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Ostprignitz-Ruppin Kirchenkugel neu bestückt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kirchenkugel neu bestückt
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11:07 07.03.2018
Mitglieder des Gemeindekirchenrates bestücken die Kirchenkugel mit einer von zwei neuen Kartuschen. Quelle: Björn Wagener
Freyenstein

Ein historischer Moment ereignete sich am Sonntagvormittag in Freyenstein: Eine Kupferkartusche fiel in den Bauch der Wetterkugel, die demnächst wieder auf die Kirchturmspitze montiert wird. Eine weitere Kartusche folgt demnächst, wenn sie samt neuem Inhalt sicher verschlossen ist.

Der denkwürdige Augenblick vollzog sich am Ende eines besonderen Gottesdienstes mit Pfarrer Johannes Kölbel, den rund 50 Menschen miterlebten.

Zusammengeschmolzene Reste

Die Kugel war am 1. Februar geöffnet worden und enthielt auf den ersten Blick nur ein paar Scherben und Rost. „Es raschelte und rieselte, dann war ein schwarzer, länglicher Klumpen zu sehen – zusammengeschmolzene Reste, die wir für Papier hielten“, berichtete Friedhelm Kanzler vom Gemeindekirchenrat. Er habe daraufhin das Restauratoren-Team Henrik Seipt und Daniela Geyer aus Wittstock gebeten, sich der Sache anzunehmen.

Wieder lesbar gemacht

Tatsächlich gelang es Henrik Seipt, den Klumpen zu entwirren. Zum Vorschein kamen vier handbeschriebene Seiten. Ihr Inhalt ist eine Momentaufnahme aus Freyenstein vom 27. September 1960. So heißt es, dass die Kugel am 5. September 1960 von Dachdeckern geöffnet worden sei. „Wir gingen daran, das Rätsel zu lösen“, heißt es in den Zeilen, die von Horst Schröder, Karl-Heinz Krage, Alfred Arndt, Willi Schultz und Adolf Ungnade unterzeichnet sind. Sie hätten zwei Kupferrohre gefunden – eines von 1843, das andere von 1888. Beide hätten Geld aus Gold und Silber enthalten. Friedhelm Kanzler verlas am Sonntag den gesamten Text.

Der Text ist recht interessant

„Er ist recht interessant. Ich denke, es hat sich gelohnt“, schrieb Hendrik Seipt dazu, der am Sonntag krankheitsbedingt nicht vor Ort sein konnte.

Die Kugel wird nun aktuell mit zwei Kartuschen bestückt. Eine enthält die alten Münzen und die aufgearbeiteten, wieder lesbar gemachten Dokumente.

Dokumente von heute

Die zweite Kartusche wurde mit Dingen aus der heutigen Zeit versehen: Ein Satz Euro-Münzen; ein neuer Flyer zur Geschichte Freyensteins; die MAZ vom 3./4. März; das örtliche Informationsblättchen „Wir in Freyenstein“; ein Info-Blatt der Kirchengemeinde; eine laminierte Liste von Pfarrern, die seit 1335 in Freyenstein predigten und ein Gläschen mit handgeschriebenen Gedanken von Sina Schwedler aus Freyenstein.

„Diese Zeilen mögen unseren Nachfolgern ein Vermächtnis sein“, hatten die Handwerker 1960 geschrieben. Das gilt auch weiterhin.

Von Björn Wagener

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