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Neugier trifft Kunstraum

Drei Künstler in Rosenwinkel Neugier trifft Kunstraum

Drei Prignitzer Künstler laden am Sonnabend zur Wintersession 2 nach Rosenwinkel bei Heiligengrabe. 30 Liebesbriefe sind zu sehen, großfarmatige Bilder auf Acrylflies und ein Statement aus sieben Eichenbalken.

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Auf Andreas Dorfstechers Kunstwerk „Statement“ verbergen sich Konturen und Landschaften.

Quelle: Christamaria Ruch

Rosenwinkel. 30 Liebesbriefe liegen fein säuberlich sortiert auf dem Boden vom Kunstraum in Rosenwinkel. 30 Liebesbriefe, die in Bildern ihre Zuneigung ausdrücken. Das zarte Grün vom breitgetretenen Kraut, der blasse Halm oder das knallrote Stück Papier – für Annett Glöckner ist das alles Liebe. „Das ist wie Feuer im Haus oder wie ein Vulkan“, sagt die Künstlerin aus Barenthin.

Am kommenden Sonnabend, 5. Dezember, von 17 bis 20 Uhr kreuzen sich in Rosenwinkel wieder einmal die Wege von drei Prignitzer Künstlern. Bei der Wintersession 2 ist Holzbildhauer Andreas Dorfstecher erneut der Gastgeber und empfängt Annett Glöckner sowie Jost Löber aus Horst bei Groß Pankow. Um 19 Uhr lädt Glöckner zu einer Performance mit eigenen Liedern und Texten ein. Streng genommen ist das bereits die Wintersession in dritter Auflage. „Aber erst vor zwei Jahren gaben wir einen Namen dafür“, sagen alle drei.

„Die Wintersession ist wirklich eine gute Gelegenheit, sich den gegenseitigen Arbeitsstand vorzustellen und dabei auszutauschen“, so Löber beim Aufbau seiner Werke. Denn: „Das ist eine seltene Gelegenheit für uns alle.“ 1995 stellten die drei Künstler erstmals gemeinsam in Rosenwinkel aus. In unregelmäßigen Abständen suchen sie diese Ebene. „Es ist immer wieder Neugier, welche Erlebnisse und Motive jeder als künstlerischen Input hat“, sagt Löber.

Suchen und finden seit 20 Jahren den Austausch

Suchen und finden seit 20 Jahren den Austausch: Andreas Dorfstecher, Annett Glöckner und Jost Löber (von links).

Quelle: Christamaria Ruch

Nach 20 Jahren kombiniert Jost Löber nun erstmals wieder die Werkstoffe Metall und Holz. Während einer Kunstwoche im September beim Spreewaldatelier in Lübbenau entstand somit „Das Auge“. Dabei umschließen fünf gekrümmte Eichenbalken eine Kugel. An den Seiten läuft das Holz in Metallstäben zusammen, die dem ganzen Kunstwerk Halt geben. Beim Bewegen gerät die innen liegende Kugel, der Augapfel, in Bewegung. „Es wird spannend, wie die Besucher darauf reagieren“, ist sich Löber sicher. Auch seine drei großformatigen Acrylbilder auf Industrievlies stellt er nun aus. „Es ist so selten, dass ein Raum so passend dafür ist“, lobt Löber den 120 Quadratmeter großen Kunstraum. Denn noch nie konnte er die drei 1,3 mal 1,7 Meter großen und 20 Jahre alten Werke gemeinsam in Szene setzen.

Annett Glöckner ist nach wie vor den Fundstücken verbunden. So bezeichnet sie etwa die zwei Motorhauben, die sie auf einem Autofriedhof in Schweden entdeckte und dann in die Prignitz holte. Auf die Rostflecke, die Spuren von Moosen und Flechten schrieb sie buchstäbliche Liebeserklärungen.

Andreas Dorfstecher gibt nun ein sprichwörtliches Statement mit seiner Kunst ab. Die sieben aufgereihten Eichenbalken nennt er „Statement“. Hinter diesem Standpunkt verbirgt sich ein langer Schaffensprozess und erstmals in dieser Größe Innenarchitektur. „Vor 20 Jahren entstand diese Idee“, sagt er. Gleichzeitig räumt er ein: „Zeit und Mut waren notwendig, um die verschiedenen Konturen der Eiche zu sehen und zu verstehen.“ Verästelungen und Zwiesel lassen erahnen, welche Konturen unter der Rinde verlaufen. Aber erst beim Spalten offenbaren sie sich und geben wahre Landschaften frei.

Von Christamaria Ruch

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