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Neues Gesetz bringt erste Verbesserungen

Stärkung der Hospizarbeit Neues Gesetz bringt erste Verbesserungen

Gut ein halbes Jahr ist das neue Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung nun in Kraft – und hat für ambulante Dienste sowie stationäre Einrichtungen erste Verbesserungen gebracht. Dennoch seien in einigen Bereichen weitere Nachbesserungen notwendig, sagt Petra Schwarz vom Neuruppiner Hospiz „Haus Wegwarte“.

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Hospizleiterin Petra Schwarz (l.) und ihre Kollegin Susanne Hoch vom ambulanten Hospizdienst.

Quelle: Josephine Mühln

Neuruppin. Im Dezember des vergangenen Jahres hat der Bundestag ein Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung verabschiedet. Es zielt darauf ab, die medizinische, pflegerische, psychologische und seelsorgerische Hilfe in der letzten Lebensphase zu stärken. Versprochen wurden vielfältige Maßnahmen zur Förderung des flächendeckenden Ausbaus der Hospiz- und Palliativversorgung.

Ein halbes Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes stellt sich die Frage, was die Neuerungen tatsächlich bringen. Inwieweit nützt es den 18 Mitarbeitern des Ruppiner Hospizes „Haus Wegwarte“ in Neuruppin und den 50 Ehrenamtlichen des angeschlossenen ambulanten Hospizdienstes?

Krankenkassen finanzieren Kurse der Ehrenamtlichen

„Die ambulante Arbeit ist bisher immer als flankierende Hilfe betrachtet und eher stiefmütterlich behandelt worden“, sagt Susanne Hoch, Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes. „Das hat sich mit dem neuen Gesetz geändert. Vor allem in finanzieller Hinsicht hat es für uns eindeutige Verbesserungen gebracht.“ So würden die Ausbildungskurse der ehrenamtlichen Hospizhelfer jetzt von den Krankenkassen finanziert, außerdem gebe es Sachkostenzuschüsse, mit denen beispielsweise Telefon- und Bürokosten gedeckt werden können. Bisher war der ambulante Dienst hierbei auf Spenden angewiesen.

Was die stationären Hospize betrifft, so seien noch nicht alle Maßnahmen des neuen Gesetzes sofort wirksam geworden, erklärt Petra Schwarz, Leiterin im „Haus Wegwarte“. Eine unmittelbare Verbesserung habe jedoch der neu festgelegte, höhere Tagessatz pro Betreutem gebracht – und dass der davon zu zahlende Eigenanteil der Hospize von zehn auf fünf Prozent gesenkt wurde. „Diese restlichen Prozente werden meist durch Spenden finanziert – und sind auch gewollt, weil Hospizarbeit weiterhin ein Stück weit ehrenamtliche Arbeit bleiben soll“, sagt Schwarz.

Zusammenarbeit mit Pflegeheimen funktionierte auch bisher gut

Neu im Gesetzestext ist auch, dass Pflegeheime zur Zusammenarbeit mit ambulanten Hospizdiensten verpflichtet sind und Krankenhäuser Hospizdienste künftig mit Sterbebegleitungen beauftragen können. Diese Zusammenarbeit habe bisher schon gut funktioniert, sagen Hoch und Schwarz. Sie sehen das Problem an einer anderen Stelle: „Wir brauchen mehr Erenamtliche, die bereit sind, in Pflegeheime zu gehen“, sagt Hoch. „Aus jetziger Sicht könnten wir nicht alle Kooperationen bedienen.“ Insgesamt sei das eine Sache, die wachsen müsse. Auch der Personalnotstand, der in vielen Pflegeheimen herrscht, dürfe nicht vergessen werden. „Der Personalschlüssel in Heimen und Hospizen ist ein großer Spagat“, sagt Schwarz.

Was die Begleitungen in Krankenhäusern angeht, so sei die Arbeit der Ehrenamtlichen vor allem für die Angehörigen wichtig, die mit der Situation nicht umgehen können. Es brauche dann jemanden, der sie auffange. „Jemand, der die Situation mit ihnen durchsteht“, sagt Schwarz. Das könnten die Krankenschwestern und Pflegefachkräfte alleine nicht leisten.

Trauerbegleitung sollte bei Förderung auch eine Rolle spielen

Nachholbedarf, was die Förderung angeht, sehen Hoch und Schwarz in zwei Bereichen. Zum einen bei der Trauerbegleitung. Auch diese solle bei der Hospizarbeit eine Rolle spielen – und sei momentan als mitmenschliche Fürsorge eher im kirchlichen Bereich angesiedelt. „Aber ein großer Teil unserer Arbeit ist nun mal auch die Trauerbegleitung“, sagt Schwarz. „Viele Angehörige sind isoliert.“

Ein weiteres Problem sei, dass in Pflegeeinrichtungen Ehrenamtliche fehlten, die beispielsweise Besuchsdienste übernehmen, sagt Hoch. „Mal etwas vorlesen oder spazieren gehen.“ Es sei schwer, im sozialen Bereich Ehrenamtliche zu finden, ergänzt Schwarz. Und die 60-Jährige sieht auch die späte Rente als Problem. „Hier werden Chancen auf ehrenamtliche Helfer verschenkt.“

Von Josephine Mühln

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