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Neues Bronze-Trio in Wutiker Kirche

Dorf feiert Glockenweihe Neues Bronze-Trio in Wutiker Kirche

Die Wutiker haben am Wochenende Glockenweihe gefeiert und das Bronze-Trio begrüßt, das Ende April aus der entwidmeten Jesus-Kirche in Berlin-Kreuzberg ausgebaut und anschließend im Wutiker Kirchturm installiert worden war. Gäste der Festveranstaltung kamen aus Berlin von der Kirchgemeinde, die die Glocken zum Materialpreis abgegeben hatte.

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Pfarrer Christian Ruch und Helga Kramp aus Berlin wagten den Aufstieg zu den Glocken im Wutiker Kirchturm.

Quelle: Sandra Bels

Wutike. Glaube, Liebe und Hoffnung sind in den Wutiker Kirchturm eingezogen. Die drei Glocken aus der entwidmeten Jesus-Kirche in Berlin-Kreuzberg wurden am Wochenende eingeweiht. Pfarrer Christian Ruch hatte dazu auch die Berliner Kirchengemeinde eingeladen, die die Glocken zum Materialpreis, genauer gesagt für 10 000 Euro, an die Wutiker abgegeben hatte. Zwei Hände voll Berliner waren gekommen, unter ihnen Helga Kramp, die schon den Ausbau des Trios am 29. April in der Hauptstadt wehmütig mitverfolgt hatte.

In seiner Andacht stellte Pfarrer Ruch jede einzelne Glocke vor. Er begann mit der Liebe. Sie läutete. „Das war bei uns die Vaterunserglocke“, flüsterte Helga Kramp. 242 Kilogramm schwer und mit hellem Klang soll sie in Wutike künftig erklingen, wenn zwei Liebende den Bund des Lebens schließen, sagte Christian Ruch. Dann war die Glocke mit dem Namen Glaube zu hören. Sie ist die schwerste der drei und wiegt 536 Kilogramm. Im Kirchturm hängt sie in der Mitte. Sie soll künftig die Gottesdienste und Feiertage einläuten. Etwas leichter – 354 Kilogramm – ist die Hoffnung. „Sie gibt uns immer wieder einen neuen Ausblick im Leben“, so Ruch. Diese Glocke soll bei Beerdigungen zu hören sein.

„Es ist ein guter Dreiklang, der uns empfohlen wurde“, lobte Pfarrer Ruch. „Sein Klang möge Ohren und Herzen erreichen“, fügte er an. Zu den Berliner Gästen sagte er: „Ihre Glocken haben einen guten Platz bei uns gefunden.“ Sie seien unverbraucht und fast neu und könnten so noch 600 bis 700 Jahre läuten.

Die festliche Glockenweihe fand vor der 500 Jahre alten Feldsteinkirche in Wutike statt

Die festliche Glockenweihe fand vor der 500 Jahre alten Feldsteinkirche in Wutike statt.

Quelle: Sandra Bels

Die Ankunft des Trios wurde im April in Wutike aktiv verfolgt. Es gibt sogar ein Video darüber. „Na die kann man ja mit einer Hand anheben“, dachte Pfarrer Ruch bei der Ankunft der Bronzeglocken, als er sie mit den alten schweren Stahlgussglocken verglich. Das war natürlich nicht der Fall. Das neue Trio wurde an Ketten in den frisch sanierten Kirchturm gezogen und dort in den neu gebauten Jochen verankert. Ein gutes Jahr lang soll die elektrische Läuteanlage noch bleiben, die nach dem Ausbau der alten Glocken vor einigen Jahren im Kirchturm installiert worden war. Dann haben sich die neuen Glocken bewährt und an ihrem neuen Platz „eingelebt“, hat Ruch vom Glockenbauer Wolfgang Schmidt erfahren, der mit seinen Mitarbeitern das Trio aus Berlin geholt und in Wutike eingebaut hatte.

Die alten Stahlgussglocken haben ausgedient

Die alten Stahlgussglocken haben ausgedient. Sie stehen nun auf dem Kirchplatz von Wutike.

Quelle: Sandra Bels

Die drei alten Glocken haben nun ausgedient und „ihre letzte Ruhe auf dem Kirchplatz gefunden“, so Ruch. Sie seien von Anfang an nur ein Notbehelf gewesen, weil das alte Geläut im Krieg für den Kanonenbau eingeschmolzen worden war. Zwei der Glocken waren fast 90 Jahre alt. „Die Wutiker haben ihre vertrauten Klänge sicher noch in den Ohren, aber ganz bestimmt im Herzen“, so Ruch. Das Stahlgusstrio läutete schon seit 2010 nicht mehr. Es war zu mächtig für den Kirchturm und hatte ihm ernsthafte Schäden zugefügt. Die Glocken wurden während der Sanierung von Kirche und Turm in Wutike ausgebaut.

Die Sanierung des Gotteshauses ist nun abgeschlossen. Jedoch bleibt die Kirche noch verschlossen. Sie wird am 4. Oktober wieder geöffnet. Dann wird auch ein Gemeindefest gefeiert. Lediglich die Gäste aus Berlin durften schon mal einen Blick hineinwerfen. Anschließend waren sie an die Kaffeetafel eingeladen, die im Gemeindehaus stand. Die Wutiker Frauen hatten dafür etliche Kuchen gebacken. Elke Lorenz, eine Freundin von Ortsvorsteherin Helga Scheibner, die auch Vorsitzende des Fördervereins für die Wutiker Kirche ist, hatte für die Kaffeegäste 100 kleine Glocken in drei Größen gehäkelt. Sie standen auf den Tischen – zum Mitnehmen.

Von Sandra Bels

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