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Neue Debatte über Abstand zu Windrädern

Auch mal weniger als 1000 Meter Neue Debatte über Abstand zu Windrädern

Für Aufregung bei vielen Windkraft-Kritikern sorgt ein neuer Vorstoß der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel. Demnach sollen in einigen Fällen Windräder auch in Zukunft nur 750 Meter von Häusern entfernt sein dürfen – wenn sie maximal 150 Meter hoch sind. Die Planer hoffen, dass damit nicht mehr so viel neue Flächen für Windräder ausgewiesen werden müssen.

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Windkraftanlagen bei Kränzlin.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Ein neuer Vorstoß der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel sorgt für Aufregung bei vielen Windrad-Kritikern. Demnach sollen die Kriterien für den Bau von Windrädern nochmals geändert werden. Zum einen soll in Kur- und Klinikgebieten der Mindestabstand 1500 Meter betragen und damit 500 Meter mehr als bislang geplant. Zum anderen sollen Anlagen auch in einer Entfernung von 750 Metern zu Gebäuden erlaubt sein – aber nur, wenn die Gesamthöhe der Windräder 150 Meter nicht überschreitet.

Fast 1000 Windräder im Nordwesten der Mark

„Damit gibt es noch Entwicklungsmöglichkeiten für Anlagen, die lediglich bis zu 100 Meter hoch sind“, sagte am Montag Ansgar Kuschel, Chef der Planungsstelle der Regionalen Planungsgemeinschaft in Neuruppin. Dank der Neuregelung könnte damit der Druck verringert werden, noch mehr Flächen für Windräder in der Region ausweisen zu müssen, hoffen die Planer. Denn das Land will, das zwei Prozent der Fläche für erneuerbare Energien vorbehalten werden.

„Wir weisen in dem Plan dann mehr Bestandsflächen aus“, so Kuschel. Das war bisher nicht vorgesehen. Bereiche, in denen sich bereits Windkraftanlagen befinden, sollten in dem neuen Plan nicht berücksichtigt werden. Dabei stehen in den drei Kreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel laut einer Zählung aus dem Frühjahr bereits 953 Windräder.

Neuregelung in Brandenburg noch nicht erprobt

Allerdings gibt es für die Neuregelung einige Haken. Denn dass der Mindestabstand von Windrädern mit der Höhe der Anlagen gekoppelt wird, das ist bisher in Brandenburg noch nicht erprobt worden. „Da besteht ein gewisses Risiko“, räumte Kuschel ein. Soll heißen: Die gemeinsame Landesplanung von Berlin und Brandenburg als Genehmigungsbehörde muss dem noch zustimmen. Der Chefplaner glaubt aber, dass die Chancen dafür ganz gut stehen. „Andere Bundesländer arbeiten schon mit dieser Regelung.“

Windrad-Gegner wollen 10-H-Regelung

Hinzu kommt jedoch die Skepsis vieler Windkraft-Kritiker. „Wir können doch heute noch gar nicht sagen, ob ein Mindestabstand von 1500 Metern ausreicht“, sagt etwa Johannes Oblaski. Der Bürgermeister von Temnitzquell vermisst nach wie vor eine verlässliche Langzeitstudie des Umweltbundesamtes zu den Auswirkungen von Schlagschatten und In­fraschall. Infraschall hat eine Frequenz, die unterhalb der menschlichen Hörschwelle liegt. Umstritten ist, ob der durch die Windradrotoren erzeugte Infraschall auf Dauer gesundheitsschädigend für Anwohner ist. „Je mehr ich über Land fahre, desto mehr höre ich von Menschen, die Probleme mit Windrädern haben, egal ob das in Darritz, Freyenstein, Meyenburg oder Wildberg ist“, so Oblaski. Am liebsten wäre ihm deshalb, wenn der Abstand zu Häusern das Zehnfache der Höhe der Windräder betragen würde. Diese sogenannte 10-H-Regelung hat der Landtag aber mehrfach abgelehnt (die MAZ berichtete). Im Gegensatz dazu hat sie Polen gerade beschlossen, in Dänemark wird weiter darüber diskutiert.

Die Regionalversammlung der Planungsgemeinschaft trifft sich am Mittwoch, 29. Juni, um 16 Uhr in der Aula des Oberstufenzentrums in Neuruppin, um über die Änderung der Kriterien für Windkraftanlagen zu beraten.

Von Andreas Vogel

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