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Neuer Lufteinsatz gegen Spinner ist fraglich

Bürgermeister und Amtsdirektoren in Ostprignitz-Ruppin werten Giftaktion aus Neuer Lufteinsatz gegen Spinner ist fraglich

170 Menschen mussten sich im vergangenen Jahr noch in Ostprignitz-Ruppin von ihrem Arzt behandeln lassen, weil sie unter allergischen Reaktionen litten, die von den giftigen Nesselhaaren des Eichenprozessionsspinners ausgelöst wurden. Wegen solcher Vorfälle lässt der Kreis seit drei Jahren befallene Bäume aus der Luft mit Fraßgift besprühen.

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Quelle: Matthias Anke

Neuruppin. Es ist völlig offen, ob der Landkreis auch im nächsten Jahr wieder einen Gifteinsatz aus der Luft gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners starten wird. Abhängig ist das davon, wie erfolgreich die Aktion in diesem Jahr war und ob damit gerechnet werden muss, dass 2016 die Raupen wieder ein Gesundheitsproblem darstellen könnten.„Darüber wollen wir zusammen mit den Bürgermeistern und Amtsdirektoren Ende August beraten“, sagt Mathias Wittmoser, Ordnungsamtsleiter der Kreisverwaltung in Neuruppin.

Fragebögen werden an Arztpraxen der Region verschickt

Bis dahin will der Kreis auch die Fragebögen ausgewertet haben, die die Behörde diesmal anstelle des Landes an Arztpraxen in der Region geschickt hat. „Knapp die Hälfte“ der angeschriebenen Praxen habe bereits geantwortet, so Wittmoser. Mit Hilfe der Befragungen will der Kreis herausfinden, wie viele Leute in diesem Jahr wegen allergischer Reaktionen auf die giftigen Nesselhaare der Raupe den Arzt aufsuchen mussten. Deren Zahl hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verringert: 2012 waren es noch 300 Patienten, im vergangenen Jahr lediglich noch 170 (die MAZ berichtete).

Die Experten gehen davon aus, dass die Einsätze, bei der das klebrige Fraßgift Dipel ES versprüht wird, Wirkung zeigen. Hinzu kommt, dass Naturschützer seit Jahren darauf dringen, weniger Gift zu versprühen. Durch Dipel ES könnten mehr als 260 Schmetterlingsarten in Deutschland bedroht sein, hatte Werner Kratz vom Naturschutzbund (Nabu) Brandenburg schon vor Monaten gewarnt. Zudem sei die Wirkung des Giftes auf Fledermäuse, Vögel und andere Tiere nicht absehbar. Der Nabu plädiert deshalb für das Absaugen der Larven und verweist darauf, dass dies in den Niederlanden seit Jahren erfolgreich praktiziert werde. Selbst in Berlin wird der Grunewald wegen der Raupen nicht gesperrt. Vielmehr werden einfach Schilder aufgestellt, mit denen die Spaziergänger gewarnt werden.

Geld für den Spinner-Einsatz fehlt später den Gemeinden

Ähnliches machen viele Gemeinden auch schon in der Region – allerdings meist zusätzlich zu den Sprühaktionen. Diese gehen mächtig ins Geld. Zwar rechnet der Landkreis diesmal nur mit Gesamtkosten von 191 000 Euro, was im Vergleich zum Vorjahr (385 000 Euro) schon deutlich preiswerter ist. Doch dieses Geld fehlt den Gemeinden, um Schulen, Straßen oder Kitas zu sanieren. Auch deshalb soll Ende August beraten werden, ob im nächsten Jahr per Hubschrauber wieder Dipel Es versprüht werden soll.

Die Lufteinsätze hatte der Landkreis bereits in diesem Frühjahr deutlich reduziert. Während 2014 noch mehr als 1200 Hektar Fläche aus der Luft und rund 650 Bäume vom Boden aus besprüht wurden, hat sich das Verhältnis nahezu umgekehrt: Diesmal wurden lediglich 585 Hektar Fläche aus der Luft mit Dipel Es behandelt sowie 1400 Einzelbäume vom Boden aus. Amtsleiter Wittmoser hatte diesen Wandel damit begründet, dass mit den Sprühkanonen vom Boden aus die Raupennestern zielgerichteter getroffen werden können als aus der Luft. Ob sich das bestätigt hat, wird sich bei der Auswertung Ende August zeigen.

Von Andreas Vogel

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