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Neues Leben in alter Turnhalle

Kyritz Neues Leben in alter Turnhalle

Als 2009 die Ammerländer Schule in Kyritz abgerissen wurde, sollte eigentlich auch die dazugehörige Turnhalle mit verschwinden. Doch da trat Wulf-Harri Häusler auf den Plan. Der Vereinsvorsitzende des SC „Blauer Anker“ rettete die Halle in dem er sie kaufte. Sein Verein verließ die einstige Wirkungsstätte an der Stärkefabrik und zog dorthin um.

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Außen bröckelt zwar ein wenig der Putz, doch im Inneren hat sich schon eine Menge getan. Viele Sportgruppen haben in der Kyritzer Turnhalle eine bleibende Heimstatt gefunden.

Quelle: André Reichel

Kyritz. Überall in der ehemaligen DDR wurden seit den 1970-er Jahren Schulen in einheitlicher Plattenbauweise errichtet, und auch die dazugehörigen Turnhallen glichen einander wie ein Ei dem anderen. In der Zeit nach der politischen Wende 1989 verließen Jahr für Jahr die Menschen zu hunderttausenden ihre ostdeutsche Heimat, in der sie für sich keine Perspektiven mehr sahen. Auch die Geburtenrate sank, was schon bald dazu führte, dass es immer weniger Schüler gab. Nun überflüssig gewordene Schulen wurden letztendlich geschlossen und abgerissen.

Dieses Schicksal trafen in der näheren Umgebung die 1984 errichtete und 2012 abgerissene Vehlower Schule und die Ammerländer Schule in Kyritz. An beiden Standorten blieben jedoch die einstigen Turnhallen erhalten, weil sich engagierte Bürger dafür stark machten. In Vehlow verlief dieser Prozess nicht gerade konfliktfrei und dauerte einige Zeit. Inzwischen ist diese Turnhalle im Wesentlichen saniert und wird von vielen Menschen aus dem Amt Gumtow genutzt.

Im Fitnessbereich trainieren regelmäßig gut 40 Personen

Im Fitnessbereich trainieren regelmäßig gut 40 Personen.

Quelle: André Reichel

In der Knatterstadt Kyritz wurde die Mitte der 1970-er Jahre errichtete Schule Anfang 2009 abgerissen. Eigentlich solle auch dort die Turnhalle verschwinden, doch da trat der Vereinschef vom Kyritzer Sportverein SC „Blauer Anker“ ,Wulf-Harri Häusler, auf der Suche nach einer neuen Heimstatt für seinen Verein auf den Plan. Seit Gründung des Vereins 1985 als Betriebssportgemeinschaft der Stärkefabrik hatte der „Blauer Anker“ sein Domizil hinter dem Stärkefabrikgelände am Hagebaumarkt. „Vereinbart war, dass der Verein das Gelände 30 Jahre kostenlos nutzen kann“, berichtet Wulf-Harri Häusler. Doch schon vor Ablauf dieser Frist im Jahr 2015 wurde ein Ausweichquartier gesucht. „Seit es die Biodieselfabrik gibt, hatten wir immer wieder mit schmierigem Feinstaub auf unseren Plätzen zu kämpfen. Das war nicht länger zumutbar für uns“, sagt Wulf-Harri Häusler.

In der Sektion Tischtennis sind aktuell rund 20 Leute aktiv

In der Sektion Tischtennis sind aktuell rund 20 Leute aktiv.

Quelle: André Reichel

Mit der Turnhalle in der Ammerländer Straße im Stadtteil Kyritz-West mit ausreichen Platz drumherum war also ein ideales Gelände gefunden. Wulf-Harri Häusler kaufte zusammen mit einem Geschäftspartner die Halle von der Stadt und schon konnte mit der Sanierung des in die Jahre gekommenen Gebäudes begonnen werden. Die Sanitäranlagen wurden als allererstes erneuert. Aus den Umkleideräumen wurden die Fitnessräume und die einstigen Waschräume sind nun die Umkleidekabinen geworden. Dort, wo einst das Hort- und Kindergartengebäude stand, hat Häusler ein Clubhaus errichtet, in dem nicht nur der Verein feiern kann.

Irgendwann soll eventuell auch noch ein Tennisplatz entstehen. „Doch das ist Zukunftsmusik,denn so viele Tennisbegeisterte, wie noch in den 1990-er Jahren gibt es derzeit nicht“, sagt Wulf-Harri Häusler. Neben Tennis stand früher beim „Blauen Anker“ auch Tischtennis, Kegeln und Volleyball auf dem Plan. Die beiden letztgenannten Sportarten spielen wie Tennis aktuell überhaupt keine Rolle mehr.

61 Mitglieder hat der Verein derzeit, 20 davon spielen Tischtennis und die anderen sind im Fitnessbereich aktiv. Trainiert wird jeden Montag und Mittwoch von 19 bis rund 22 Uhr. Auch der Kreissportbund ist mit Rehasport und Rückenschule in der Halle, wie auch mehrere Kitas, die Demerthiner Fußballer, diverse Freizeitkicker und viele andere Sportler. „In der kalten Jahreszeit ist die Halle täglich ausgelastet, und jeder hat einen Platz, darum geht es uns ja“, so Häusler.

Der SC „Blauer Anker“ und dessen Vorsitzender

Am 17. Dezember 1985 wurde der Verein SC „Blauer Anker“ als Betriebssportgemeinschaft der Stärkefabrik gegründet. Von Anfang an bis heute ist Wulf-Harri Häusler Vorsitzender des Sportclubs.

Bis zum Umzug 2009 in die Turnhalle der Ammerländer Schule hatte der Verein sein Domizil hinter der Stärkefabrik. Aktuell hat dieser 61 Mitglieder, von denen 20 in der Sektion Tischtennis und die anderen in der Fitnissabteilung aktiv sind. In der Vergangenheit gab es auch eine Sektion Tennis, Kegeln und Volleyball.

Wulf-Harri Häusler ist 58 Jahre alt und wurde in Pritzwalk geboren. Aufgewachsen ist er in Vehlgast. Nach Kyritz kam Wulf-Harri Häusler durch die Arbeit. Viele Jahre war der gelernte Instandhaltungsmechaniker Heizkraftwerksleiter der Stärkefabrik und später Bauleiter in anderen Firmen tätig.

Von André Reichel

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