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Neue Chefin im Museum

Neuruppin Neue Chefin im Museum

Die Historikerin Maja Peers-Oeljeschläger leitet ab sofort das Museum von Neuruppin. Sie übernimmt ein Haus, in das Neuruppin viel investiert hat, von dem die Stadt sich aber auch sehr viel erhofft. Bei den Besuchern scheint das neue Museum anzukommen und deutlich beliebter zu sein als das frühere – trotz der vielen Kritik nach dem millionenteuren Umbau.

Neuruppin, August-Bebel-Straße 49/50 52.92563 12.80349
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Gruppenbild mit Chefs: Ein gutes Dutzend Mitarbeiter hat das Museum. Die meisten arbeiten in Teilzeitstellen.

Quelle: Mischa Karth

Neuruppin. Aller Kritik zum Trotz: Das neue Museum von Neuruppin hat sich in den vergangenen beiden Jahren bewährt. 20 Monate nach der Eröffnung zieht die Stadt eine erste Bilanz, und die fällt noch besser als erhofft. Seit der Eröffnung am Januar 2015 bis zum vergangenen Sonntag hatte das Museum immerhin rund 53 500 Besucher, sagte Carola Zimmermann am Dienstag.

Sie ist zusammen mit Dorothee Leicht seit 2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem Haus. Gemeinsam mit dem bisherigen Museumsleiter Hansjörg Albrecht haben die beiden am neuen Konzept für das Museum und für die Dauerausstellung gearbeitet. Nachdem Albrecht im April überraschend vor die Tür gesetzt worden war, hat Carola Zimmermann das Museum kommissarisch geleitet.

Maja Peers-Oeljeschläger hat lange für verscheiden Museen gearbeitet, unter anderem für das Deutsche Historische Museum in Berlin

Maja Peers-Oeljeschläger hat lange für verscheiden Museen gearbeitet, unter anderem für das Deutsche Historische Museum in Berlin.

Quelle: Mischa Karth

Immer wieder gab es nach der Eröffnung Kritik an dem, was das Museum seit 2015 zeigt. Die einen bemängelten, dass im neuen Haus zu wenige Objekte aus der reichen Sammlung zu sehen seien. Die anderem monierten fachliche und inhaltliche Mängel, die sie in der neuen Dauerausstellung ausgemacht zu haben glauben.

Bis heute gibt es auch Kritik an der Öffentlichkeitsarbeit. Wie könne es sein, dass die Stadt Neuruppin rund acht Millionen Euro in den Um- und Ausbau ihres Museums steckt und es dann derart schlecht vermarkte? Auch Stadtverordneten stößt das immer wieder auf: Besucher der Stadt wüssten oft gar nichts vom Museum an der August-Bebel-Straße, geschweige denn, wie sie dorthin gelangen können.

Trotzdem ist das Neuruppiner Museum offenbar besser als es manche Kritiker glauben wollen. Mit 53 500 Besuchern in 20 Monaten hatte das Haus mehr als doppelt so viele Gäste wie erwartet – und sehr viel mehr als vor der Umgestaltung. „Früher waren es 5000 Besucher im Jahr“, sagt Kulturamtsleiter Maik Buschmann. Die Stadtverordneten hatten auf wenigstens 12 000 Besucher nach dem Umbau gehofft.

Das neue Museum setzt stärker auf junge Besucher

Dorothee Leicht und Carola Zimmermann setzen auf ein neues, junges Publikum. Projekte mit Kita-Gruppen und Schulklassen sollen das Haus und seine Möglichkeiten noch bekannter machen. Auch für Maja Peers-Oeljeschläger ist das der richtige Weg. „Das sind schließlich die Museumsbesucher von morgen“, sagt die neue Museumsdirektorin. am Dienstag hatte sie ihren ersten Arbeitstag und zeigte sich beeindruckt von ihrem neuen Haus und von den Mitarbeitern.

Die 45-Jährige hat viel Erfahrung in der Museumsarbeit. Unter anderem hat sie rund zehn Jahre lang in verschiedenen Funktionen am Deutschen Historischen Museum in Berlin gearbeitet, Ausstellungen und Sammlungen betreut und Teams von bis zu 15 Mitarbeitern geleitet. Die Stadt hatte mehr als 80 Bewerbungen für den Chefposten im Museum bekommen. Die Entscheidung für Maja Peers-Oeljeschläger fiel sehr eindeutig, sagt Bürgermeister Jens-Peter Golde.

Lob für das Haus und für die Mitarbeiter

Die neue Museumschefin ist sich der Herausforderungen bewusst. Bei ihrer Vorstellung am Dienstag überwog erst einmal die Begeisterung. „Ich finde, das ist ein wunderbares Haus“, sagte sie. Es komme nicht oft vor, dass sich eine Stadt mit gut 30 000 Einwohnern so etwas leiste. „Auf ein solches Renommeeobjekt kann die Stadt stolz sein.“

Abhängig von den Finanzen könnte sie sich vorstellen, mehr aus der großen Sammlung des Museums öffentlich zugänglich zu machen; vielleicht könnten die Bilderbogen digitalisiert und übers Internet jedermann zur Verfügung gestellt werden. Erst einmal gebe es viel Arbeit im Hintergrund, vieles werden die Besucher vielleicht gar nicht bemerken. Etwa die weitere Inventarisierung oder Pflege der Sammlung. Dann will sich Maja Peers-Oeljeschläger auch mit der Kritik auseinandersetzen – mit der an der Dauerausstellung genauso wie mit der an der Werbung.

Mehr Mitarbeiter, neue Konzepte, mehr Werbung

Die bisherigen Mitarbeiter konnten sich in ihrer knappen Arbeitszeit kaum mehr ums Marketing kümmern. Carola Zimmermann und Dorothee Leicht mussten zuletzt in 70 Stunden dasselbe leisten wie vorher in 120, weil sie verpflichtet waren, Überstunden aus der Eröffnungsphase des Museums abzubauen. Inzwischen haben sie Verstärkung bekommen: eine Kollegin als kuratorische Assistenz und zwei weitere Mitarbeiter, die der Verein Esta Ruppin bezahlt.

Hinzu kommt ein Volontär, der im Museum in Velten und in Neuruppin arbeitet. Er soll unter anderem ein Marketingkonzept für alle Museen an der Strecke des Prignitz-Express’ ausarbeiten. Mehr Werbung brauchen alle, sagt Carola Zimmermann.

Von Reyk Grunow

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