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Neue Kantorin in Rheinsberg

Einführungsgottesdienst für Juliane Felsch-Grunow Neue Kantorin in Rheinsberg

Der Kirchenkreis Wittstock-Ruppin ist ihr Heimatkirchenkreis. Dort wurde Juliane Felsch-Grunow getauft, konfirmiert und kirchlich getraut. Dass sich die 30-jährige Neuruppiner Kirchenmusikerin für die Kantorenstelle in Rheinsberg bewarb, fühlte sich nur selbstverständlich an.

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Rheinsbergs neue Kantorin: Juliane Felsch-Grunow.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Vielleicht Bach. Kein Kirchenmusiker kommt an ihm vorbei. Noch sucht Rheinsbergs neue Kantorin Juliane Felsch-Grunow nach einem Stück, das sie bei ihrem Einführungsgottesdienst am kommenden Sonntag spielen könnte. Bach hätte gute Chancen. „Das ist unglaubliche Musik“, sagt die 30-jährige Neuruppinerin. Formvollendete Komposition, tiefe musikalische Empfindung.

Als Kantorin spielt Juliane Felsch-Grunow nicht nur bei den Gottesdiensten. Sie leitet auch die Rheinsberger Kantorei, den Bläserchor und den Orgelkurs an der Rheinsberger Musikakademie, bei dem ein Mal im Monat Nachwuchsorganisten aus ganz Brandenburg und teilweise auch Mecklenburg zum Üben zusammenkommen. Über das Programm für die Pfingstmusiktage wird sie ebenfalls nachdenken müssen. „Das ist ein kreativer Beruf“, sagt die zierliche Musikerin. Dazu gehört: Stücke anhören, Noten auswählen, an Programmen zu tüfteln. Juliane Felsch-Grunow ist keine, die es sich leicht macht.

Geplant sind Konzerte zu später Stunde

Die Kirchenmusikerin kommt mit vielen Ideen. Neben der schon etablierten Konzertreihe würde sie gern eine kleines Programm mit Konzerten zu später Stunde auflegen. Mit Akustikkonzerten in kleinem Format will sie die Kirche öffnen „für alle, die Lust auf ein Konzert an einem schönem Ort haben“. Anschließend könnten die Konzertgäste auf dem oft so leeren Kirchplatz zusammensitzen und bei Wein und Flammkuchen plaudern. Erste Kontakte für eine solche Reihe hat sie schon geknüpft. Sie selbst möchte mit einer befreundeten Pfarrerin ein Abendliederprogramm spielen. Der Abend und seine Stimmung, sagt Juliane Felsch-Grunow, sei so eines ihrer Themen. Über Abendlieder hatte sie die Abschlussarbeit in ihrem ersten Studium geschrieben.

Mit dem Aufbau eines Kinderchores liebäugelt sie auch. Das wäre so eine weitere Herzenssache. Wie sich alle diese Verpflichtungen und Wünsche in einer 75-Prozent-Stelle unterbringen lassen, kann Juliane Felsch-Grunow noch nicht abschätzen. Neben ihrer Kantorinnenarbeit will die 30-Jährige ihr Kirchenmusikstudium in Berlin bewältigen. Alles in allem ein Riesenprogramm. Für die, die sie kennen, nicht weiter überraschend. Sie ist eine Fleißarbeiterin. Sie mutet sich viel zu. „Ich bin ehrgeizig“, sagt sie. „Ziemlich dolle sogar.“ Verbindlich ist sie auch. Ihre Klavierschüler an der Musikschule will sie in keinem Fall aufgeben. Seit Jahren schon unterrichtet sie dort. „Die musikalische Bildung in der weiten Prärie liegt mir sehr, sehr am Herzen.“

Erste Erfahrungen als Kantorin sammelte sie in Berlin

Erste Erfahrungen als Kantorin sammelte Juliane Felsch-Grunow in einer Kirchengemeinde in Spandau-Hakenfelde. Dass sie sich von dort nach Rheinsberg bewarb, fühlte sich für die Neuruppinerin nur selbstverständlich an. „Hier ist mein Heimatkirchenkreis“, sagt sie. „Hier bin ich getauft, konfirmiert und kirchlich getraut worden.“ Mit einigen Pfarrern ist sie befreundet, auf fast alle Orgeln in der Region hat sie schon mal gespielt. „Hier kann ich gleich losarbeiten“, sagt sie. „Ohne falsche Eitelkeiten.“

Zum Orgelspiel kam Juliane Felsch-Grunow spät. „Ich war eigentlich so ein klassisches Klaviermädchen“, sagt sie. Ihren ersten Unterricht bekam sie als Vierjährige. Die Neuruppiner Klavierlehrerin Karen Henning begleitete und förderte sie viele Jahre. Felsch-Grunow übt zielstrebig. Zweistündige Fingerübungen? Da muss man eben durch.

Mit dem Orgelspiel begann sie erst als Erwachsene

Den ersten Orgelunterricht nahm Felsch-Grunow erst als Erwachsene. In einer persönlich sehr schwierigen Phase vertieft sie sich in das Orgelspiel. „Da erwuchs so viel Energie“, sagt sie. „Meine musikalische Welt ist förmlich explodiert.“ Dass sie, die studierte Musik- und Kulturwissenschaftlerin, sich später einen Studienplatz für Kirchenmusik an der Universität der Künste erkämpfen konnte, ist für Juliane Felsch-Grunow „eines der größten Geschenke meines Lebens“. Ihr Dozent, der holländische Organist Leo van Doeselaar, ermöglichte es ihr und ihren Kommilitonen, an den besten Orgeln zu spielen. Ein überwältigendes Erlebnis. „Das hilft auch über Durststrecken.“

Vier Kirchenmusiker sind derzeit im Kirchenkreis angestellt – so viele wie noch nie. Juliane Felsch-Grunow würde gern auch in kleineren Dorfkirchen spielen. „Natürlich sollen auch die dünner besiedelten Gebiete von uns Kirchenmusikern etwas abbekommen.“ Sie schätze den technischen Komfort der modernen Orgeln in Rheinsberg und Neuruppin. Doch gerade die alten Orgeln – in Wustrau etwa, in Dabergotz oder in Radensleben – haben „einen großen Zauber und Charme“.

Von Frauke Herweg

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