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Ostprignitz-Ruppin Neue Heimat Barsikow
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neue Heimat Barsikow
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00:18 18.04.2016
Anna Funke und Willem Schoeber vor der Geschäftsstelle des Tourismusvereins „Dosse-Seen-Land“, mit dem sie ebenso Kontakt halten. Quelle: Matthias Anke
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Barsikow

Holland, New York, Köln, Bonn, Houston in Texas, USA, Bremen – und dann? Barsikow! Über solche Stationen gelangen Menschen in die Region. Es wird ihre neue, vielleicht letzte Heimat, dieses Ostprignitz-Ruppiner Land, das viele Jahre von Wegzug gezeichnet war, was teils noch immer so ist. Ein Landstrich, in dem Vereine wissen, das sie ihre Nachwuchshoffnung abschreiben können, sobald Ausbildung oder Studium nahen.

Doch während die Jugend geht, finden manche Ältere Gefallen an Orten wie eben auch dem zur Gemeinde Wusterhausen gehörenden Dorf Barsikow. Wie das Paar Anna Funke und Willem Schoeber.

Willem Schoeber wird neuer Ortsvorsteher von Barsikow

„Wir fühlen uns hier von Anfang an unglaublich wohl und seit drei Jahren ist es nun unser einziger Wohnsitz“, sagt Willem Schoeber, dessen holländischer Akzent auffällt. Der Mann, der weltweit in leitenden Positionen für den Ölkonzern Shell arbeitete, der als Vorstandschef der Bremer Energiefirma SWB zum Vorstand des Mutterkonzers EWE gehörte, einem der größten Energieunternehmen Deutschlands, und der jetzt noch hin und wieder als Berater tätig ist und zu Aufsichtsräten eines finnländischen Biodieselkonzerns und einer holländischen Gasgesellschaft gehört – dieser Mann ist bald Barsikows neuer Ortsvorsteher. Die Einwohner des 185-Seelen-Dorfs sprachen sich kürzlich schon einmütig für den 67-Jährigen aus, allen voran die bisherige Ortsvorsteherin, die sich aus gesundheitlichen Gründen zurückzog. Ernannt wird Schoeber bei der nächsten Gemeindevertretersitzung in Wusterhausen.

Anna Funke leitet seit Kurzem den Dorfverein

„Wir fühlen uns hier von Anfang an unglaublich wohl.“ Das sagt auch Anna Funke, die eine bemerkenswerte Ruhe ausstrahlt. Die Frau, die an der Kölner Uni-Klinik als Frauenärztin wirkte, sich HIV-infizierten Schwangeren und auch krebskranken Frauen widmete und vieles dazu in ihrer Freizeit bewegte und einst für „herausragendes ehrenamtliches Engagement“ von Bundespräsident Johannes Rau den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland erhielt – diese Frau ist seit kurzem die neue Vorsitzende des Barsikower Dorfvereins. „Anfang der 1990er Jahre kamen Freunde von mir nach Barsikow. Sie luden hin und wieder Gäste ein, weil sie damals eine private Galerie hatten. Daher kannte ich den Ort“, erzählt die 63-Jährige. „Aber auf dem Land zu leben, das konnte ich mir noch nicht vorstellen.“ Erst, nachdem Willem Schoebers Arbeit 2005 das Paar in die USA führte, kauften sie sich in Barsikow ein Haus. Schließlich haben sie sechs Kinder. Bei keinem aber konnte die Familie zusammenkommen. Andauernd etwas zu mieten, wurde zu aufreibend.

Mit der Rückkehr nach Deutschland und dann vor drei Jahren mit dem Einstieg beider ins Rentenalter wurde aus dem Ferientreff in Barsikow ihr fester Wohnsitz. „Es nervte, nicht mehr zu wissen, welches Hemd in welcher Wohnung liegt“, Willem Schoeber lächelnd. Als entscheidenden Moment bezeichnet er es, als in Barsikow das Internet funktionierte. „Wenn ein Dorf eine Chance haben will, braucht es Internet“, sagt er.

Ein Pavillon als größeres Projekt für Barsikow in diesem Jahr

In heutiger Zeit gebe es so viele Berufszweige, bei denen es sich von zu Hause aus arbeiten lässt, dass Schoeber darin eine Chance für die gesamte Region sieht. „Denn die Lebensqualität in dieser Landschaft würde bestimmt von vielen einer Großstadt klar vorgezogen werden, wenn eine gewisse Infrastruktur vorhanden wäre“, sagt auch Anna Funke. Sie kritisiert etwa, dass Busverbindungen zu schlecht seien. Kein Wunder sei es, dass sich Berufspendler mit ihren Autos an den Bahnhöfen in der Region drängeln.

Ziel muss es laut Anna Funke sein, attraktiver für junge Leute zu werden und nicht nur ältere Paare wie sie selbst, die sich anderweitig nicht sorgen müssten und noch mobil sind. Ihr Mann, der für Barsikow zum neuen Sprachrohr wird, wenngleich er in der Gemeindevertretung kein Stimm- aber ein Rederecht hat, will daher vor allem die Dorfkinder im Auge behalten. Ein Pavillon, der dieses Jahr an der Festwiese aus Veranstaltungserlösen des Dorfvereins errichtet werden soll, bietet dann eine Unterstellmöglichkeit nicht nur bei Festen: Der Spielplatz ist dicht dran.

Von Matthias Anke

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