunstfreunde am Sonntag im Kunstraum. Die Künstler waren anwesend, allerdings fehlten die Bilder.

„Zwei und mehr Dimensionen“ so lautet der Titel der Schau, die bis Ende Oktober in der Galerie in der Friedrich-Engels-Straße zu sehen sein wird – vorausgesetzt, die Bilder sind mittlerweile eingetroffen. Objekte der Berlinerin Ellinor Euler und Bilder des Inders Niteen Gupte sollten sich dort zusammenfinden – so war es zumindest geplant. Die großformatigen Flächengedichte, wie sie der in Köln und Dresden lebende Künstler nennt, waren vermutlich für die Speditionsfirma eine zu große Herausforderung. Die Künstler und Galerist Johannes Bunk trugen es mit Humor.

Niteen Gupte (l) wird von Johannes Bunk vorgestellt

Niteen Gupte (l.) wird von Johannes Bunk vorgestellt.

Quelle: Cornelia Felsch

„Wie Sie sehen, sehen Sie nichts“ sagte der Galerist zu den rund 70 Besuchern, die in die Ausstellungsräume drängten. Das war allerdings etwas untertrieben, denn ein Bild schmückte dennoch die Wand. Eine Federzeichnung, die für den Künstler charakteristisch ist. Trotz weißer Wände konnten die Besucher die Werke des Künstlers dennoch am Sonntag bewundern. Niteen Gupte wusste sich zu helfen und holte sich seine Bilder aus dem Internet, so dass die abstrakten großformatigen Werke per Mausklick an der Wand erschienen.

Eng ineinander verschlungene, freihändig gezeichnete schwarze Linien überziehen die Bildfläche, verdichten sich und bilden dunkle Bereiche während an anderer Stellen Zwischentöne oder lichtdurchflutete Areale entstehen. Für seine farbigen Bilder verwendet der Maler Ölfarben, die lasierend in mehreren Schichten auf die Leinwände aufgetragen werden. „Mit den Linien als Hauptelement will ich einen Raum schaffen, ohne Figuren“, sagt Niteen Gupte. Dem Künstler geht es nicht um Formfindung, sondern darum, innerhalb eines begrenzten Bereichs alle Möglichkeiten in immer neuen Varianten auszuschöpfen. „ Ich habe ursprünglich viel geschrieben“, sagte Niteen Gupte, der 1954 in Bombay (Mumbai) geboren wurde. Er studierte dort Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte. „Als ich damals nach Deutschland kam, kannte ich die Sprache nicht und wusste nicht wie ich mich am besten ausdrücken konnte. Ich musste mich vom Alphabet lösen und so entstanden Figuren, Zeichen und Linien als Ausgangspunkt meiner Bilder.“

Die Ausstellung ist bis zum 29. Oktober zu sehen

Niteen Gupte ist nicht zum ersten Mal in Neuruppin; vor vier Jahren hat Johannes Bunk schon einmal die Werke des Malers ausgestellt. Kennen gelernt haben sich Künstler und Galerist vor vielen Jahren in Köln, als Bunk im Kulturamt für die Kunstförderung zuständig war.

Auch die Werke der Architektin Ellinor Euler waren bereits in Neuruppin zu sehen. Die Berliner Künstlerin arbeitet nicht nur in der Hauptstadt, sie hat auch ein Atelier im Wittstocker Kunsthaus Dossepark. Wie Niteen Gupte arbeitet sie abstrakt, ihre Objekte entstehen aus Materialien, die sie in Baumärkten und Gartencentern entdeckt. Aus Kabelbindern und Sandpapier entstehen Kunstwerke. Nach dem Strick­liesel-Prinzip fertigt sie ihre Drahtskulpturen, die einem feinen Gespinst ähneln. Geometrische Grundformen und Strukturen sind oftmals die Keimzellen ihrer Werke, die sich gebündelt oder verwebt zu neuen geheimnisvollen Gebilden verwandeln. Etwa vier bis fünf Stunden arbeitet sie täglich an ihren Strickwerken. „Früher habe ich viel mit Heißkleber gearbeitet, aber der war lange nicht so stabil“, sagt sie.

Zartheit und Kraft bilden in den Werken beider Künstler einen wesentlichen Kontrast. „Indien ist beiden Künstlern bekannt“, sagte Johannes Bunk. Ob sich das in ihren Arbeiten bemerkbar macht, sollen nun die Besucher beurteilen.

Die Ausstellung „Zwei und mehr Dimensionen“ ist bis zum 29. Oktober in der Galerie Kunstraum, Friedrich-Engels-Straße 37, zu sehen. Geöffnet ist die Galerie mittwochs bis sonnabends von 15 bis 18 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11 bis 13 Uhr, oder nach Vereinbarung.

Von Cornelia Felsch

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