Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 5 ° bedeckt

Navigation:
Neue Friedhofsgebührensatzung umstritten

Wittstock Neue Friedhofsgebührensatzung umstritten

Zwischen Verständnis und Ablehnung: Die geplante neue Friedhofsgebührensatzung ist in Wittstocks Ortsteilen höchst umstritten. Die Amtsleiter der Stadt haben derzeit alle Mühe, Ortsbeiräten und Anwohnern von der Notwendigkeit einer Gebührenerhöhung zu überzeugen. Mit den höheren Kosten steigt gerade in den Dörfern die Befürchtung, dass sich ihr Friedhofsbild bald ändern wird.

Wittstock 53.2045159 12.5538862
Google Map of 53.2045159,12.5538862
Wittstock Mehr Infos
Nächster Artikel
„Die klinische Ausrichtung kommt sehr gut an“

In Wittstocks Ortsteilen könnten die Friedhofsgebühren bald kräftig ansteigen.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Derzeit dominiert besonders ein Thema die Tagesordnungen der Ortsbeiratssitzungen in Wittstocks Ortsteilen: Die geplante neue Friedhofsgebührensatzung. Die Neukalkulation der Gebühren würde gerade für die Bewohner des ehemaligen Amtes Wittstock-Land, für die bislang eine eigene Satzung gegolten hatte, erhebliche Mehrkosten bedeuten. Die Kosten für Wahlgrabstätten würden sich dort zum Teil verdreifachen – folglich besteht in den Ortsteilen großer Erklärungsbedarf seitens der Stadt.

„Das Ausstattungsniveau der Trauerhallen sollte unbedingt separat geprüft werden“, kritisierte Gadows Ortsvorsteher, Wilfried Havemann, am Mittwoch die geplanten „Einheitsgebühren“. Gleichzeitig monierte er, dass das der Stadt bis dahin entstandene Defizit nicht schon früher aufgefallen war und nicht rasch gehandelt wurde. „Da hätte sich die Stadt so manche empörte Diskussion in den Dörfern ersparen können“, sagte Havemann. Denn dann wäre die Gebührenerhöhung vermutlich nicht so drastisch ausgefallen.

In Freyenstein will sich der Ortsbeirat über die Kostensteigerungen einzelner Posten detailliert informieren lassen

In Freyenstein will sich der Ortsbeirat über die Kostensteigerungen einzelner Posten detailliert informieren lassen.

Quelle: Christian Bark

Als „sehr drastisch“ aber „notwendig“ bezeichnete am Montag auch Zempows Ortsvorsteher, Frank Mögelin, die geplante Satzung. Im Vorfeld hatte dort insbesondere Ortsbeirat Ulrich Schnauder mit Wittstocks Ordnungsamtsleiter Holger Schönberg diskutiert, inwiefern nicht eine schrittweise Erhöhung möglich wäre. Zudem plädierte er für eine Erhöhung, die sich prozentual an der Anhebung für die Friedhofsnutzer in der Kernstadt orientiere. Dafür erhielt Schnauder jedoch nicht die Zustimmung seiner zwei Ortsbeiratskollegen. Auf Schnauders Vorschlag, die Erhöhung durch mehr Ehrenamtseinsätze abzufedern, erklärte ihm Schönberg, dass dadurch kaum etwas eingesparrt werden könne.

„Ich bin schon zufrieden, dass die Leute die Reinigung zumindest selbst übernehmen können und so Geld sparen können“, sagte Zootzens Ortsvorsteherin, Irmgard Ritzmann, im MAZ-Gespräch. Dass die Gebühren erhöht werden müssten, verstehe sie.

Orte könnten Friedhöfe allein nicht unterhalten

Verständnis dafür gab es auch in Niemerlang. Eine Alternative zur Gebührenerhöhung, insbesondere für die Leichenhallennutzung, sei nach den Worten von Wittstocks Kämmerin, Birgit Schmidt. dass nicht mehr alle Leichenhallen instandgehalten werden könnten. Die hohen Reinigungsgebühren würden sich aus einem Pauschalvertrag mit einem möglichen Dienstleister ergeben, der dafür dann aber keine Anfahrten berechne. Besagter Dienstleister habe bislang das günstigste Angebot abgegeben.

Gadows Ortsvorsteher, Wilfried Havemann (r), befürchtet ein sich stark veränderndes Friedhofsbild in den Dörfern

Gadows Ortsvorsteher, Wilfried Havemann (r.), befürchtet ein sich stark veränderndes Friedhofsbild in den Dörfern.

Quelle: Christian Bark

„Wir sind schon jetzt nicht mehr in der Lage, alle Wünsche aus den Ortsteilen zu erfüllen“, gab Holger Schönberg in Zempow zu verstehen. Wenn teure Investitionen anfielen, zahle die die Solidargemeinschaft. Damit erteilte er Forderungen nach einer differenzierten Betrachtung jedes Ortsteils eine Absage, da große Investitionen allein von den jeweiligen Einnahmen nicht geleistet werden könnten. Für die differenzierte Betrachtung hatte sich zum Beispiel der Ortsbeirat in Freyenstein ausgesprochen, zudem forderte er eine detaillierte Erklärung zu den Kostensteigerungen einzelner Posten.

Im Fokus der Kritik stand zudem in Gadow die Erhöhung der Verlängerungsgebühren pro Jahr um das Vierfache. „Dann stehen ja bald keine alten Gräber mehr“, so die Befürchtung von Ortsbeirätin Gerda Wollenberg. Immerhin sei der Friedhof ein Ort der Erinnerung und Geschichte. „Dann wird es die Kulturstätte Friedhof in der Form bald nicht mehr geben“, sagte Wilfried Havemann mit Blick auf die Dörfer.

Von Christian Bark

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg