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Neue Kitaplätze für Flüchtlingskinder geplant

Ostprignitz-Ruppin reagiert auf Zuwanderung Neue Kitaplätze für Flüchtlingskinder geplant

Keiner weiß, wie viele Flüchtlinge und wie viele Kinder in den nächsten Wochen in Ostprignitz-Ruppin ankommen werden. Damit dennoch jedes Kind eine Kita besuchen kann, will die Kreisverwaltung in Neuruppin neue Kitaplätze schaffen, zumindest zeitweise. Denn viele Kita sind bereits voll. Deshalb sind ebenfalls Eltern-Kind-Gruppen geplant.

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Quelle: Peter Geisler

Neuruppin.  Damit Kinder von Asylbewerbern und Flüchtlingen eine Kita besuchen können, sollen in Ostprignitz-Ruppin neue Kitaplätze geschaffen werden – zumindest zeitweise. Denn niemand weiß, wann und wie viele Mädchen und Jungen in den nächsten Wochen in der Region untergebracht werden müssen. Die Kreisverwaltung in Neuruppin erfährt von der Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt im günstigsten Fall zwei Tage zuvor, wie alt die Flüchtlinge sind, die auf die Reise nach Ostprignitz-Ruppin geschickt werden. Das macht das Planen so schwierig – sowohl für die Kreisverwaltung als auch für die Städte, Ämter und Gemeinden, in denen die Flüchtlinge dann schließlich untergebracht werden.

 Der Landkreis will deshalb jetzt auch flexible Betreuungsmodelle wie Eltern-Kind-Gruppen in die Kitabedarfsplanung aufnehmen. Denn in vielen Kitas gibt es kaum noch freie Plätze.

Für die Fontanestadt trifft das überraschenderweise nicht zu. Neuruppin hat in seinen Kitas zurzeit genügend Platz, auch für Flüchtlingskinder. „Wir haben kein Problem“, versichert Bürgermeister Jens-Peter Golde. „Und es wird auch in den nächsten Monaten kein Problem werden.“

In den vergangenen Jahren hatte die Fontanestadt regelmäßig für Schlagzeilen gesorgt, weil nicht alle Eltern einen Kitaplatz fanden. Die Stadtverwaltung sprach zwar nicht von Wartelisten, de facto gab es die aber.

Landkreis eröffnete eine weitere Kita

Diese Zeiten sind vorbei, wenn man Golde glaubt. „Der Kreis hat ja an der Alt Ruppiner Allee eine weitere Kita eröffnet“, sagt der Rathauschef. „Und die privaten Kitas haben zum Glück auch ausreichend Kapazität. Sonst hätten wir sicher schon ein Problem.“ Dass mit der Übernahme durch die Stephanus-Bildungsgesellschaft ab Januar auch die Kita „Miteinander“ am Bullenwinkel gerettet ist, findet Golde wichtig.

Gebraucht wird in Neuruppin jede Einrichtung – nicht nur, um Kinder von Flüchtlingen aufnehmen zu können. Denn von den 20 Plätzen in der Kita „Alleemäuse“ des Kreises, die für Mädchen und Jungen unter drei Jahren gedacht ist, sind bereits 18 Plätze belegt. Ähnlich sieht es bei der Kreis-Kita „Lila-Sausewind“ aus.

„Wir sind voll“, sagt ebenfalls Rheinsbergs Bürgermeister Jan-Pieter Rau. In den Kitas in der Prinzenstadt gibt es demnach vielleicht mal einen oder zwei freie Plätze. Aber ansonsten sei nichts zu machen. Rau findet es gut, wenn die Kinder der Flüchtlinge möglichst schnell in eine Kita gehen. „Sie lernen dort mit ihren gleichaltrigen Freunden spielerisch die deutsche Sprache.“ Meist können sie dann gleich ihren Eltern helfen, Deutsch zu lernen. Rau ist deshalb kein Fan davon, Kitas direkt in Flüchtlingswohnheimen einzurichten. Dort wären die Kinder, die aus Syrien, Tschetschenien oder Afghanistan kommen, weitgehend unter sich. Das macht das Erlernen einer fremden Sprache nicht gerade leichter.

Um auf den sich abzeichnenden zusätzlichen Bedarf an Kitaplätzen vorbereitet zu sein, will Ostprignitz-Ruppin die Kitabedarfsplanung vorziehen. Einen Termin dafür gibt es aber noch nicht.

Gut 7200 Kinder können betreut werden

In Ostprignitz-Ruppin können derzeit gut 7200 Mädchen und Jungen in kommunalen oder privaten Kitas sowie bei Tagespflegepersonen und Horten betreut werden. Allerdings sind dabei bereits Ausnahmen berücksichtigt. Laut dem aktuellen Kitaplan 2015/16 gibt es 6880 Plätze.

Die Auslastungsquote in den kreisweit über 80 Kitaeinrichtungen liegt bei über 90 Prozent. Wird allein die Regelkapazität betrachtet, sind die 6880 Plätze zu 96,5 Prozent ausgelastet. Werden die Kitas mitgerechnet, in denen ausnahmsweise mehr Kinder betreut werden dürfen (die dann weniger Platz zum Spielen haben), beträgt die Auslastungsquote immer noch 92,1 Prozent.

Die Zahl der betreuten Kinder in Ostprignitz-Ruppin ist im Vergleich von 2012 zum Juni 2014 bereits deutlich um 300 gestiegen. Ein Grund dafür ist, dass immer mehr Eltern ihr Kind in einer Kita betreuen lassen, auch wenn es noch keine drei Jahre alt ist. Den Rechtsanspruch darauf gibt es wieder seit August 2013 im Land Brandenburg. Seitdem wird und wurde in vielen Kitas mit Hilfe des Landes in Spiele und Mobiliar für Kinder unter drei Jahren investiert.

Von Andreas Vogel und Reyk Grunow

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