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Neue Ausstellung in Lindows Kirche

Köpfe und Nackte Neue Ausstellung in Lindows Kirche

Peter Stajkoski ist in Lindow kein Unbekannter – seine Skulptur der „Schönen Nonne“ steht seit fast zehn Jahren im Wutzsee. Jetzt stellt der Künstler aus Lentzke in der Lindower Kirche aus – gemeinsam mit Ekaterina Fedorova aus St. Petersburg. Vernissage ist beim Eröffnungskonzert der Lindower Sommermusiken am 25. Juni.

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Peter Stajkoski mit einem seiner ausgestellten Findlings-Köpfe.

Quelle: Regine Buddeke

Lindow. „Bilder und zeitgleich Skulpturen – das hatten wir noch nie“, freut sich Sigrid Busse, die Jahr für Jahr die Ausstellungen in der Lindower Kirche plant. „Inzwischen könnten wir mehr als nur die eine machen“, sagt sie angesichts der vielen Bewerbungen, die sie Jahr für Jahr erhält. Andersherum sähen es die ausstellenden Künstler gern, wenn ihre Werke die gesamte Saison über hängen. Denn wenn im Juni alljährlich die Veranstaltungsreihe der „ Lindower Sommermusiken“ startet, ist die Kirche – nicht nur bei den Hochkarätern – für gewöhnlich voll.

Expressiv und farbenfroh

Expressiv und farbenfroh: Lindow Kreide von Ekaterina Fedorova.

Quelle: Buddeke

Sigrid Busse hat diesmal einen Künstler gewählt, der in Lindow bereits eine Art Wahrzeichen geschaffen hat. Zwar wurde über die tatsächliche Schönheit der „Schönen Nonne“, die seit neun Jahren im Wutzsee steht, schon heftig gestritten – immerhin liegt Schönheit immer im Auge des Betrachters – ungeachtet dessen sei die steinerne Frau mittlerweile beliebtes Fotoobjekt und markanter Treffpunkt geworden. Geschaffen hat sie der Lentzker Maler, Bildhauer und Fotograf Peter Stajkoski. Für die Ausstellung in der Kirche hat er sich die Russin Ekaterina Fedorova ins Boot geholt, um einen spannenden Kontrast zu seinen ausgestellten Köpfen und Fotos zu schaffen. „Sie war vor 15 Jahren bei mir auf einem Symposium“, erinnert er sich, während er die farbenfrohen Kreidebilder der St. Petersburgerin an den Kirchenwänden aufhängt. Damals sei sie gerade frisch vom Kunststudium gekommen. Mittlerweile sei sie Dozentin an der Akademie für Kunst und Design in St. Petersburg. Im nächsten Jahr wird sie gar zur Professorin berufen. „Dafür braucht sie in jedem Jahr eine Ausstellung im Ausland. Daher kam ihr Lindow ganz recht“, so Stajkoski. Er schätzt den ausdrucksstarken Stil Fedorovas, deren Badende in Orange und Blau stark an die Werke der „Brücke“-Expressionisten erinnern. Dazu ein paar Köpfe, die kubistisch-konstruktivistisch von Picasso inspiriert scheinen. Die Plastiken der Russin sind sämtlich aus Keramik, muten dank der raffinierten Patina indes, als wären sie aus Bronze. Die Köpfe Stajkoskis dagegen kommen völlig anders daher. Seine – etwa der „Indianer“ oder der „Depardieu“ – sind aus Stein. „Allesamt Findlinge vom Feld“, erklärt er die faust- bis kinderkopfgroßen Werke. Wenn er sie findet, sehen sie wie „dreckige Steine“ aus. „Sobald ich sie bearbeite, offenbaren sie ihr inneres Leben“, schwärmt er von der Leuchtkraft der Farben und der Marmorierung, die sich erst beim Schleifen entpuppt. Er nennt sie „die Köpfe unserer Ahnen“ – einer erinnert stark an die archaischen Figuren der Osterinseln.

 Köpfe aus Findlingen von Peter Stajkoski

Köpfe aus Findlingen von Peter Stajkoski.

Quelle: Buddeke

Dazu stellt er auch Fotos aus. Stajkoski fotografiert, seit er 19 Jahre alt ist – so lange reist er auch schon durch die Welt und lichtet dabei am liebsten Menschen aller Kulturen ab. Für Lindow hat er im Magazin gegraben und Fotos von Reisen in den Achtzigern herausgesucht: eine führte nach Ägypten und eine in den Himalaya, nach Ladakh. „Die Leute dort lieben es, fotografiert zu werden“, erzählt er über die strahlenden Gesichter auf seinen Fotos. Auch in Ägypten dürfe man alles fotografieren – sofern man einen Dollar dabei habe, sagt er verschmitzt.

Mit Ekaterina Fedorova zusammen habe er noch nie ausgestellt, so der Lentzker. Immerhin sei seine „Sitzende“ – die einzige Bronze unter seinen ausgestellten Plastiken – bei einem Symposium in St. Petersburg entstanden und auch da gegossen. „Alles andere ist Granit aus der Eiszeit“, sinniert er. „Man sollte viel mehr Steine sammeln.“

Die Vernissage findet beim Eröffnungskonzert der Lindower Sommermusiken am 25. Juni statt.

Von Regine Buddeke

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