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Neue Bombensuche in der Kyritz-Ruppiner Heide

Ostprignitz-Ruppin Neue Bombensuche in der Kyritz-Ruppiner Heide

Montag beginnt eine neue Etappe bei der Suche nach Bomben in der Kyritz-Ruppiner. Spezialisten durchsuchen eine rund 1100 Hektar große Fläche nach Kugelbomben. Diese sind nicht mal so groß wie ein Tennisball, doch der tödliche Radius liegt bei fast 100 Metern. 27 dieser Bomben wurden schon gefunden – und sofort gesprengt.

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Bisher sind nur einige Wege in der Kyritz-Ruppiner Heide nach Blindgängern abgesucht und beräumt worden – und damit sicher.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Am Montag beginnt in der Kyritz-Ruppiner Heide eine neue Etappe bei der Suche nach Blindgängern. Im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die Eigentümerin des knapp 12 000 Hektar großen Areals zwischen Wittstock, Rheinsberg, Neuruppin und Kyritz ist, starten die Arbeiten eine Spezialfirma, um sogenannte Kugelbomben zu finden, sagte am Mittwoch Rainer Entrup von der Bima.

Die nicht mal tennisballgroßen Waffen gelten als besonders heimtückisch. Denn in jeder Bombe befinden sich gut 100 Stahlkugeln sowie 100 Gramm Sprengstoff, so dass bei der Explosion die Stahlkugeln mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1200 Metern je Sekunde alles durchschlagen, was in ihrer Nähe ist. Der tödliche Radius liegt bei knapp 100 Metern. Deshalb werden die Kugelbomben auch nicht transportiert, sondern stets an Ort und Stelle gesprengt.

Geübt für den Einsatz in Afghanistan

Eigentlich dürfte es Kugelbomben und andere sogenannte Streuwaffen gar nicht geben: Zum einen sind sie international geächtet. Zum anderen hat sich Deutschland in der sogenannten Streubomben-Konvention, die im Sommer 2010 in Kraft trat, verpflichtet, innerhalb von acht Jahren sämtliche Streuwaffen auf seinem Gebiet zu vernichten. Dazu gehören nicht allein die Bestände in den Arsenalen der Bundeswehr, diese wurden bis Ende November 2015 zerstört, sondern ebenfalls die unzähligen Blindgänger von Kugelbomben in der Kyritz-Ruppiner Heide. Mit diesen Waffen, die möglichst viele Leute schwer verletzen sollten, hat die Rote Armee in der Heide trainiert. Experten vermuten, dass sich die sowjetischen Soldaten damit auf den Einsatz in Afghanistan vorbereiten sollten. Der sowjetisch-afghanische Krieg dauerte von 1979 bis 1989. Es weiß niemand, wie viele Kugelbomben in der Kyritz-Ruppiner Heide zum Einsatz kamen. Daniel Seidel, der Munitionsexperte der Bima, geht jedoch davon aus, dass zwischen zehn und 15 Prozent der aus der Luft in der Heide abgeworfenen Kugelbomben nicht explodiert sind. „So hoch ist normalerweise die Blindgängerquote“, sagte Seidel.

Spezielle Technik aus den USA

Bisher hat die Bima 27 Kugelbomben in der Kyritz-Ruppiner Heide gefunden und gesprengt, die letzten neun erst vor wenigen Monaten, nachdem eine speziell gepanzerte und ferngesteuerte Planierraupe einen Sicherheitsstreifen am Rande einer Verdachtsfläche angelegt hatte.

Die Fläche in der Heide, die innerhalb von drei Jahren nach Streuwaffen abgesucht und davon befreit werden soll, ist 1100 Hektar groß. Bei der am Montag startenden Bombensuche werden auch sogenannte Großspulensonden zum Einsatz kommen. Diese hat eine amerikanische Firma eigentlich für den Einsatz in Fernost entwickelt – um die Millionen an Bomben und Minen zu finden, die während des Vietnamkrieges zwischen 1955 und 1975 von der US-Armee abgeworfen wurden. So gilt das benachbarte Laos noch immer als das am meisten durch Streubomben gepeinigte Land der Welt. „Die Sonde ist ein spezielles Gerät für eine spezielle Munition“, betonte der Feuerwerker Seidel.

Wandern in der Heide

Die tödliche Gefahr lauert vor allem im Kerngebiet der Kyritz-Ruppiner Heide. Die meisten Randbereiche des einstigen Bombodroms sind schon nach Munition abgesucht worden.

Eine Wanderkarte, die gerade erschienen ist, verzeichnet die Wanderwege, die gefahrlos genutzt werden können. Die Karte gibt es im Buchhandel und in den Touristinfos zum Preis von 4,90 Euro.

Von Andreas Vogel

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