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Ostprignitz-Ruppin Neue Triebwagen behindern Rollstuhlfahrer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neue Triebwagen behindern Rollstuhlfahrer
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13:19 26.11.2016
Rollstuhlfahrer sind beim Prignitz-Express künftig auf sogenannte Überfahrrampen wie diese angewiesen. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Menschen, die im Rollstuhl sitzen und mit dem Prignitz-Express verreisen wollen, sind künftig beim Ein- und Aussteigen in den Zug auf die Hilfe von anderen angewiesen. Der Grund: Die neuen Triebwagen vom Typ „Coradia Lint 41“ der französischen Firma Alstom sind zwar im Inneren barrierefrei und verfügen auch über eine Toilette, in der ausreichend Platz für Rollstuhlfahrer ist. Doch die Triebwagen sind schmaler als die jetzigen Züge auf der Strecke. Die Folge ist ein gut 30 Zentimeter großer Spalt zwischen Bahnsteigkante und Zugabteil. „Das ist ein richtiger Rückschritt“, sagte OPR-Landrat Ralf Reinhardt (SPD) am Donnerstagabend beim Kreisausschuss in Neuruppin.

Ein Zugbegleiter in jedem Wagen

Während Reinhardt enttäuscht ist, wollte der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) am Freitag nichts von einem Rückschritt wissen. Vielmehr wies der VBB auf die positiven Veränderungen auf der Strecke hin. Immerhin sei ab dem Fahrplanwechsel in jedem Wagen ein Zugbegleiter. Zudem verfügten alle Züge über eine Einstiegshilfe, versicherte VBB-Sprecherin Elke Krokowski.

Bei der Einstiegshilfe handelt es sich um eine sogenannte Überfahrrampe, die mindestens 1,30 Meter lang und mindestens 80 Zentimeter breit ist. Die Rampe befinde sich in der Nähe der Tür zum Mehrzweckbereich mit der behindertengerechten Toilette und sei für beide Einstiegsseiten nutzbar, so Krokowski. Bei Bedarf werde die Rampe, die für ein Maximalgewicht von 350 Kilogramm zugelassen ist, durch den Zugbegleiter angelegt. Damit sei das Kriterium der Barrierefreiheit erfüllt, sagte die VBB-Sprecherin.

Schöner Bahn fahren mit neuen Triebwagen >

Bahn will barrierefreien Tourismus fördern

Eine derartige Antwort hatte der Landrat erwartet – und ist darüber dennoch verwundert. Immerhin hat sich auch bei Bahnbetreibern längst herumgesprochen, wie wichtig barrierefreie Angebote sind, bei denen beispielsweise Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe zurecht kommen können. Die Deutsche Bahn (DB) hat in diesem Jahr sogar einen Preis „Tourismus für alle“ ausgelobt, mit dem sie den barrierefreien Deutschlandtourismus fördern will.

Zu den drei Erstplatzierten des DB-Awards, der am 5. Dezember in Berlin vergeben werden soll, wird pikanterweise der Tourismusverband Ruppiner Seenland gehören. Dieser hat einen Beitrag eingereicht, in dem es um eine barrierefreie Reise und einen achttägigen Aufenthalt im Bereich des Ruppiner Seenlandes für Besucher mit Behinderungen und Einschränkungen geht. Immerhin gibt es in Rheinsberg mit dem Haus Rheinsberg der Fürst-Donnersmarck-Stiftung das deutschlandweit größte Hotel, das sich direkt an den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen orientiert. Das Hotel, das über 180 Betten in den 107 Zimmern verfügt, ist fast ständig gut ausgelastet. Viele Gäste kommen mit dem Zug. Da dieser aber nur in der Saison nach Rheinsberg fährt, bietet das Hotel sogar einen kostenlosen ­Shuttle-Service vom Bahnhof in Gransee nach Rheinsberg an.

Neue Züge kommen erst ab Ende Dezember

Etwas Zeit haben Rollstuhlfahrer noch, die mit dem Prignitz-Express unterwegs sind, bevor sie auf die Hilfe des Zugpersonals wegen der Rampe angewiesen sind. Denn die ersten neuen und schmaleren Triebwagen werden erst Ende Dezember auf der Strecke erwartet. Der aus insgesamt 14 Doppeltriebwagen bestehende Fuhrpark für die Strecke zwischen Wittenberge, Neuruppin und Berlin soll bis Mai 2017 umgestellt sein.

Von Andreas Vogel

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