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Neue Crew beim Theatersommer Netzeband

Das Häuten der Zwiebel Neue Crew beim Theatersommer Netzeband

Sich immer mal wieder neu erfinden: Peer Gynt hat das bis zu seinem tragischen Ende getan. Das Drama von Ibsen ist in diesem Jahr das Kernstück des Netzebander Theatersommers. Und auch im Ensemble hat sich – die Zwiebel pellt sich nicht nur im Stück – viel getan. Zwei neue Regisseure sind am Start, auch Ausstattung, Maske und Kostüme liegen in „neuen Händen“.

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Technik-Urgestein Marc Hermann und die Neuen: Katrin Wittig, Regisseur Andrée Solvik und Regisseurin Christine Hofer. (v. l.).

Quelle: Regine Buddeke

Netzeband. Es ist eine wunderbare Metapher: Peer Gynt – der tragische Held aus Ibsens Stück – sucht nach dem Sinn des Lebens und letztlich nach sich selbst. Immer wieder erfindet er sich neu, zieht rastlos durch die Lande, probiert sich aus, geht an die Grenzen seiner selbst und der Moral. Um kurz vor seinem Tode zu erkennen, dass er sich zwar immer wieder gehäutet hat wie eine Zwiebel – aber nie zu seinem ureigenen inneren Kern gelangt ist. Ein wenig kann die Zwiebel auch für Netzeband stehen. Mit dem großen Unterschied, dass das Synchrontheater seinen Sinn und sein ureigenes Wesen schon gefunden hat. Gehäutet wird sich dennoch. „Was wäre das Theater ohne kreative Erneuerung?“, stellt Frank Matthus, Gründer des Synchrontheaters und bis 2014 langjähriger künstlerischer Leiter, Regisseur und Skript-Autor die Frage in den Raum. Bereits 2015 sei ein Wechsel vollzogen – Matthus wechselte zur Kammeroper Rheinsberg und Co-Regisseur Hermann Höcker übernahm die beiden Netzebander Inszenierungen. In diesem Jahr nun werden die Karten ganz neu gemischt: Höcker und seine Partnerin, Netzeband-Urgestein Judith Steinhäuser sind zumindest für diese Saison nicht am Start. Stattdessen sind zwei neue Regisseure mit den Stücken betraut: Christine Hofer wird das Familienstück „Der Zauberer der Smaragdenstadt“ auf die grüne Bühne bringen, Andrée Solvik den „Peer Gynt“.

Masken und Natur prägen das Synchrontheater

Masken und Natur prägen das Synchrontheater. Hier „Richard III.“ von 2015.

Quelle: Peter Geisler

Es sei ein „normaler Prozess“, dass das Ensemble fluktuiert, so Matthus. Auch bei den „semiprofessionellen“ Darstellern – die zumeist so lange dabei sind, dass man sie nicht mehr wirklich Laien nennen kann – gebe es Ausscheidende, Rückkehrer und Neuzugänge. „Ich bin sehr gespannt auf diesen Theatersommer. Es kommt da sehr viel neue Kraft zu uns.“ Das an der Form Synchrontheater nicht gerüttelt wird, stehe aber fest.

Noch mehr Neuerungen gibt es: nach dem plötzlichen Tod von Ronald Oelke, dem „Vater des Semi-Ensembles „– wird nunmehr Stefan Schreiber diesen Part übernehmen. Mit Friederike Klaue, einer Holzbildhauerin und Maskenbildnerin aus Dresden, wird der frische Wind auch durch die Maskenwerkstatt wehen. Auch Katrin Wittig, die die Kostüme für „Peer Gynt“ gestaltet und Dirk Seesemann, Ausstattungschef für das Familienstück, sind Netzeband-Neuzugänge. Der Fels in der Brandung ist indes der langjährige Technik-Profi Marc Hermann. „Es kamen schon sehr viele schöne Ideen“, sagt er. Alle mit der Überzeugung: Der Mark wird das schon machen. „Ich finde das alles ganz toll. Und muss jetzt nur überlegen, wie ich das alles umsetze.“ Etwa die fliegenden Affen im „Zauberer“. „Die müssen wir schon irgendwie in die Luft kriegen“, sagt er. Aber das sei auch reizvoll. „Was wir mit unserem schmalen Budget schon alles auf die Beine gestellt haben, ist beachtlich.“

Eine Szene aus „Richard III“

Eine Szene aus „Richard III.“

Quelle: Peter Geisler

Christine Hofer freut sich jedenfalls, die Wolkowsche Version des „Zauberers von Oz“ zu inszenieren. „Ich will den farblichen Kontrast des grauen Kansas und der bunten Zauberwelt herausarbeiten.“ Auch interessiert sie der Fakt, dass Elli sich aus dem grauen Alltag in die Zauberwelt wünscht – sich aber, kaum dass sie dort ist, schon wieder auf den beschwerlichen Heimweg macht. Nicht ohne von den Farben etwas mit nach Haus zu nehmen, um den Alltag bunt zu färben. Der gelbe Backsteinweg wird ein zentrales Element sein, verspricht Hofer .

Auch Peer Gynt wird sich auf ein „Road Movie“ begeben. „Es soll allerdings nicht skandinavisch schwermütig daherkommen“, so Andrée Solvik, der als gebürtiger Norweger wie geschaffen ist für dieses Stück. Die Rolle ist ihm gut vertraut – verdankt er ihr doch den Kontakt zu Frank Matthus, bei dem er einst mit einer Peer-Gynt-Szene für den „Zauberberg“ vorsprach. Überdies hat er den Sinnsucher auch schon im Theater Meiningen gespielt.

Von Regine Buddeke

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