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Neue Brunnen in Küdow und Wall

Weniger Kalk an den Armaturen Neue Brunnen in Küdow und Wall

Über 150 000 Euro hat der Zweckverband Fehrbellin-Temnitz 2015 in den Bau von zwei Brunnen in Küdow und Wall gesteckt, die jetzt in Betrieb gegangen sind. Durch die neuen Anlagen verringert sich der Härtegrad des Wassers deutlich. Das wiederum sorgt dafür, dass an den Armaturen weniger Kalk entsteht. Auch 2016 hat der Verband viel vor und will 1,2 Millionen Euro investieren.

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Thomas Voigt, Trink- und Abwassermeister beim Zweckverband Fehrbellin-Temnitz, am neuen Brunnen.

Quelle: Zweckverband

Fehrbellin. Wenig ansehnlich waren bislang die meisten Wasserarmaturen in Wustrau, Stöffin oder Walchow, in Garz, Manker oder Wall. Denn selbst neue Wasserhähne wurden innerhalb kürzester Zeit mit einer hartnäckigen Kalkschicht überzogen. „Das ist seit vielen Jahren ein Ärgernis in der Region gewesen“, sagt Ralph Bormann, Geschäftsführer des Zweckverbands Wasser/Abwasser Fehrbellin-Temnitz. „Ganz viele Kunden haben immer wieder über die Kalkflecken auf den Armaturen geklagt.“ Der Grund für das Übel war, dass das Wasser im Einzugsbereich der Wasserwerke Küdow und Wall einen hohen Härtegrad aufwies, der zur Verkalkungen führte. Nun hat der Verband durch den Bau von zwei neuen Brunnen das Dilemma gelöst.

Schon lange dachte der Zweckverband darüber nach, wie der Härtegrad vor allem in Küdow gesenkt werden kann. Die Installation einer Enthärtungsanlage hätte geholfen – allerdings wären die Kosten für die Wasseraufbereitung, die die Kunden tragen müssten, sehr hoch gewesen. „Deshalb haben wir die Investition gescheut“, so Bormann. Auch der Bau eines neuen Brunnens, um weicheres Wasser aus tieferen Schichten zu fördern, erschien bis vor Kurzem nicht sinnvoll. Denn die beauftragten Hydrologen haben dafür nach Probebohrungen in Küdow, wo bislang Wasser aus 60 Metern tiefen Grundwasserleiter geholt wurde, kaum Chancen gesehen. „Sie haben sich aber geirrt“, sagt der Verbandschef, der hartnäckig blieb, eine weitere Bohrung veranlasste – und damit einen Volltreffer landete. Es stellte sich heraus, dass bei über 100 Metern Tiefe unter Küdow genügend Wasser mit guten Werten schlummert, um die Region zu versorgen. Der Verband errichtete dort einen neuen Brunnen, der nun in Betrieb ist. Der Härtegrad hat sich in Küdow seitdem von 24 auf 14 verringert.

Weniger Waschmittel notwendig

Auch wenn es in Wall nicht so viele Beschwerden über den Kalk gab wie in Küdow, wies das Wasser dort ebenfalls einen hohen Härtegrad auf. Zudem existierte in Wall das Problem, dass der Wasserleiter relativ schlecht bedeckt war und somit wenig Schutz vor zum Beispiel Einträgen aus der Landwirtschaft hatte. Diesen Zustand wollte der Zweckverband unbedingt ändern, auch wenn er bislang keine bedenklichen Werte im Wasser gefunden hatte. Dass es auch in Wall weitere gute Wasservorkommen gibt, wurde vor etwa zwei Jahren bei Bohrungen für den Golfplatz festgestellt. Also baute der Zweckverband dort einen neuen Brunnen, der nun im Betrieb ist. Auch in Wall ist der Härtegrad seitdem von 23 auf 10 gesunken. Die Verringerung der Werte in Küdow und Wall hat indes nicht nur Einfluss auf die Verkalkung. „Unsere Kunden brauchen in den Einzugsbereichen nun auch weniger Waschmittel“, sagt Ralph Bormann.

Diese positiven Effekte haben ihren Preis. Rund 100 000 Euro musste der Zweckverband im vergangenem Jahr für den neuen Brunnen in Küdow ausgeben. Über 50 000 Euro waren in Wall fällig, wo nur etwa 56 Meter tief gebohrt werden musste.

Rägelin soll an Frankendorf angebunden werden

Auch in diesem Jahr will der Wasserversorger wieder kräftig investieren, und zwar rund 1,2 Millionen Euro. Die größten Projekte sind dabei die Verlegung von Abwasser- und Trinkwasserleitungen in Tarmow und Linum. Diese Arbeiten sind wegen des geplanten Autobahnausbaus (die MAZ berichtete) notwendig. Daneben will der Verband das Frankendorfer Wasserwerk um Reinwasserbehälter erweitern. „Wenn das Wasser nicht direkt aus dem Brunnen kommt, dann ist das betriebswirtschaftlich günstiger – und auch sicherer, was die Versorgung angeht“, erklärt Ralph Bormann. Außerdem soll ebenfalls aus finanziellen Gründen Rägelin an Frankendorf angebunden werden und das Wasserwerk in der Rägeliner Putenfarm vom Netz genommen werden. Um die Versorgung im Notfall abzusichern, will der Zweckverband die Frankendorfer Anlage mit der in Walsleben verbinden. Bis zu 300 000 Euro sind außerdem für ein neues Saug- und Spülfahrzeug vorgesehen, das ein altes Modell ersetzen soll.

Von Celina Aniol

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