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Neues Projekt für die Pflege

Neuruppin Neues Projekt für die Pflege

Im Neuruppiner Mehrgenerationenhaus Krümelkiste hat ein Projekt begonnen, um Menschen zu helfen, die Angehörige pflegen, die an Demenz erkrankt sind. Oft seien diese unsicher, wie sie mit der Krankheit und ihrem Angehörigen umgehen sollen, sagte am Dienstag Hartmur Wichmann. Bei dem kostenlosen Kurs In der Krümelkiste wird den Angehörigen geholfen.

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Hartmut Wichmann leitet das neue Projekt in der Neuruppiner Krümelkiste.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Ohne dass groß Werbung dafür gemacht worden wäre, ist Mitte Juli im Neuruppiner Mehrgenerationenhaus „Krümelkiste“ ein neues Projekt gestartet. Es richtet sich an Angehörige von Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Diese können sich in einem Kurs über acht Monate zu einem sogenannten Altenpflegebetreuer ausbilden lassen. Geschult wird dienstags und donnerstags jeweils für vier Stunden.

Fast 1,6 Millonen Menschen leiden in Deutschland an Demenz

„Die Angehörigen sind näher dran an den Erkrankten als das Pflegepersonal“, sagte Hartmut Wichmann (68), der am Dienstag das Projekt vorstellte. Demnach ist die am Leben orientierte Ausbildung, die spielerisch erfolge, kostenlos für die Angehörigen. Denn finanziert werde die Schulung über spezielle Förderprogramme. Zudem erhalten die Teilnehmer zum Abschluss ein Zertifikat. Wichmann, der seit 1988 in Neuruppin lebt, hat Zahntechnik gelernt und ist ausgebildeter Krankenpfleger sowie Immunbiologe. In Zeiten, in denen die Menschen immer älter werden und immer häufiger an Demenz und Alzheimer erkranken, sei es wichtig, dass sich Angehörige mit der Krankheit beschäftigen und ihre Unsicherheit im Umgang damit ablegen. Leben doch nach einer Studie der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft derzeit fast 1,6 Millionen Menschen in Deutschland, die unter Demenz leiden. Zwei Drittel von ihnen sind demnach von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Da jedes Jahr mehr Menschen in Deutschland an Demenz erkranken, als dass es zu Sterbefällen unter den bereits Erkrankten kommt, steigt die Zahl der Patienten im Schnitt pro Jahr um 40 000.

Der Mensch ist nie zu alt zum Lernen

Um darauf aufmerksam zu machen, sollen am Donnerstag, dem Weltalzheimertag, in der Krümelkiste zwei Filme zum Thema gezeigt sowie ein Vortrag gehalten werden. Indes gibt es für das neue Projekt an der Krümelkiste auch ohne viel Werbung schon eine große Nachfrage für die unentgeltlichen Kurse. Insgesamt 16 Frauen und Männer nehmen daran teil. Sie kommen zum Großteil aus Neuruppin. Eine 75-Jährige reist für die Schulung sogar regelmäßig aus Kuhhorst an. „Sie hätte sich schon früher so einen Kurs gewünscht, weil vor kurzer Zeit ihr Mann gestorben ist, dem sie dann vielleicht besser hätte helfen können“, sagte Wichmann. Für ihn zeigt das Beispiel zweierlei: Dass der Mensch nie zu alt zum Lernen ist und auch bereit ist, weite Wege in Kauf zu nehmen, wenn das Angebot stimmt.

Lerncafé für Analphabeten geplant

Die Krümelkiste will deshalb im nächsten Jahr weitere dieser Kurse anbieten. Zudem will das Mehrgenerationenhaus ab dem neuen Jahr ein sogenanntes Lerncafé für Analphabeten einrichten. Laut Iris Spad, Leiterin des vor wenigen Wochen gegründeten regionalen Grundbildungszentrums an der Kreisvolkshochschule in Neuruppin, können im Landkreis mehr als 9000 Frauen und Männer nicht richtig lesen, rechnen und schreiben. „Wir wollen diese Leute aus ihrer Isolation herausholen“, sagte Antje Teuffert. Sie leitet seit Januar die Krümelkiste.

Von Andreas Vogel

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