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Ostprignitz-Ruppin Neuer Weihnachtsmarkt gut besucht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuer Weihnachtsmarkt gut besucht
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00:18 20.12.2017
Essen, trinken, Filme schauen – der Weihnachtsmarkt war an allen Tagen bestens besucht. Quelle: Regine Buddeke
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Neuruppin

„Eine ganz tolle Idee“, schwärmt der 87-jährige Alfred Jänsch. „Das ist so beeindruckend – das Iglu und das Pfefferkuchenhaus, das die Kinder selbst herstellen dürfen“, ist er voll des Lobes. Er ist nicht der Einzige, der sich pudelwohl und warm im Herzen fühlt – angesichts des Weihnachtsmarktes auf dem Neuen Markt in Neuruppin.

Besucher des Weihnachtsmarktes am Neuen Markt in Neuruppin hatten vier tolle Tage lang ihren Spaß zwischen Budenzauber und Besinnlichkeit..

Vier Nachmittage – von Donnerstag bis Sonntag – flanierten tausende Neuruppiner und Gäste zwischen den niedlichen Blockhütten mit feinem, regionalen Angeboten umher, standen um großzügig verteilte, wärmende Feuerschalen im Plausch beim Glühwein, tummelten sich auf der Kunsteisbahn am Bollwerk, streichelten Alpakas, schauten alte Defa-Märchenfilme auf der Großleinwand oder bauten am besagten Pfefferkuchenhaus mit. Und nicht zuletzt gab es da noch den Rauschebart – in diesem Fall einen echten. Denn Eberhard Greulich, der sonst in der Fontanestadt gern als Pater Wichmann unterwegs ist, können die Kinder ruhig am Barte zupfen. Der hält. Wenn sie dann noch ein hübsches Gedicht aufsagen, ist alles gut. „Ich habe dieses Jahr viel Neues gehört“, verrät der Liebling der Kinder.

Auch die Pfefferkuchenhexe – bürgerlich Steffi Schieferdecker – kann sich über fehlende Sympathiebeweise nicht beklagen. Fast im Minutentakt kommen Kinder und – nein, stehlen nicht, sondern bringen ihr frisch verzierte Pfefferkuchen, die Gretel alias Corinna Schölzel mit dem Akkuschrauber am Pfefferkuchenhaus befestigt. „Am Donnerstag haben wir den Kindern ihre Pfefferkuchen mitgegeben, weil wir so viele gar nicht verbauen können“, verrät die Hexe, die nicht böse gucken kann. Am Freitagabend war das in Wuthenow gebaute Holzhaus schon fast nicht mehr zu sehen unter der Last der süßen Leckereien.

600 Pfefferkuchen bemalt und verziert

Endgültig Schluss war am Samstag – Ida, Julian und Joana gehören mit zu den letzten Kindern, die sich an den langen Bäckertischen kreativ austoben dürfen mit Zuckerguss, Gummibärchen und bunten Smarties. „Alle 600 Lebkuchen sind weg – jetzt ist nur noch Gucken angesagt“, zieht die Hexe gegen vier Bilanz. Bereits im vergangenen Jahr war das Lebkuchenhaus ein Höhepunkt des Neuen Weihnachtsmarktes, der in diesem Jahr in Privatinitiative von Christian Juhre und Hilke Papenbrock gestemmt wurde.

In diesem Jahr ist er ein bisschen größer geworden, erweitert um die Eisbahn. Den Machern ist wichtig, regionale Anbieter in den Blockhäusern zu haben. „Kein Standard. Sondern Tradition aus der Region. Brauchen wir Sachen aus dem Erzgebirge, wenn wir hier selber so viele kreative Leute haben?“, sagt Juhre. „Wir haben uns richtig Mühe gegeben, die zu finden.“ Gemeinsam habe man die potenziellen Kandidaten besucht, um sie für den Markt zu werben. Etwa „Drei Jahreszeiten“ mit ihren selbst gemachten Chutneys und Likören. „Der Renner ist unser Holunderblütengelee. Und der Tannenspitzensirup – beides ist schon ausverkauft“, freut sich Evelyn Tiede. Oder Detlef Dietz und seine Frau aus Lindow, die Feines aus Wolle anbieten. „Ich finde den Markt sehr schön und will die Idee gern unterstützen“, sagt er. „Ich wünsche mir, dass er wächst – mit noch mehr schönen Ständen. Und dass sein Ruf über die Kreisgrenze dringt.“ Er wusste nicht, dass eine Berliner Illustrierte bereits am Freitag den Markt als neuen Geheimtipp auf ihrem Onlineportal anpries.

Alles aus der Region – das kommt an

„Mit der Flimmerstunde vor zwei Jahren fing es an“, erklärt Christian Juhre. Da hätten sich die Leute einen Weihnachtsmarkt gewünscht. Er und Hilke Papenbrock haben die Idee aufgegriffen und umgesetzt. Mit vielen Unterstützern wie die Tischlerei Lenz, die das Holzgerüst fürs Pfefferkuchenhaus sponserte. Die 600 Lebkuchen stammen von der Flecken Zechliner Bäckerei Janke. Die Holzhütten habe man von den Neustädter Gestüten bekommen „Wir haben viel positive Energie“, sagen die beiden Macher, während die Menge gerade gebannt „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ verfolgt. Im nächsten Jahr hoffe man auf mehr Unterstützung seitens der Stadt. „Das wird, man hat die Wichtigkeit des Marktes erkannt“, zeigt er sich optimistisch. „Wir freuen uns, wenn es den Leuten gefällt. Dafür machen wir es ja.“

„Es ist schön – wie voriges Jahr“, sagt Hartmut Leschik aus Nietwerder. Seine Frau Gabriele bedauert, dass die prächtige Tanne am Schulplatz ganz verwaist da steht. „Das ist ein riesiger Platz – schade, dass er leer steht. Das ist ja die Meile schlechthin.“ Ihr Mann sieht das anders: „Auch wenn manche den Schulplatz vorziehen. Ich finde, hier ist der Markt genau richtig.“

Von Regine Buddeke

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