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Ostprignitz-Ruppin Neue Kyritzer Pfarrerin: „Ziehe nicht gerne um“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neue Kyritzer Pfarrerin: „Ziehe nicht gerne um“
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00:16 05.04.2016
Anna Hellmich auf der Gartentreppe ihres Pfarrhauses in der Maxim-Gorki-Straße. Quelle: Matthias Anke
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Kyritz

Seit Jahresbeginn hat Kyritz eine neue Pfarrerin. Es ist die 35-jährige Anna Hellmich, die in den vergangenen zwei Jahren ihr Vikariat, das Praktikum angehender Pfarrer also, in der Kirchengemeinde Neuruppin absolvierte. Der Einführungsgottesdienst erfolgte im Januar. Vor einigen Tagen aber erst wurde sie in Berlin ordiniert, für ihr nun geistliches Amt gesegnet. Es ist eine Vollzeitstelle, die für die kommenden zwei Jahre jedoch als sogenannter Entsendungsdienst gilt, weil es ihre erste Stelle nach dem Studium ist, einer Probezeit gleich. Es ist aber gut möglich, dass sie auch im Anschluss bleibt, wie Anna Hellmich im Interview sagt.

Frau Hellmich, als Sie vor nunmehr über zwei Jahren erfuhren, dass Sie nach Neuruppin geschickt werden, hatten Sie zunächst geheult. So erzählten Sie das jedenfalls meinem Kollegen dort. Wie war Ihnen denn nun mit Blick auf Kyritz zumute?

Anna Hellmich: Also ich fand Kyritz ganz schön klein. Aber das habe ich über Neuruppin am Anfang auch gedacht. Ich glaube, es gibt viel zu entdecken und viel spannende Kulturarbeit. Ich bin sehr freundlich hier empfangen worden, das motiviert mich auf jeden Fall.

Das klingt, als würden Sie Ihren neuen Gemeindegliedern für eine lange Zeit erhalten bleiben.

Hellmich: Ich bin mit der Perspektive nach Kyritz gekommen, mir das alles erst mal anzusehen. Und es geht ja auch darum, sich zunächst beiderseitig anzusehen. Was ich aber schon jetzt sagen kann: Ich ziehe nicht so gerne um. Das musste ich insgesamt nämlich schon sieben Mal und mag es überhaupt nicht.

Wie gut konnten Sie sich denn in den vergangenen drei Monaten schon einleben?

Hellmich: Erfahrungsgemäß brauche ich zwei Jahre, um mich einzuleben. Also in der Region an sich bin ich damit ja schon mal angekommen.

Worin besteht denn der größte Unterschied zwischen Ihrer Arbeit heute und der während des Vikariats?

Hellmich: Es ist eine ganz andere Ausgangssituation, denn ich habe jetzt mehr Befugnisse und trage damit auch viel mehr Verantwortung. Bislang musste ich ja beispielsweise keine Geschäfte führen beziehungsweise durfte es nicht, sondern sah mir das immer nur an. Derzeit arbeite ich mich zusammen mit meinem Kyritzer Kollegen Sascha Gebauer in das Geschäftsgeschehen rein. Und ich habe jetzt auch Stimmrechte im Gemeindekirchenrat und bei Synoden.

Sie haben neulich bei der Synode in Wittenberge mitgestimmt, als es um die Fusion der Kirchenkreise Kyritz-Wusterhausen und Prignitz ging?

Hellmich: Ja, da durfte ich das zum ersten Mal. Es ging dort auch um den Sitz des neuen Evangelischen Kirchenkreises Prignitz, der ja nun Perleberg wird. Dass Kyritz keine Superintendentur bleibt, war klar, und auch dass wir aus dem südlichen Bereich wegen der Entfernungen lieber Bad Wilsnack gesehen hätten. Tja, überstimmt, aber in Ordnung.

Inwieweit entspricht denn der Bereich, für den Sie zuständig sind, dem Ihrer Vorgängerin Aljona Hofmann?

Hellmich: Es ist derselbe Bereich, also neben Kyritz an sich sind das die Dörfer Mechow, Drewen und Gantikow. Auch die Krankenhausseelsorge habe ich übernommen und teile sie mir aber mit Lars Haake aus Sieversdorf und Hans-Georg Scharnbeck aus Kolrep.

Wenn man da so frisch ins Amt einsteigt, also noch keine jahrelange Routine besitzt, ist das doch sicherlich eine ganze Menge Arbeit.

Hellmich: Eigentlich ist das noch gut überschaubar. Ich kenne Kollegen, die müssen an die 15 Orte betreuen. Zudem habe ich hier schon viele Menschen kennengelernt, die ehrenamtlich mitarbeiten in den Gemeinden und gute Arbeit leisten. Das entlastet einen natürlich. Und auch die Gemeindekirchenräte sind intakt. Bei diesen Sitzungen darf ich jetzt übrigens auch mitstimmen. Zuvor hatte ich in diesen Gremien nur Rederecht.

Was bieten Sie den Gemeindegliedern denn an neben der üblichen Pfarrarbeit wie Taufen, Eheschließungen, Beerdigungen?

Hellmich: Ich führe erst mal weiter, was da ist, und werde ja sehen, was die Leute brauchen. Nur bei der Frauenoase kann ich aus zeitlichen Gründen leider nicht dabei sein. Das wird auch als sehr schade gesehen, geht im Moment nur leider nicht anders.

Welche neuen Ideen hätten Sie denn?

Hellmich: Neben einem Bibelkreis wäre das ein Diskutierzirkel, in dem es mal nicht nur um Glaubensfragen, sondern politische oder philosophische Betrachtungen geht. Das wäre was, wenn es gewollt wird. Es gibt aber hier in Kyritz den Kreuz-und-Quer-Kreis, mit dem ich am 9. April zum ersten Mal arbeite. Ich bin sehr gespannt. Vielleicht habe ich meinen Diskutierzirkel da auch schon gefunden.

Aktuell ist ja die Flüchtlingsarbeit über die Kirchen ein großes Thema. Wo sind Sie da zu finden?

Hellmich: Pfarrer Gebauer und ich sitzen mit am runden Tisch, den es in Kyritz ja seit einiger Zeit nun gibt, quasi als Unterstützernetzwerk. Wenn ich mich da jetzt richtig hineinstürze, koordiniere, vernetze, Veranstaltungen wie das Begegnungscafé regelmäßig mit vor- und nachbereite, dann wird die Arbeit mit Geflüchteten zu einem festen Bestandteil der Gemeindearbeit. Ob das so sein soll, hängt davon ab, ob die Menschen es langfristig brauchen. Das bleibt abzuwarten. Außerdem werden wir von hier ankommenden Menschen angesprochen, sollen unseren Glauben erklären. In unserem Kirchenkreis startet daher ab nächster Woche ein Glaubenskurs. Und ob ich nun von 100 Leuten oder nur einem oder zweien angesprochen werde, bin ich für sie dann ja Pfarrerin und nicht nur Anna.

Und was macht Anna Hellmich sonst so außerhalb von Gottesdiensten?

Hellmich: Ich tanze und singe sehr gerne, spiele Gitarre. Musik spielt für mich eine sehr große Rolle.


Von Matthias Anke

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