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Ostprignitz-Ruppin Neues Dach fürs Südtor
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neues Dach fürs Südtor
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00:17 13.11.2016
Das Südtor der Wittstocker Stadtmauer ist jetzt wieder eine Baustelle. Quelle: Björn Wagener
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Wittstock

Mit einem Brecheisen entfernen die Dachdecker Stück für Stück die alten Holzschindeln: Das Südtor der Wittstocker Stadtmauer – gegenüber der Rückseite der Museen Alte Bischofsburg – ist jetzt zum zweiten Mal zu einer Baustelle geworden. Wenn die alten Schindeln abgenommen sind, wird zunächst einmal eine Behelfsabdeckung Schutz vor Wind und Wetter bieten. Denn das Dach soll zwar mit neuen Eichenschindeln gedeckt werden, aber bis diese Arbeiten beginnen können, müssen zunächst einmal die Sparschalung und Dachlattung erneuert werden. Voraussetzung für die Verwendung der Eichenschindeln ist es außerdem, dass die untere Denkmalbehörde des Landkreises diesem Plan zustimmt. Das teilte Stadt-Sprecher Jean Dibbert am Donnerstag zur weiteren Vorgehensweise an dem Gebäude mit.

Bestens im Zeitplan

Die Arbeiten lägen „mehr als im Zeitplan“, denn sie sollten eigentlich erst in der kommenden Woche beginnen. Die Kosten für die Dacharbeiten betragen laut Dibbert insgesamt rund 50 000 Euro. Doch das ist nicht alles. Anschließend seien auch noch Maurerarbeiten geplant. Sie sollen ebenfalls zeitnah beginnen und in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde stattfinden. Die Kosten dafür werden von der Stadt auf rund 36 000 Euro beziffert.

In die gesamte Sanierung des Südtores der Stadtmauer fließen 161 000 Euro. Mit dieser Summe werden zwei Bauabschnitte finanziert und zu 80 Prozent gefördert. Der soeben begonnene zweite Bauabschnitt solle noch in diesem Jahr zu Ende geführt werden. Ob das tatsächlich gelingt, sei aber vom Wetter abhängig. Ein früher Wintereinbruch könnte den Abschluss des gesamten Vorhabens ins nächste Jahr verzögern. Das Gerüst werde allerdings erst dann dauerhaft entfernt, wenn die von der Stadt vorgeschlagenen Varianten zur künftigen Sicherung des Südtores von der Denkmalschutzbehörde bestätigt wurden. Schließlich soll der dann wieder hergestellte Zustand möglichst lange erhalten bleiben.

Seit April 2014 gesperrt

Bereits im April 2014 wurde das Südtor der Stadtmauer gesperrt, denn es hatten sich auffällig breite Risse gebildet, die sogar einen Einsturz befürchten ließen. Nach aufwendiger Planungsphase begannen am 11. Mai 2016 die Sicherungsarbeiten. Die Firma Geyer aus Blumenthal baute Ende Mai einen Lehrbogen aus Holz, um den Korbbogen und das darüber liegende Mauerwerk zu stützen. Bauhistorisch wird der Korbbogen ins 20. Jahrhundert eingeordnet. Mehr als 40 000 Euro wurden in den ersten Bauabschnitt investiert. Seit Anfang Juni ruhten jedoch die Arbeiten – bis jetzt.

Über das Alter des Torbogens gehen die Meinungen der Fachleute auseinander. Zum einen kann der Abschnitt aus der Zeit von 1880 bis 1890 stammen, zum anderen aber auch erst 1930 entstanden sein. „Auf jeden Fall ist das ein historisch sehr junger Torbogen“, sagt Architektin Martina Grubetzki. Die Idee ihn komplett abzutragen, hatte die Denkmalbehörde des Landkreises bereits vor mehr als zwei Jahren abgelehnt.

Von Björn Wagener

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