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Neuer Zoff um Party-Hangar in Neuruppin

Betreiber soll 4000 Euro Strafe zahlen oder ins Gefängnis gehen Neuer Zoff um Party-Hangar in Neuruppin

Antenne Brandenburg will im August über den Party-Hangar in Neuruppin berichten – als Beispiel für eine ungewöhnliche Nutzung von einstigen Militärliegenschaften. Doch damit könnte es schon bald vorbei sein: Denn die Kreisverwaltung fordert von Betreiber Frank Hartmann ein Zwangsgeld von 4000 Euro.

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Hangar-Betreiber Frank Hartmann.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Der Streit um den geplanten Party-Hangar auf Neuruppins altem Flugplatz spitzt sich doch wieder zu. Zwar hatten zuletzt sowohl die Kreisverwaltung als auch das Neuruppiner Rathaus betont, dass sie an einer einvernehmlichen Lösung interessiert sind und den Bauantrag von Hangar-Betreiber Frank Hartmann „wohlwollend“ bearbeiten wollen. Aber nun fordert der Landkreis in einer Ordnungsverfügung von dem 57-Jährigen das Zahlen eines Zwangsgeldes von 4000 Euro. Grund: Hartmann hatte trotz eines Verbotes Zehntklässler aus Fehrbellin ihren Schuljahresabschluss bei sich auf dem Gelände feiern lassen.

Im Hangar wurden lediglich die Abschlusszeugnisse übergeben

Die eigentliche Party mit Bogenschießen, Musik und Skateboards stieg zwar auf der Freifläche, die laut dem Handwerker von dem Veranstaltungsverbot nicht betroffen ist. Doch die Abschlusszeugnisse waren in dem feierlich geschmückten Hangar 312 übergeben worden. Hartmann ist stolz darauf, dass er diese lange geplante Veranstaltung der Schüler nicht doch noch auf Weisung des Kreises kurzfristig abgesagt hat. „Für das Aequinox-Festival hat der Kreis doch auch eine Ausnahmegenehmigung erteilt“, sagt er.

Warum für die Gäste des Festivals für klassische Musik andere Regeln gelten sollten als für junge Leute, die ihren Schulabschluss an einer ungewöhnlichen Stätte feiern wollen, versteht Hartmann nicht. „Die in der Verwaltung sollten sich schämen.“ Schließlich habe es sich bei der Abschlussfeier, zu der 170 Schüler, Lehrer und Eltern gekommen waren, nicht um eine kommerzielle, sondern um eine private Veranstaltung gehandelt. „Ich habe lediglich einen Beitrag von 200 Euro für Strom, Wasser und den technischen Aufwand bekommen.“

Hartmann hatte bis zuletzt versucht, das Verbot zu kippen, den Hangar für Veranstaltungen nutzen zu dürfen. Aber sowohl der Landkreis als auch das Verwaltungsgericht in Potsdam lehnten seine Anträge ab. Selbst eine Beschwerde gegen diese Entscheidungen wiesen die Richter am Tag vor der Zeugnisfeier zurück.

Das Ordnungsamt kontrollierte zweimal

Laut der Ordnungsverfügung haben Mitarbeiter des Neuruppiner Ordnungsamtes schließlich zweimal, um 14 Uhr sowie um 18 Uhr, das Gelände kontrolliert – ohne dass Hartmann dies mitbekommen hat. „Fotos dokumentieren, das eine Abschlussfeier für die ’Abschlussklassen 10 a und 10 b’ stattgefunden hat“, heißt es in dem Papier, das der MAZ vorliegt. Deshalb werde das bereits am 27. Januar angedrohte Zwangsgeld von 4000 Euro „festgesetzt“. Hinzu kommen noch 30 Euro Gebühren und 2,74 Euro für das Zustellen der Ordnungsverfügung. Hartmann soll die 4032,74 Euro innerhalb von 14 Tagen überweisen. Doch das wird wohl kaum geschehen. „Ich habe das Geld nicht, und wenn ich es hätte, würde ich es lieber in den weiteren Ausbau des Hangars stecken, als es dem Kreis in den Rachen zu werfen.“

Hartmann rechnet deshalb damit, dass er für mehrere Tage ins Gefängnis muss, wie es der Kreis schon einmal angedroht hat, falls er sich nicht an das Verbot hält. Der gebürtige Berliner, der seit sieben Jahren bei seiner Lebensgefährtin in Neuruppin lebt, will mit Hilfe seines Anwalts nicht nur Widerspruch gegen die Ordnungsverfügung einlegen, sondern dem Landkreis selbst eine Mahnung schicken. Immerhin habe er seinen ersten Bauantrag, den Hangar 312 für vorerst drei Jahre als Veranstaltungsraum nutzen zu dürfen, auf Drängen des Kreises in einen Antrag auf eine einmalige Nutzung umgewandelt. „Sonst hätte das Aequinox-Festival im Hangar nicht stattfinden können, weil das Amt bis zu dem Termin meinen Antrag nicht so schnell bearbeiten konnte“, so Hartmann.

Für den Antrag zur einmaligen Nutzung des Hangars verlangt der Kreis jedoch lediglich 200 Euro, Hartmann hatte aber bereits 375 Euro für seinen ursprünglichen Antrag bezahlt – und wartet seitdem vergeblich auf das Erstatten des Differenzbetrages.

Auflagen brachten den Betreiber um fast 1000 Euro

Überhaupt bereut der Handwerker inzwischen, dass er für das Aequinox-Festival seinen ersten Bauantrag geändert hat. Zum einen, weil er für die Auflagen und Formalien fast 1000 Euro berappt habe, um das Konzert in seinem eigenen Hangar zu sehen, während die gut 200 Gäste lediglich 25 Euro Eintritt bezahlen mussten. Zum anderen wäre sein erster Bauantrag wohl jetzt inzwischen entschieden.

Von Andreas Vogel

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