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02:15 17.11.2017
Zu den größeren Lokalgruppen weit und breit zählt „In Wittstock aufgewachsen und darauf bin ich stolz“. Sie hat 2633 Mitglieder. Quelle: Matthias Anke
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Kyritz

Innerhalb der vergangenen drei Jahre haben sich die Mitgliederzahlen vieler lokaler Facebook-Gruppen verdoppelt, mitunter verdreifacht. Gemeint sind Gruppen mit Bezug zur Heimat, allen voran Städte-Gruppen von „Meine Heimatstadt Wusterhausen“ (968 Mitglieder) bis „Rheinsberger“ (865 Mitglieder). Anfang 2014 waren es nur 495 in Wusterhausen und 364 in Rheinsberg – letztere Gruppe war damals nicht mal einen Monat alt. In einem MAZ-Beitrag zum Thema wurde einst Christin Sokoll von „Du bist ein echter Kyritzer, wenn Du...“ zitiert mit: „Hallo, ihr Lieben! Mittlerweile haben wir über 800 Mitglieder und ich freue mich auf jeden weiteren! Also weitermachen!“ Im Vergleich zu dieser Zahl vom November 2013 kann sie nun bald auf rund drei Mal mehr Mitglieder verweisen. Es sind jetzt 2199.

Mit der Größe der Gruppen gibt es für diejenigen, die sie erstellten, zunehmend mehr zu tun. In aller Regel werden dann weitere „Admins“ benannt. Tino Kornführer ist in der Kyritz-Gruppe einer von dreien, die sich um die Bestätigung neuer Mitglieder ebenso kümmern wie um fragwürdige Inhalte. „Wir verzeichnen jeden Tag ein bis zwei neue Mitglieder und ein bis zwei neue Beiträge“, berichtet Kornführer: „Jeder kann in der Gruppe seine Meinung sagen, aber bitte mit dem gebotenen Respekt anderen gegenüber.“ Weil Personen bereits direkt angegangen wurden, es zu Beleidigungen kam, musste Kornführer Mitglieder schon löschen. Auch Anzeigen seien nicht auszuschließen. Ein wiederkehrendes Thema, das immer viele Kommentare nach sich zieht, ist laut Kornführer das Baugeschehen in der Stadt Kyritz.

Neben Städtegruppen längst auch viele themenbezogene Kreise aktiv

Über die Stadt diskutiert, kommentiert und gechattet wird auch in Pritzwalk. Und wie fast überall, gibt es dort längst nicht mehr nur eine Gruppe. Neben „Du kommst aus Pritzwalk“ (440 Mitglieder) gibt es seit noch nicht mal einem Jahr auch „Du bist ein Teil von Pritzwalk“ mit schon 407 Mitgliedern. Der Administrator, der die Gruppe überwacht, ist Detlef Backhaus. „Ich bin zwar nicht jeden Tag da unterwegs, aber schon regelmäßig, um mich um alles zu kümmern“, sagt er. Und obwohl die Gruppe vergleichsweise sehr jung ist: „Ich musste schon einmal User rauswerfen, weil diese unerlaubt Darlehen-Werbung gemacht haben, und das wollen die Mitglieder da nicht sehen.“

Zu den größeren Lokalgruppen weit und breit zählt „In Wittstock aufgewachsen und darauf bin ich stolz“. Sie hat 2633 Mitglieder und vier Administratoren, wobei es keine proportionalen Zusammenhänge zu geben scheint. Denn „Meine Heimatstadt Wusterhausen/Dosse“ ist kleiner, hat aber sechs Administratoren. Auch Einwohnerzahlen spiegeln sich augenscheinlich nicht. So ist die Größe von „Neuruppiner sind die Besten!“ eher mit der Gruppe des viel kleineren Wusterhausen vergleichbar. Dafür bilden Facebook-Nutzer noch ganz andere Gruppen, die Freundeskreise und Vereine ebenso umfassen wie spezielle Themenbereiche. 1352 Mitglieder zählt etwa der Neuruppiner „Blitzer- und Politessenwarner“. Und überall beliebt sind Flohmarktgruppen. Deren Mitgliederzahlen sind in der Regel noch viel größer als einzelne Stadtgruppen. Auch historisch interessierte Kreise etablieren sich von „Unser Neuruppin damals und heute“ (648 Mitglieder) bis hin zu„Neustadt im Wandel der Zeit“ (380 Mitglieder).

Auch MAZ Prignitz-Ruppin wächst ständig

Gruppen sind nur eine Informationsmöglichkeit bei Facebook. Es gibt auch Seiten, auf denen Personen oder Organisationen Neuigkeiten kommunizieren. Firmen, Vereine und öffentliche Einrichtungen sind längst dabei.

Mit Stand vom 14. November gefällt die Seite MAZ Prignitz-Ruppin genau 5414 Personen. 5505 Personen haben die Seite zudem abonniert, werden damit automatisch über neue Inhalte informiert. 60 Prozent sind Frauen.

Die Reichweite ist weitaus höher, da Inhalte auf anderen Seiten geteilt werden können. Etwa erreichte ein Beitrag über den Salpetersäureunfall auf der A 24 in diesem Jahr allein über MAZ Prignitz-Ruppin rund 100 000 Leser.

„Es ist in jedem Fall immer wichtig, die Seite zu pflegen, neue Inhalte zu bringen“, sagt Ronny Seifert, der zusammen mit seiner Frau die Gruppe mit dem schlichten Namen „Neustadt/Dosse“ betreut. Erst kürzlich durchbrach die Mitgliederzahl die 1000er-Marke. Auf die Idee zur Gruppe sei er einst gekommen, weil er die offizielle Seite des Amtes „nicht ansprechend genug“ fand. Und er wünscht sich heute: „Es könnten ruhig mehr Kommunalpolitiker oder Verwaltungsvertreter mitdiskutieren.“ Im Umkehrschluss aber sollten sich mehr Menschen auch in den verschiedenen Ausschüssen sehen lassen, statt ihre Meinung immer nur virtuell kund zu tun. Tino Kornführer von der Kyritz-Gruppe bestätigt: „Im Internet haben plötzlich alle eine Meinung, in den Gremien aber, in denen wichtige Entscheidungen für die Stadt getroffnen werden, lassen sich die wenigsten sehen.“

Von Matthias Anke und Gina Wiesner

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