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Ostprignitz-Ruppin Neue Schau spürt slawischer Geschichte nach
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neue Schau spürt slawischer Geschichte nach
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00:23 06.03.2018
Doch keine Götterfigur der Slawen: Die Prillwitzer Idole sind eine Kunstfälschung. Quelle: Frauke Herweg
Wustrau

Es ist ein Sensationsfund, den der Hobby-Archäologe Frank Slawinski im Oktober 2015 macht. In einem Hang bei Lebus entdeckt er einen etwa 950 Jahre alten Silberschatz. Ein reicher slawischer Händler hat die Münzen dort vermutlich vergaben. Ein heimliches Depot, geschützt unter der Erde.

Ein Hobby-Archäologe hatte ihn entdeckt: den Lebuser Silberschatz. Quelle: Frauke Herweg

Seit Sonnabend zeigt das Brandenburg-Preußen Museum in Wustrau die Münzen in seiner neuen Ausstellung „Germania Slavica und der Lebuser Silberschatz“. Die Schau spürt der frühen brandenburgischen Geschichte nach – einer Geschichte von Einwanderern. Slawen beginnen im siebten Jahrhundert die Region zu besiedeln. Die Ausstellungsstücke – Gefäße, im Haar getragene Schläfenringe oder filigrane Gürtelhaken – erzählen davon.

Der Fundort war kein Zufall

Auch der große Silberschatz ist ein solches Zeugnis. Dass er bei Lebus vergraben wurde, ist für Ken Krüger, der am Sonnabend durch die Ausstellung führt, nicht überraschend. Durch Lebus führten damals wichtige Handelsstraßen, es gab reiche Leute in der Stadt. „Dieses Geld war keine Grabbeigabe“, sagt Krüger. „Jemand hat versucht, es in Sicherheit zu bringen.“

Ebenfalls in der Ausstellung zu sehen: die wohl berühmtesten Kunstfälschungen der preußischen Geschichte. Beim Pflanzen eines Pflaumenbaumes hatte eine Familie um 1750 bei Neubrandenburg die Prillwitzer Idole gefunden – slawische Götzenbilder, die aus dem zentralen slawischen Heiligtum Rethra stammen sollen. Etwa 100 Jahre lang gelten die handgroßen Figuren als bedeutender historischer Fund. Um 1850 werden die angeblich slawischen Götterfiguren als Fälschungen aus friderizianischer Zeit entlarvt.

Die Finder waren die Fälscher

Als sicher gilt heute, dass die Finder der vermeintlichen Götterfiguren auch ihre Fälscher waren. „Der Finder selbst hatte eine Goldschmiedewerkstatt“, sagt Krüger. Erst spätere Forscher entdecken, dass mit den Runen, die erst als Beleg slawischer Herkunft gelten, etwas nicht stimmen kann.

Ausstellung zum Ausprobieren: Wer möchte, kann einen Knochenstempel in die Hand nehmen. Quelle: Frauke Herweg

„Bitte anfassen!“ heißt es in einer Ecke des Ausstellungsraumes, in dem junge Besucher sich mit den Kulturtechniken aus der Slawenzeit vertraut machen können. Wer möchte, kann etwa mit einem Knochenstempel Mustern auf einer Tonplatte nachspüren oder schnuppern, wie Wachs, mit dem die Slawen einst handelten, riecht. Starke Besucher können zudem ein 25-Kilo-Gewicht hochreißen – etwa so schwer war die Rüstung eines Ritters.

Die Ausstellung „Germania Slavica und der Lebuser Silberschatz“ ist bis zum 16. September zu sehen. Das Brandenburg-Preußen Museum hat bis Ende März dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet, danach dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr.

Von Frauke Herweg

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