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Neuer Ärger um Party-Hangar in Neuruppin

Kein Public Viewing bei Fußball-EM Neuer Ärger um Party-Hangar in Neuruppin

Bei der Fußball-WM vor zwei Jahren durfte Frank Hartmann noch zum Public Viewing in seinen Hangar auf dem einstigen Neuruppiner Flugplatz einladen. Für die Fußball-EM hat ihm das der Landkreis Ostprignitz-Ruppin untersagt. Die Gründe kann Hartmann nicht nachvollziehen: Der 58-jährige Handwerker ist sauer, wie die Behörden arbeiten.

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Fußball hat viele kleine und große Fans. Auch deshalb ist Public Viewing beliebt: Es macht mehr Spaß, gemeinsam Spiele anzusehen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Einige Monate war es ruhig um den geplanten Party-Hangar auf dem Neuruppiner Flugplatz. Doch jetzt gibt es neuen Ärger. Grund: Besitzer Frank Hartmann hatte bei der Stadt angemeldet, dass er während der Fußball-Europameisterschaften die Spiele der deutschen Mannschaft sowie das Endspiel öffentlich bei freiem Eintritt für alle Fußballfans in seinem Hangar 312 zeigen will.

Mit Problemen rechnete der Handwerker nicht. Immerhin war das Public Viewing im Hangar schon bei der Fußball-WM vor zwei Jahren gut angekommen. Zudem hat der 58-Jährige seit Ende Dezember 2015 eine Baugenehmigung und ist dabei, die Auflagen der Behörden zu erfüllen – so weit diese sich nicht von selbst erledigt haben. Denn laut Hartmann hat der Kreis inzwischen eingeräumt, dass es im Hangar Fenster gibt und diese nicht erst eingebaut werden müssen. Zudem will Hartmann nun aus Kostengründen doch keine Toiletten in den Hangar einbauen, sondern bei Veranstaltungen Miettoiletten organisieren, die vor der einstigen Flugzeuggarage aufgestellt werden. „Am Mittwoch bespreche ich das mit meinem Bauingenieur.“ Damit müsste er lediglich noch Waschbecken im Hangar installieren und anschließen sowie die Noteingänge mit den entsprechenden Leuchtschildern ausstatten.

Gleichwohl hat Hartmann die Rechnung ohne die Verwaltung gemacht. Denn das Neuruppiner Rathaus teilte ihm jetzt nach Rücksprache mit dem Bau- und Umweltamt des Kreises mit, dass die sogenannte Nutzungsuntersagung weiterhin gilt. Hartmann ist davon überrascht und sauer. „Das wäre dasselbe, wenn man das gesamte Ruppiner Einkaufszentrum schließt, weil dort ein Laden umgebaut wird.“

Frank Hartmann, Besitzer des Hangars 312 auf dem einstigen Neuruppiner Flugplatz, ist sauer, wie die Verwaltung arbeitet

Frank Hartmann, Besitzer des Hangars 312 auf dem einstigen Neuruppiner Flugplatz, ist sauer, wie die Verwaltung arbeitet.

Quelle: Peter Geisler

Das Kreis-Bauamt hält an dem Veranstaltungsverbot fest. „Für 2014 lag eine Baugenehmigung für die zeitweilige Nutzungsänderung zum Public Viewing zur Fußball-Weltmeisterschaft vor“, sagte am Montag Kreissprecher Christian Damm. Mit der Ende 2015 ausgereichten Baugenehmigung sei zwar die dauerhafte Nutzungsänderung vom Flugzeughangar zur Kulturstätte genehmigt worden. Dies setze jedoch voraus, dass die beantragten und gestatteten Arbeiten auch umgesetzt würden, so der Kreissprecher Damm. Ein Baubeginn im Hangar sei aber bis jetzt noch nicht angezeigt worden.

Angesichts der immer wieder neuen Wendungen ist Hangar-Besitzer Hartmann angefressen. Hatte es doch zunächst sogar geheißen, dass er die Wände und den Fußboden des Hangars auf Altlasten prüfen solle. Nach mehreren Nachfragen erfuhr er jetzt, dass dies weder die Bodenbehörde noch das Gesundheitsamt gefordert hatten. Vielmehr soll darauf eine Mitarbeiterin der Bauaufsicht bei einem Gespräch mit dem Neuruppiner Rathaus gekommen sein. „Ich bin fassungslos“, so Hartmann.

Der Handwerker rechnet nicht mehr damit, dass er bis zur Eröffnung der Fußball-Europameisterschaft am Freitag, 10. Juni, die Genehmigung für das Public ­Viewing erhält. Dauerte es doch allein mehrere Monate, um zu erfahren, dass er doch kein Gutachten zu möglichen Altlasten im Fußboden des Hangars braucht.

Von Andreas Vogel

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