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Neuer Versuch gegen Windräder

Protzen Neuer Versuch gegen Windräder

In der Nähe von Protzen (Gemeinde Fehrbellin) soll ein etwa 200 Hektar großes Eignungsgebiet für Windräder ausgewiesen werden. Der Ortsbeirat und eine Bürgerinitiative sind dagegen. Um die riesigen Anlagen zu verhindern, wollen Protzen und zwei weitere Dörfer Teil eines benachbarten Vogelschutzgebiet werden.

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Im Nordwesten Brandenburgs stehen bereits mehr als 900 Windräder, darunter auch bei Dabergotz.

Quelle: Andreas Vogel

Protzen. Die Angst vor den Windrädern ist groß. Deshalb will der Ortsbeirat von Protzen, dass das europäische Vogelschutzgebiet Rhin-Havelluch bis in die Gemarkungen von Protzen und Manker erweitert wird. Einen entsprechenden Antrag soll die Gemeinde Fehrbellin an das zuständige Landesumweltministerium stellen. Das hat der Ortsbeirat von Protzen am Dienstagabend einhellig beschlossen.

Kraniche und Störche auf den Feldern

Stimmt das Land dem Antrag zu, würde dies vermutlich das Aus für das geplante Windeignungsgebiet Nr. 28 bei Manker und Protzen bedeuten. Denn in einem anerkannten Vogelschutzgebiet sollen keine Windräder errichtet werden. „Kraniche, Gänse und Störche suchen auch bei uns auf den Äckern nach Futter“, sagte Dieter Sarnow. Der Protzener Ortsvorsteher hofft, dass das Land deshalb dem Antrag stattgeben wird. Darauf setzt ebenfalls die Bürgerinitiative „Gegen Windräder-Wildwuchs in OPR“. „Vögel kennen keine Grenzen von Schutzgebieten“, sagte Bettina Burau. Sie will zudem, dass die historisch gewachsene Dorflandschaft erhalten wird. Deshalb sollen Protzen, Manker und Walchow in den denkmalgeschützten Bereich der ehemaligen Güter von Vichel, Garz und Rohrlack, die sich in unmittelbarer Nähe befinden, aufgenommen werden. Auch das würde bedeuten, dass in dem Bereich keine Windräder gebaut werden dürfen. Der Ortsbeirat hat auch diesen Punkt aufgenommen. Der Adressat ist dabei aber das Landesamt für Denkmalpflege.

Protzen drängt auf die 10-H-Regelung

Zudem wollen die Protzener, dass im zweiten Entwurf des neuen Regionalplanes noch ein Zusatz aufgenommen wird. Demnach sollen Windräder nur errichtet werden dürfen, wenn sie einen Mindestabstand vom Zehnfachen ihrer Höhe zu Wohngebäuden einhalten. Diese sogenannte 10-H-Regelung haben allerdings sowohl das Land als auch die zuständige Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel bereits abgelehnt (die MAZ berichtete). Gleichwohl hält Protzen an dem Antrag fest, den die Gemeinde Fehrbellin einbringen soll. „Wir wollen die Pläne der Windrad-Investoren nicht widerspruchslos hinnehmen“, sagte der Ortschef Dieter Sarnow.

Kein Rederecht für Windkraftplaner

Bisher gibt es für das umstrittene Eignungsgebiet bei Protzen, das knapp 200 Hektar groß ist, einen Antrag für fünf Windräder, die einen Mindestabstand von 1000 Metern zum Ort einhalten müssen. Platz wäre in dem Gebiet theoretisch für 16 Anlagen, sagt der Windrad-Bauer Christian Wenger-Rosenau aus Wuthenow. Wie viele Anlagen bei Protzen gebaut werden, ist offen: Der zweite Entwurf für sogenannte Windradeignungsgebiete wird erst im Juni für zwei Monate öffentlich ausgelegt, danach werden die Hinweise und Kritiken geprüft. Erst danach dürfen die Windräder in den neuen Gebieten gebaut werden. Dieter Sarnow befürchtet, dass sich nur wenige Einwohner zu den Plänen äußern werden. „Viele Leute wachen erst auf, wenn die 150 Meter hohen Windräder schon stehen.“

Ein Vertreter der Wuthenower Windradfirma wollte beim Ortsbeirat etwas zu den Plänen sagen. Doch er durfte nicht – weil er kein Einwohner von Protzen ist.

Von Andreas Vogel

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