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Ostprignitz-Ruppin Neue Dauerausstellung eröffnet im Mai
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neue Dauerausstellung eröffnet im Mai
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00:18 12.02.2017
Objekte aus der Sonderschau „Preußens Töchter“ werden auch zukünftig gezeigt. Quelle: Christamaria Ruch
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Heiligengrabe

Die Zeit des Wartens nähert sich dem Ende: Am Internationalen Museumstag, 21. Mai, wird die neue Dauerausstellung im Kloster Stift zum Heiligengrabe eröffnet. Erstmals werden 400 Quadratmeter Ausstellungsfläche im Ost- und Südflügel der Abtei gleichzeitig bespielt. Zu den etwa 300 Objekten der Sammlung gehören dann auch originale Objekte des 1947 aufgelösten Heimatmuseums des Klosters. Die Ausstellung ist ein kultureller Beitrag des Klosterstifts zum Reformationsjahr.

Die neue Dauerausstellung geht auf die gesamte Geschichte vom Zisterzienserinnenkloster bis zum evangelischen Damenstift in Heiligengrabe ein. Quelle: Christamaria Ruch

Vor zwei Jahren erhielt Heiligengrabe den 4. „Initiativpreis zur Förderung innovativer Konzepte im Brandenburger Museumswesen“ von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung (die MAZ berichtete). Das Preisgeld in Höhe von 25 000 Euro ebnete den Weg, um auch die Geschichte des ehemaligen Heimatmuseums wissenschaftlich zu beleuchten. Hinzu kommen Fördergelder aus dem Kulturfonds des Brandenburger Kulturministeriums. „Das Heimatmuseum ist ein wesentlicher Baustein innerhalb der neu konzipierten Dauerausstellung“, sagt die Kunsthistorikerin Sarah Romeyke. Sie ist seit zwölf Jahren Kuratorin für die Museumsarbeit in Heiligengrabe.

„Die neue Dauerausstellung umfasst die gesamte Geschichte des einstigen Zisterzienserinnenklosters und späteren evangelischen Damenstifts“, sagt Sarah Romeyke. Vielen Besuchern ist die Dauerausstellung „Vom Nonnenchor zum Damenplatz“ im Stiftshauptmannshaus noch in Erinnerung. 2014 musste diese Schau schließen. Damals bezog die vom Verein Brausebach geführte Grund- und Oberschule das Gebäude. Einzig die Sonderausstellung „Preußens Töchter – Die Heiligengraber Stiftsschule 1847 bis 1945“ im Ostflügel der Abtei stand den Besuchern noch offen.

Äbtissin Adolphine von Rohr, 1899 bis 1923 im Amt, gehört zur Ausstellung. Quelle: Christamaria Ruch

„Die neue Dauerausstellung ist von anderen Blickwinkeln und Themenschwerpunkten als bisher geprägt“, so Romeyke. Sie ist für den Inhalt verantwortlich. Das Gestaltungskonzept trägt die Handschrift des Berliner Grafikers Jürgen Freter. Restaurator Jens Zimmermann aus Blesendorf setzt diese Pläne um. „Acht Ausstellungsräume werden auch medial bespielt“, stellt Sarah Romeyke in Aussicht. Die Hörstationen bewährten sich schon bei der Ausstellung „Preußens Töchter.“ Claudia Klein von der Berliner Firma „Wortefinder“ setzt dieses neue Medienkonzept um. „Es ist beim Rundgang durch die Ausstellung eben angenehmer, wenn der Besucher die Geschichte an ausgewählten Stellen erzählt bekommt“, so Romeyke.

Der Ostflügel der Abtei bietet sich geradezu als Ausstellungsfläche an. „Das sind die ältesten erhaltenen Klosterbereiche“, sagt Sarah Romeyke. Die freigelegten Malereien unterstreichen den historischen Charakter. Neu sind die Raumteiler – sie sorgen für weitere Sichtachsen und „bringen Dynamik in die Ausstellung“, sagt Sarah Romeyke. Nach dem Gang durch den Ostflügel nimmt der Besucher die Treppe hinauf in den Südflügel. „Das war einst der Standort des alten Heimatmuseums“, so die Kuratorin.

Kunsthistorikerin Sarah Romeyke lehnt im Ostflügel der Abtei an einem Raumteiler. Diese bringen Dynamik in die Ausstellung. Quelle: Christamaria Ruch

Ein gerade erst restaurierter Raum beherbergt dort zukünftig gut 100 Objekte des ehemaligen Heimatmuseums. Dabei handelt es sich vor allem um sehr viele kleinere Objekte, wie Schmuckstücke, Bronzenadeln und Steinäxte. Aber auch bronzezeitliche Objekte aus Keramik sind dabei. „Doch es geht nicht darum, die einstige Sammlung nur abzubilden, sondern auch die unterschiedlichen, zeitweise sogar ideologisch belasteten Beweggründe ihrer einstigen Initiatoren zu beleuchten“, so Sarah Romeyke.

1740 verlieh König Friedrich II. den Stiftsdamen den Orden „Par grace“ zum Zeichen freier landesherrlicher Gnade, Huld und Protektion. Quelle: Christamaria Ruch

Damit schließt sich der Kreis der Geschichte. Wer hätte vor 70 Jahren bei der Auflösung des Heimatmuseums geahnt, dass es einmal eine Fortsetzung unter ganz neuen Prämissen geben wird? Mehr als 7000 Fundstücke verzeichneten einst die alten Inventarlisten des Heimatmuseums. „Inzwischen wurden bei der wissenschaftlichen Suche im Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum in Wünsdorf gut 1300 Objekte archäologischer Natur bereits dem Heimatmuseum zugeordnet. Weitere Objekte konnten in den Museen Pritzwalk, Wittstock und Wusterhausen identifiziert werden. „Die Suche ist aber längst noch nicht abgeschlossen“, sagt Sarah Romeyke.

Das Kloster Stift zum Heiligengrabe ist telefonisch zu erreichen unter 033962/80 80 oder per E-Mail unter info@klosterheiligengrabe.de. Veranstaltungen und Öffnungszeiten sind auch unter www.klosterstift-heiligengrabe.de zu finden.

Das Ausstellungskonzept

Die neue Dauerstellung im Kloster Stift zum Heiligengrabe befindet sich auf 400 Quadratmetern im Ost- und Südflügel der Abtei. Sie reicht bis zur Gründungsgeschichte im Jahre 1287 zurück.

Themen der Schau: Die Klostergründung, die Reformation, das Kloster als geistiger und geistreicher Zirkel im 18. Jahrhundert, Stift – Schule – Reform, die Stiftsschule im Nationalsozialismus, das Stift zu DDR-Zeiten sowie das Heimatmuseum.

Acht Räume werden mit Hörstationen bespielt. cmr

Von Christamaria Ruch

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