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Neues Leben in der alten Dorfschule

Schönermark Neues Leben in der alten Dorfschule

Als die alte Dorfschule 1968 geschlossen wurde, ging in Schönermark eine 168 Jahre währende Schultradition zu Ende. Als die Schüler fort waren, zog eine Arztpraxis ein und auch die Kinderkrippe des Dorfes wurde dort integriert. Nach der politischen Wende stand das Gebäude leer und dämmerte jahrelang einem ungewissen Schicksal entgegen.

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Ramona (l.) und Renate Relau erfuhren in der Chronik viel Wissenswertes über die alte Schönermarker Dorfschule.

Quelle: André Reichel

Schönermark. Einen dicken Aktenordner holten sich Ramona und Renate Relau unlängst von Bürgermeister Gerhard Wilke, der zugleich auch die Dorfchronik schreibt. Die beiden Zwillingsschwestern wohnen in der einstigen Dorfschule, und um mehr über ihr Zuhause zu erfahren, wollen sie in den kommenden Tagen intensiv die Chronik studieren.

Ortschronist Wilke hat im Laufe der Jahre alle wichtigen Eckdaten zur 1968 geschlossenen Dorfschule herausgefunden und viele alte Fotografien einstiger Schüler und Lehrer ausfindig gemacht. „Es kommen immer wieder Leute her, die an der Dorfgeschichte interessiert sind und sich in dem Zuge auch die alte Schule ansehen wollen“, sagte Renate Relau. Von 1800 bis 1913 wurden die Kinder des Dorfes im östlich der Kirche gelegenen Armenhaus unterrichtet. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurde dann westlich der Kirche die Schule gebaut, in der Ramona und Renate Relau wohnen. Im Jahr 1921 bekam das kleine Fachwerkhaus einen massiven Anbau, in dem das große Klassenzimmer eingerichtet war.

So sieht die einstige Schule heute aus

So sieht die einstige Schule heute aus.

Quelle: André Reichel

So sah die Schule vor fast 100  Jahren aus

So sah die Schule vor fast 100 Jahren aus.

Quelle: Repro

Probleme hatten die beiden Schönermarkerinnen noch nie damit, Interessierten den alten Klassenraum zu zeigen, das heute ein äußerst geräumiges Wohnzimmer ist. „Richtig spannend wird es aber, wenn ehemalige Schüler von ihrem Schulalltag berichten“, sagte Ramona Relau.

Überraschender Besuch in Schönermark aus den USA

Ein Besuch blieb den beiden Schwestern besonders gut in Erinnerung. Vor einigen Monaten klingelte es an der Haustür. Axel Schwanke, im Herbst 1951 als junger Mann aus Schönermark fortgegangen, wollte seinen Kindern und Enkeln zeigen, wo er einst zur Schule ging. Heute lebt der fast 80-jährige in den USA. Zielstrebig führte der ehemalige Schönermarker seine Familie durch das einstige Schulgebäude. „Er wusste sogar noch, wo früher seine Schulbank stand und wer neben ihm saß“, sagte Ramona Relau mit Bewunderung. Sie und ihre Zwillingsschwester, geboren 1962, sind in Schönermark aufgewachsen. Ein Jahr, nachdem die Schule 1968 dicht machte, wurden sie im Nachbarort Breddin eingeschult. In der ehemaligen Schönermarker Schule zog danach eine Arztpraxis ein, auch die Kinderkrippe fand dort seine Heimstatt und in einem Teil gab es eine kleine Wohnung.

Ramona Relau blieb ihrem Heimatdorf immer treu, arbeitete als Verkäuferin. 1997 kaufte sie schließlich das seit der politischen Wende leerstehende ehemalige Schulgebäude, das in den Folgejahren umgebaut und wohnlich gestaltet wurde. Ramona Relau lebte und arbeitete über 20 Jahre in Berlin, ging aber nach dem Tod der Mutter im Jahre 2001 wieder in die alte Heimat zurück. In der alten Schule war genug Platz, so zog Renate Relau zu ihrer Schwester Ramona und ihren beiden Kindern Max und Jakob.

Von André Reichel

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