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Neuntöter fliegt gegen den grünen Strom

Photovoltaik bei Maulbeerwalde geplant Neuntöter fliegt gegen den grünen Strom

Ein Leipziger Investor will entlang der Autobahn 24 bei Maulbeerwalde eine Photovoltaik-Anlage errichten. Dadurch könnten bis zu 2800 Haushalte pro Jahr mit Strom versorgt werden. Für seine Investition hat der Konzern weit im Voraus geplant. Ein Umweltgutachten weist jedoch einige Hindernisse für den Plan auf, auch durch den Neuntöter.

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Der Neuntöter gehört zu den geschützten Vogelarten. Er nistet auf einem kleinen Streifen der Planungsfläche.

Quelle: Eckhard Baumann

Maulbeerwalde. Wenn es nach den Plänen des Leipziger Investors Green Energy 3000 geht, wird noch in diesem Jahr entlang der Autobahn 24 bei Maulbeerwalde grüner Strom gewonnen. Auf dem rund 14 Hektar großen Areal soll bereits ab September eine Photovoltaik-Anlage entstehen, durch deren eingespeiste Energie jährlich bis zu 2800 Haushalte mit Strom versorgt werden können. Und das für mindestens 20 Jahre, heißt es aus Leipzig.

„Die Planungen für die Anlage laufen seit Mitte 2014“, informiert eine Unternehmenssprecherin. Man habe eine hausinterne Potenzialanalyse durchgeführt, welche sich inhaltlich mit dem Grundsatzbeschluss für geeignete Photovoltaik-Flächen der Gemeinde Heiligengrabe decke. „Ein Umweltgutachten wurde erstellt und dient als Grundlage für die weitere Planung“, so die Sprecherin. Der Eingriff in Umwelt und Natur sei demzufolge weitgehend unkritisch.

Gemeinde Heiligengrabe befürwortet Bau der Anlage

„Der Bauträger hat sehr weit im Voraus geplant“, sagt die Bauamtsleiterin der Gemeinde Heiligengrabe, Andrea Asse. Die Gemeindevertreter stünden dem Vorhaben positiv gegenüber, trotzdem habe noch bis Anfang Februar jeder die Möglichkeit, sachliche Einwände gegen das geplante Bauvorhaben vorzubringen. Gutachten und Pläne seien im Bauamt einsehbar. Einwände werden Asse zufolge bei den Planungen berücksichtigt und binnen acht Wochen eingearbeitet. Dann erfolge eine erneute Beteiligung, bis der Entwurf bestätigt und beschlossen werden könne.

Die Empfehlungen des Umweltgutachtens und andere im Vorfeld der Planung entdeckte Hindernisse wie eine Gasleitung lassen das Vorhaben von Green Energy jedoch etwas bescheidener ausfallen, als im Vorfeld gedacht. Beispielsweise nisten auf dem Areal geschützte Vogelarten wie der Neuntöter. „Diese Flächen bleiben folglich unangetastet“, erläutert Projektentwickler Mario Berge. Das führe dazu, dass die über 38 000 Solarmodule keine zusammenhängende Fläche bildeten sowie ihre Anzahl und die ursprünglich geplante Leistung etwas geringer ausfalle. „Aber damit mussten wir rechnen“, sagt Berge.

Keine Beeinträchtigung für Anwohner zu befürchten

Das Projekt hat nach Einschätzung von Gemeinde und Green Energy zwar gute Chancen, zeitnah realisiert zu werden, weitere Gutachten müssten jedoch abgewartet werden. „Zum Beispiel über die Blendwirkung gegenüber Autofahrern der A24“, sagt Berge. Module könne man dann aber entsprechend ausrichten. Der wenige hundert Meter entfernten Siedlung Maulbeerwalde werden laut Gutachten vom November 2015 keine Nachteile entstehen.

Profiteure der Anlage sind die beiden Grundstückseigentümer, die durch die Pacht vermutlich mehr Gewinn als durch bislang betriebene Landwirtschaft machen werden. Geplante Ausgleichsmaßnahmen, wie das Schaffen von Grünflächen für Vögel und Reptilien, durch Green Energy kommen auch der Natur zugute.

Photovoltaik in Maulbeerwalde

Rund neun Millionen Euro investiert Green Energy 3000 in den Bau einer Photovoltaik-Anlage bei Maulbeerwalde. Zusätzliche Fördermittel fließen von Bund und Land.

Über eine Strecke von zwei Kilometern sollen sich rund 38 400 Solarmodule auf einer Fläche von 14 Hektar entlang der A24 schlängeln.

Rund zehn Millionen Kilowattstunden pro Jahr beträgt die Leistung der Anlage. Die Energie fließt ins öffentliche Netz des Stromanbieters Edis.

Weitere Informationen zum Bau unter: https://umwelt-beteiligung.de/brb/content/bp-nr-9-sondergebiet-photovoltaik-maulbeerwalde

Von Christian Bark

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