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Neue Temporegel für Kyritzer Altstadt in Sicht

Verkehr Neue Temporegel für Kyritzer Altstadt in Sicht

Der verkehrsberuhigte Bereich im Zentrum von Kyritz, in dem Schritttempo gilt, soll aufgehoben werden. Das sieht ein Teil des neuen Leitbildes „Verkehr und Mobilität“ vor. Das Gebiet soll demnach umgewandelt werden in einen „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“, in dem dann Tempo 20 gilt – mit einer Ausnahme.

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Schritttempo einzuhalten, also etwa fünf bis sieben Stundenkilometer, ist vielen Kraftfahrern eine Qual – und entgegen der bisherigen Regelung in der Kyritzer Altstadt offenbar doch nicht nötig.

Quelle: Matthias Anke

Kyritz. Würde die Polizei öfter kontrollieren, stünde die halbe Stadt bald ohne Fahrerlaubnis da, wurde schon geunkt. Denn an die Regeln im verkehrsberuhigten Bereich der Kyritzer Innenstadt von der Schulstraße über den Marktplatz bis zur Hamburger Straße halten sich augenscheinlich wenige Kraftfahrer. In der volkstümlich oft noch Spielstraße genannten Zone gilt Schrittgeschwindigkeit. Allerdings entspricht diese Zone nicht den Richtlinien eines solchen verkehrsberuhigten Bereichs. Das ergab laut Stadtverwaltung eine Überprüfung.

Demnach „wurde festgestellt, dass die gegenwärtig gültige verkehrsrechtliche Anordnung von 2001 nicht den Richtlinien eines verkehrsberuhigten Bereiches entspricht. Auch widerspricht die Bewirtschaftung der ausgewiesenen Stellflächen mit dem Ziel eines möglichst häufigen Wechsels dem Grundsatz eines verkehrsberuhigten Bereiches, wodurch zusätzlicher Verkehr in den Bereich gezogen wird“. Vorgeschlagen wird deshalb, das Gebiet in einen „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ umzuwandeln. Statt Schrittgeschwindigkeit würde Tempo 20 gelten. Die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses befürworteten das bereits. Kommenden Dienstag, 24. November, wird sich im Hauptausschuss erneut mit dem Thema beschäftigt. Die Entscheidung fällt die Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch, 9. Dezember.

Auch Tempo 10 war im Gespräch, es ist aber derzeit nicht umsetzbar

„Tempo 20 kriegt man hin, jedenfalls besser als Schrittgeschwindigkeit“, sagte Thomas Michaelis (SPD) mit Blick auch auf die zahlreichen Verstöße. Der Ausschussvorsitzende Hans-Jürgen Päzolt (CDU) hält diese neue Geschwindigkeit ebenso für „angemessen“.

Im Vorfeld war Tempo 10 als Alternative im Gespräch. Dies aber ist laut Bauamtsleiterin Angela Schulz derzeit nicht durchsetzbar, da es im Verkehrszeichenkatalog nicht aufgeführt ist.

„Die Gliederung der Straßen entspricht nicht den Voraussetzungen eines verkehrsberuhigten Bereiches“, erklärte Angela Schulz weiterhin, weshalb die bisherige Regelung aufgehoben werden soll. So sind trotz der Bordsteinabsenkungen Fahrbahnen und Gehwege durch Gerinneführungen getrennt optisch wahrnehmbar. Und obwohl den Fußgängern der gesamte Verkehrsraum gleichrangig mit den Kraftfahrzeugen zur Verfügung steht, werden in der Regel vornehmlich die Gehwege genutzt. Von den Nutzern werde dieser Verkehrsraum daher bereits jetzt schon wie ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich in Anspruch genommen.

Zudem seien 20 Stundenkilometer von den Verkehrsteilnehmern nicht nur leichter einzuhalten, sondern auch besser zu kontrollieren. Es werde zugleich eine „rechtssichere Grundlage“ geschaffen, was die Erhebung von Parkgebühren angeht, erklärte die für Ordnungsangelegenheiten zuständige Amtsleiterin Veronika Lausch. Bislang werde vor allem der östliche Marktplatz, also der dem Rathaus und der Apotheke vorgelagerte Teil, oft noch als Parkplatz genutzt. Die „Spielstraßen-Schilder“ stünden an der Bachstraße beziehungsweise am Beginn der Schulstraße schlicht zu weit weg. „Das galt oft als Ausrede“, sagte Veronika Lausch. Nun würden diese Schilder an den Marktplatz heranrücken, denn allein dieser Bereich bleibt als ein tatsächlich verkehrsberuhigter Bereich erhalten. Zwar gibt es auch dort eine gewisse Gliederung in Gehwege und Fahrbahnen, doch übergeordneter sei es hierbei, „Fußgängern ungehinderten Bewegungsraum vorzuhalten“. Ausgewiesene Parkplätze gibt es auf dieser Fläche, die zudem als Wochenmarkt genutzt wird, keine.

Kommt es nun zu einem positiven Votum der Stadtverordneten, muss noch der Landkreis in der Sache angehört werden. Daher wird damit gerechnet, diese neue Regelung erst im ersten Quartal des kommenden Jahres umsetzen zu können.

Von Matthias Anke

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