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Neues Feuerwehrhaus: Streit um Standort

Glienicke Neues Feuerwehrhaus: Streit um Standort

Glienicke soll ein neues Feuerwehrgerätehaus bekommen, aber bei der Wahl des Standortes gehen die Meinungen auseinander. Fördermittel sind beantragt. Ob sie fließen werden, ist aber offen.

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Aufgeladene Stimmung bei der Diskussionsrunde am Montagabend. Rechts: Bauamtsleiterin Andrea Asse.

Quelle: Björn Wagener

Glienicke. Es gibt Streit in Glienicke, obwohl eigentlich Freude herrschen sollte. Der Ort bekommt ein neues Feuerwehrgerätehaus. Die Fördermittel sind beantragt, ein favorisierter Bauplatz ins Auge gefasst – eigentlich gute Nachrichten. Aber trotzdem war die Stimmung am Montagabend im örtlichen Versammlungsraum alles andere als gelöst. Immer wieder brandeten verbale Auseinandersetzungen auf, die darin gipfelten, dass Hauptamtsleiterin Christiane Hamelow nur noch die Notbremse ziehen konnte: „Dann können wir das Haus eben nicht bauen“, sagte sie.

Zu klein, zu schlecht

Aber von vorn: Das derzeitige an den Dorfplatz angrenzende Feuerwehrgerätehaus in Glienicke ist viel zu klein und bietet nicht das, was eine Feuerwehr eigentlich braucht. Anne-Kathrin Fengler, die in der Gemeinde Heiligengrabe für den Brand- und Katastrophenschutz zuständig ist, zählte dann auch eine lange Mängelliste auf: „Es gibt keine Heizung, keine sanitären Anlagen, keinen Schulungsraum, keine Bodenentwässerung, nicht genug Platz zum Umkleiden und zur Lagerung der Ausrüstung, keinen Ablage- und Reinigungsbereich für kontaminierte Kleidung, keine Absauganlage für die Abgase, wodurch diese direkt in den Umkleidebereich der Kameraden gelangen.“ Außerdem passe gerade mit Ach und Krach ein einziger Gerätewagen für die technische Hilfeleistung in das Häuschen hinein. „Nur wenn der die Rückwand berührt, lässt sich das Tor schließen.“

Aktive und starke Feuerwehreinheit

Dem gegenüber steht vor Ort eine besonders aktive Feuerwehreinheit, zu der auch die Dörfer Jabel und Zaatzke gehören. Dort gibt es aktuell 21 aktive Kameraden, zwölf Mitglieder in der Jugendfeuerwehr und acht in der Alters- und Ehrenabteilung. Die Rechnung liegt daher auf der Hand: Starke Truppe plus schwaches Häuschen gleich Handlungsbedarf. Genau den forderte auch schon der Gefahrenabwehrbedarfsplan aus dem Jahr 2013. Da ein Anbau an das bestehende Häuschen aus Platzgründen nicht machbar ist, wurde ein Neubau ins Auge gefasst – mit Stellflächen für Technik, separatem Umkleidebereich, Schulungsraum, Sanitäranlagen und Teeküche. Zu diesem Vorhaben passt die Tatsache, dass das kommunale Investitionsprogramm (Kip) ausschließlich Neubauten von Feuerwehrhäusern fördert. Ein entsprechender Antrag sei im Oktober gestellt worden, sagte Anne-Kathrin Fengler. Nur wenn die Mittel bewilligt werden, wäre der Bau zu finanzieren. Ob das klappt, ist noch offen. Wenn aber gebaut würde, dann auf einem Grundstück neben dem Friedhof, weil es die einzige gemeindeeigene Fläche in Glienicke sei, wie Bauamtsleiterin Andrea Asse sagte. Drei Alternativen hätten verworfen werden müssen, weil es sich um Privatland handelte.

Standortwahl in der Kritik

An dieser Standortwahl entzündete sich der Zwist am Montagabend. Unter den knapp 40 Besuchern regte sich Protest, weil der Lärm, den Einsatzfahrzeuge machen nicht mit der Friedhofsruhe vereinbar sei. Anne-Kathrin Fengler versuchte das Argument zu entschärfen: „Wir haben in Glienicke rund 20 Einsätze im Jahr, also etwa alle drei Wochen einen. Fühlen Sie sich davon gestört?“, fragte sie in die Runde. „Auf dem Friedhof will ich meine Ruhe haben“, antwortete ein Besucher. Egon Blüschke hätte das alte Bahnhofsgelände gern als Bauplatz gesehen. Doch es sei bereits verkauft worden. „Da hat der Bürgermeister nicht aufgepasst. Er hätte es für diesen Zweck sichern müssen“, meinte er und wollte sich noch immer nicht recht von diesem Gedanken verabschieden: „Da muss man sich eben was einfallen lassen.“

Andreas Mäder, stellvertretender Gemeindebrandmeister, fand die Gegenwehr zum Bauprojekt „ganz schön traurig“. Es werde immer mehr Schulung und Ausbildung von den ehrenamtlichen Feuerwehrkameraden verlangt. Das sei in dem jetzigen Häuschen schlecht zu machen. „Wir machen keinen großen Lärm, nur das, was unbedingt nötig ist.

Von Björn Wagener

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