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Neues Beratungsbüro in Neuruppin

Karriere beim Bund Neues Beratungsbüro in Neuruppin

Am Montag wurde das neue Karriereberatungsbüro der Bundeswehr in Neuruppin eröffnet. Nach einem unfreiwilligen Umzug und einer provisorischen Unterkunft, ist das Büro nun in eigenen Räumen der Arbeitsagentur untergekommen. Büroleiter Michel Stahr berichtet über gefragte Berufe und die Frauenquote bei der Bundeswehr.

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Robert Meus, Thomas Götze, Michel Stahr und Hartmut Hirt sind im neuen Karrierecenter tätig.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Michel Stahr ist eigentlich Seemann, oder, wie er selbst sagt, „der Marine angehörig“. Deshalb trägt er den Titel Oberleutnant zur See, zumindest in erster Linie. Denn in zweiter Linie ist er Karriereberater und leitet das Beratungscenter der Bundeswehr, das am Montag in den Räumen der Neuruppiner Arbeitsagentur feierlich neu eröffnet wurde. Dort werden künftig zwei Berater interessierten Berufseinsteigern erklären, warum die Arbeit bei der Bundeswehr keine alltägliche ist.

Bis vor zwei Jahren war das Karrierecenter in der Puschkinstraße untergebracht, musste die Räume aber wegen eines Brandes im benachbarten Restaurant verlassen. Provisorisch kam das Büro dann bei der Arbeitsagentur unter, bis es im September dort in die eigenen Räume umziehen konnte. Insgesamt 13 Räume stehen den Mitarbeitern jetzt zur Verfügung. Robert Meus, der selbst 15 Jahre zur See gefahren ist, und Thomas Götze, der als Ausbilder im Wachbataillon tätig war, sind die beiden Berater im Team. Sie informieren Schulabgänger, Berufseinsteiger und Hochschulabsolventen aus den Kreisen Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Oberhavel und Uckermark über militärische und zivile Laufbahnen bei der Bundeswehr.

Das Interesse an der Marine ist bei den Bewerbern hoch

„Die Interessenten haben keine einheitlichen Vorlieben“, sagt Michel Stahr, der das Büro schon seit April leitet. Einige zielen dennoch auf Besonderheiten ab, die die Bundeswehr bietet, wie zum Beispiel die fliegerische oder seemännische Ausbildung, so der 28-Jährige. Im hiesigen Einzugsgebiet sei das Interesse an der Marine zum Beispiel hoch. „Viele kommen mit einer romantischen Vorstellung von der Arbeit auf See. In der Beratung muss man ihnen dann klar machen, dass sie bis zu 210 Tage im Jahr nicht da sind“, so Stahr weiter. Eine heimatnahe Arbeit zu finden, sei ohnehin unwahrscheinlich. „Wer sich für die Bundeswehr entscheidet, muss sich auf bundesweite Einsätze einstellen“, sagt der Büroleiter. Besonders bei der Ausbildung von Führungskräften gehöre es dazu, dass sich der Arbeitsort regelmäßig ändert. Hinzu kommt, dass es im Norden Brandenburgs als Standort nur noch das Fernmeldebataillon in Prenzlau (Uckermark) gibt und dort ist oft kein Platz für neues Personal.

Was die Geschlechterverteilung angeht, melden sich immer noch mehr Männer für die Arbeit bei der Bundeswehr. „Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, einen Frauenanteil von 15 Prozent zu schaffen“, so Stahr. Im Moment liege man bundesweit bei etwa zwölf Prozent. Im medizinischen Bereich arbeiten zum Beispiel weit mehr Frauen als Männer. Die Bundeswehr bildet in diesem Bereich in vier Richtungen aus: Humanmedizin, Veterinärmedizin, Zahnmedizin und Pharmazie. Noch dazu gibt es 22 Masterstudiengänge, die in Hamburg und München absolviert werden können. Die Ausbildung in Kampftruppen spreche hingegen mehr die Männer an.

Das Beratungsbüro in Neuruppin ist dem Karrierecenter in Berlin unterstellt. Leiter dort ist Lutz Neumann. Er erklärt, dass eine Karriereberatung im ländlichen Raum anders arbeitet als die in Berlin: „Die Beratung muss gut ansprechbar, zielgerichtet und vor allem beweglich sein“, so Neumann. Wichtig sei, dass die Interessenten ins Gespräch mit dem Berater kommen, weil nur im persönlichen Kontakt herausgefunden werden kann, ob der Bewerber für den risikoreichen Beruf geeignet ist.

Von Luise Fröhlich

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