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Ostprignitz-Ruppin Neue Molchowbrücke wird viel teurer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neue Molchowbrücke wird viel teurer
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02:20 14.04.2018
Mehrere jahrhundertealte Bäume mussten für den Brückenbau weichen. Die Fällungen waren nicht nur im Ort lange umstritten. Quelle: Peter Geisler
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Molchow

Die neue Molchowbrücke kommt nicht nur später als geplant – sie wird auch deutlich teurer. Noch sind die Arbeiten gar nicht ausgeschrieben und trotzdem ist sich die Stadtverwaltung schon sicher, dass das bisher eingeplante Geld auf keinen Fall ausreichen wird.

Allein die Auflagen der Naturschutzbehörde treiben die Baukosten um fast ein Viertel nach oben, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Für die Brücke über den Rhin in Molchow hatte die Stadt zuletzt Kosten von 720 000 Euro angesetzt, sagte Baudezernent Arne Krohn jetzt im Bauausschuss.

Stadt: Kosten für den Naturschutz steigen auf das Zehnfache

Weitere 20 000 Euro waren für Naturschutzmaßnahmen eingeplant. Tatsächlich braucht die Stadt dafür aber fast zehnmal so viel Geld. „Wir rechnen zurzeit mit etwa 190 000 Euro, die bisher so nicht in den Kosten enthalten waren“, sagt Krohn.

So oder so ähnlich soll die neue Brücke in Molchow einmal aussehen. Damit der hohe Bogen in der Landschaft weniger auffällt, soll er grün oder bräunlich gestrichen werden, fordert die Naturschutzbehörde beim Landkreis. Quelle: Stadt Neuruppin

Dass Molchow in einem sensiblen Gebiet liegt, ist nicht überraschend. Das Areal gehört zum Naturpark Stechlin-Ruppiner Land und liegt zudem noch im Landschaftsschutzgebiet Ruppiner Wald- und Seengebiet.

Das galt allerdings auch für zwei andere Brückenbauprojekte in der Vergangenheit, nicht weit entfernt: den Neubau der Fristowbrücke und den Bau der neuen Stendenitzbrücke.

Kreis fordert Ersatzpflanzungen und Begleitung durch Fachleute

Auch bei denen gab es Auflagen der Naturschutzbehörde beim Landkreis, jedoch viel geringere, sagt Krohn. Damals hätten die so genannten naturschutzrechtlichen Begleitkosten bei etwa 2,5 Prozent aller Baukosten gelegen. Die Stadtverwaltung habe mit ähnlichen Ausgaben auch diesmal gerechnet.

Tatsächlich fordert der Landkreis im Fall der Molchowbrücke, dass für die gefällten alten Bäume 15 neue gepflanzt werden müssen. Außerdem erwartet der Kreis „eine ökologische Baubegleitung“ durch Fachleute, so Kreissprecherin Britta Avantario. Beides scheint nicht ungewöhnlich bei Arbeiten im Landschaftsschutzgebiet.

Die alte Molchowbrücke war eine schlichte Konstruktion aus Stahl im Unterbau und Holz. Die Stadtverwaltung ließ sie 2017 teilweise abreißen, damit den Bau niemand mehr betreten kann. Quelle: Peter Geisler

Der Ortsbeirat hatte lange gegen die neue Brücke protestiert, die die Stadt über den Rhin bauen will. Sie sei viel zu mächtig und passe überhaupt nicht in die Landschaft, kritisierte Ortsvorsteher Uwe Schürmann.

Vorschlag aus dem Ortsbeirat bleibt ohne Chance

Die Molchower hatten einen Planer ins Rennen geschickt, der einen schlichteren Vorschlag für eine neue Brücke erstellt hat. Diesen Entwurf lehnt die Stadtverwaltung aber als zu teuer ab.

Die Naturschutzauflagen wären auch bei der Variante des Ortsbeirates nicht geringer gewesen, sagt Arne Krohn. Für beide Brückenprojekte mussten eine jahrhundertealte Eiche und andere Bäume weichen, die bisher am Ufer des Rhins standen, so Krohn. Die Abstimmung mit dem Kreis sei sehr aufwändig gewesen.

Erst vor zwei Wochen hatte Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde überraschend erklärt, dass der geplante Baustart für die Molchowbrücke in diesem Frühjahr nicht zu halten ist.

Die Baufirmen sollen mehr Zeit für ein Angebot bekommen. Krohn geht inzwischen von einem Baubeginn Anfang Oktober aus. Vorausgesetzt, die Stadtverordneten segnen die höheren Baukosten ab; dazu ist Ende August eine Sondersitzung geplant. Im April 2019 könnte die Brücke nach aktuellem Stand fertig sein.

Von Reyk Grunow

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