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Neues Leben für gefällte Bäume

Kyritz Neues Leben für gefällte Bäume

Rund 20 Bäume fielen auf der Kyritzer Unterseeinsel der Säge zum Opfer. Die einen waren krank, die anderen nahmen dem restlichen Gehölz zu viel Licht. Doch nun landet nicht etwa alles in der Industrie oder am Ende gar im Ofen, sondern bleibt auf der Insel – als Sitzgelegenheit. Einige Stümpfe wurden in reichlich verzierte „Baumthrone“ umfunktioniert.

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Ralf Kaiser aus Bantikow durfte auf der Untersee-Insel kreativ tätig werden.

Quelle: Matthias Anke

Kyritz. Weil sie entweder krank waren oder anderen Bäumen zu viel Licht nahmen, ließ die Stadt Kyritz Anfang dieses Jahres mehrere Bäume auf der Kyritzer Unterseeinsel fällen. Zuvor hatten die Arbeiter auch schon auf der Kyritzer Uferseite ihre Sägen angesetzt. Alles geschah in Vorbereitung eines bald beginnenden, weiteren Bauabschnittes rund um die Neugestaltung des Seeufers. Doch die gut 20 auf der Insel betroffenen Bäume verschiedenster Arten von Eiche bis Erle sind nun nicht einfach verschwunden. Einige Stämme bekamen eine ganz neue Bestimmung. Sie sind zur Sitzbank geworden oder dienen als kleine Spielplatzumrandung. Manche Baumstümpfe verwandelten sich in prächtige Stühle, Thronen gleich. Der Großteil des Holzes aber wird gestapelt gelagert.

Mancher Baum war innen bereits viel zu hohl und von Insekten zerfressen

Mancher Baum war innen bereits viel zu hohl und von Insekten zerfressen.

Quelle: Matthias Anke

„Eine Weile hat das alles gedauert, doch jetzt wir damit so gut wie fertig“, erklärte dieser Tage Ralf Kaiser. Er lebt in Bantikow und damit auf der anderen Uferseite des Sees. Eigentlich im Eventmanagement rund um Weltenbummler-Vorträge wie etwa das alljährliche Freiträumer-Festival in Sachsen tätig, erledigt der Naturmensch Kaiser nebenher aber auch Holzarbeiten. Zur Insel hat er ein besonderes Verhältnis. Sommertags kommt er kurzerhand herübergeschwommen, in diesen noch frischen Frühlingstagen nutzt er sein Kajak. Nichts also hatte für Inselwirtin Marie Köckenberger näher gelegen, als für die Gestaltung neuer lauschiger Plätze Ralf Kaiser zu fragen.

Die vierte Saison steht der „neuen“ Insel-Wirtin jetzt bevor

Der war mit der Arbeit aber nicht alleine. Köckenbergers Mann Sebastian – beide heirateten erst kürzlich inmitten des Winters auf der Insel – half mit. Und auch Ronny Etel legte Hand an. Er kommt von den Stephanus-Werkstätten und hilft nun schon in der zweiten Saison auf der Insel aus.

Ronny Etel vor der Bank, die auch als kleines Kunstwerk durchgehen dürfte

Ronny Etel vor der Bank, die auch als kleines Kunstwerk durchgehen dürfte.

Quelle: Matthias Anke

Für die Wirtin ist es derweil die vierte. Auch in diesem Jahr lädt sie ihre Gäste offiziell zum ersten Mal für Ostersonntag und Ostermontag auf das Eiland ein – zur Ostereiersuche. „Es wird dann aber nur kalte Küche geben. Der richtige Saisonstart erfolgt ja erst mit dem Wochenende vor dem 1. Mai“, sagte sie.

Auch am Fähranleger wird darüber informiert. Demnach stehen „Kaffee, Kuchen und Ostereier“ am Sonntag und Montag jeweils von 12 bis 18 Uhr auf dem Programm. Und mit Blick auf das verlängerte Saisonstart-Wochenende vom Sonnabend, 29. April, bis Montag, 1. Mai, heißt es auf der Infotafel bereits: „Hurra! Wir stechen bald wieder in See!“ Dann ist die„Insl“, wie Köckenberger ihre von der Stadt Kyritz gepachtete Gastwirtschaft vermarktet, jeweils von 11 bis 21 Uhr offen.

Wie kräftig die Köckenbergers und eben auch Ralf Kaiser und Ronny Etel bis zuletzt dort wirbelten, dürfte dann nur noch zu erahnen sein. Entstanden ist neben den verzierten Baumstumpf-Stühlen beispielsweise eine Bank, die um Teile alter Stühle ergänzt wurde. Dass das eine mal ein Nadelbaum und das andere eine Kastanie war, erkennen nun allenfalls Botaniker noch.

Eine der neuen, fast fertigen Sitzgruppen

Eine der neuen, fast fertigen Sitzgruppen.

Quelle: Matthias Anke

Wer sich selbst ein Bild davon machen möchte, hat laut Marie Köckenberger auch in diesem Jahr wieder allerhand Gelegenheiten dazu. Abgesehen von Ostern und neben den zahlreichen Hochzeiten, mit denen sie sich ein wichtiges Standbein aufgebaut hat, soll es erneut allerhand Aktionen geben bis hin zum Inselpokal, bei dem sich Angler aller Vereine des Kreises nach ihrem Landgang dort ausruhen werden. Möglichkeiten dazu gibt es jetzt wie gesagt mehr je als zuvor.

Von Matthias Anke

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