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Neuruppin: Dacharbeiten lösten Großbrand aus

Hoher Sachschaden, mehrere Verletzte Neuruppin: Dacharbeiten lösten Großbrand aus

Einen Tag nach dem verheerenden Großbrand in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) ist nun klar, was das Feuer in dem Geschäftshaus ausgelöst hat. Dacharbeiten waren laut Polizei der Grund. Fünf Menschen wurden bei dem Feuer verletzt – mehr als zunächst angenommen.

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Das Haus ist bei dem Brand völlig zerstört worden.

Quelle: Grunow

Neuruppin. Fünf Menschen sind bei dem Großbrand am Montag in Neuruppin verletzt worden. Die Feuerwehr war zunächst von zwei Verletzten ausgegangen, musste die Zahl inzwischen aber korrigieren. Ein 46 Jahre alter Kunde des Computerladens, der sich in dem Gebäude befand, musste wegen des Verdachts auf Rauchgasvergiftung behandelt werden, ebenso zwei Feuerwehrmänner. Zwei weiteren Feuerwehleuten setzte der stundenlange Einsatz in großer Hitze derart zu, dass sie mit schweren Kreislaufproblemen in die Ruppiner Kliniken gebracht wurden.

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6. Juni 2016 – Am Montagnachmittag ist in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) das Dach eines Geschäftshauses in Flammen aufgegangen. Die Feuerwehr rückte zu einem Großeinsatz aus und war mehrere Stunden mit dem Löschen der Flammen beschäftigt. Das Feuer wurde offenbar bei Arbeiten an dem Dach ausgelöst. Über der Stadt stand zeitweise eine schwarze Rauchwolke.

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Der Brand hielt die Feuerwehr bis Dienstagfrüh in Atem. Ausgebrochen war er am Montag gegen 14 Uhr – bei Arbeiten am Teerdach. Davon gehen die Ermittler der Kriminalpolizei aus, nachdem sie am Dienstag die Ruine des ausgebrannten Geschäftshauses genau untersucht haben. Fest steht, dass am Dach mit offenem Feuer gearbeitet wurde. „Und an dieser Stelle lag auch der Brandherd“, sagt Polizeisprecherin Ariane Feierbach.

 Erst am Dienstagmorgen konnte die Feuerwehr den Brandort freigeben

Erst am Dienstagmorgen konnte die Feuerwehr den Brandort freigeben. Ermittler der Polizei machten sich daraufhin an die Arbeit.

Quelle: Peter Geisler

Über das Dach breitete sich das Feuer rasend schnell auf das gesamte Haus aus. Die brennende Teerpappe war auch mit einem Großaufgebot von Feuerwehren nicht zu löschen. Über Stunden stieg eine mächtige schwarze Rauchwolke von dem Feuer auf, die noch etliche Kilometer weiter zu sehen war.

Nur unter Atemschutz konnten die Feuerwehrleute sich dem Brand überhaupt nähern. Normalerweise sollen die Frauen und Männer nicht öfter als zweimal am Tag mit den schweren Pressluftflaschen im Einsatz sein. Dauert der Einsatz länger, werden sie von anderen Feuerwehrleuten abgelöst. Doch bei dem Brand am Montag hatte die freiwillige Feuerwehr kaum noch Personalreserven. „Wir kommen an die Grenzen“, musste Einsatzleiter Axel Zoschke schon am Nachmittag einräumen.

Gaffer mussten zurückgedrängt werden – darunter auch Familien

Die freiwillige Feuerwehr hatte alle verfügbaren Leute aus Neuruppin und den benachbarten Ortsteilen alarmiert, zusätzlich einen Löschzug aus Fehrbellin. Knapp 90 Feuerwehrleute und 19 Fahrzeuge waren im Einsatz, dazu Rettungsdienst und Polizei.

Die Rauchwolke hatte mehrere hundert Neugierige angelockt. Die Polizei hatte in einem Sicherheitsabstand um das brennende Haus das gesamte Gelände abgesperrt, doch immer wieder ignorierten Gaffer das. „Es gab sogar Familien mit Kleinkindern, die in den Gefahrenbereich liefen, um besser Fotos vom Feuer machen zu können“, so Polizeisprecher Toralf Reinhardt.

Viele Gaffer haben keine Rücksicht auf Feuerwehr genommen

Dabei lag die gesamte Straße in dichtem Rauch. Die Leute hätten immer wieder die Arbeit der Feuerwehr behindert, weil die auf die Schaulustigen Rücksicht nehmen musste. Vor allem haben sich die Menschen aber selbst in Gefahr gebracht. Reinhardt hat dafür kein Verständnis: „Der Rauch ist extrem gefährlich. Deshalb wurden ja auch mehrere Feuerwehrleute verletzt.“

Mit vier C- und drei B-Rohren setzten die Feuerwehrleute am Montag Unmengen an Löschwasser ein. Pro Stunde saugten die Pumpen mehr als 200.000 Liter aus dem Trinkwassernetz. „Das ist fast so viel, wie normalerweise ganz Neuruppin verbraucht“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Thoralf Uebach am Dienstag.

Feuerwehr brauchte fast so viel Wasser wie die gesamte Stadt

Der übliche Trinkwasserverbrauch von rund 250 Kubikmetern in der Stunde schnellte durch den Feuerwehreinsatz auf 460 Kubikmeter hoch. Für eine solche Belastung auf Dauer ist das Leitungsnetz nicht ausgelegt, weshalb die Feuerwehr schließlich zusätzliche Schläuche zum Ruppiner See legen musste.

Erst gegen 21 Uhr konnten die meisten Feuerwehrleute abrücken – nach sieben Stunden im Einsatz. Zurück blieb ein Trupp, der die gesamte Nacht hindurch löschte, wo immer ein Brandherd wieder aufflammte. Die Fehrbelliner Straße blieb bis Dienstagvormittag in beide Richtungen gesperrt.

Für Neuruppins stellvertretenden Wehrführer Axel Zoschke war der Einsatz ein klarer Erfolg. Dass das Geschäftshaus zu retten war, sei kaum zu erwarten gewesen, sagte er am Abend: „Nicht bei dieser Bauweise.“ Aber die Feuerwehr konnte verhindern, dass sich der Brand ausbreitet. Zoschke: „Wir haben es gehalten, das ist das Wichtigste.“ Die beiden benachbarten Wohnhäuser durften sicherheitshalber in der Nacht nicht betreten werden. Zu groß war die Gefahr, dass sich in den Räumen hoch giftiges Rauchgas gesammelt hat.

Auch ein benachbartes Wohnhaus ist zur Hälfte unbewohnbar

In das größere der beiden Häuser konnten die Mieter am Dienstagmorgen zurückkehren. Das Haus an der Ecke Trenck­mannstraße wurde trotz aller Bemühungen der Feuerwehr aber so schwer beschädigt, dass eine Hälfte des Gebäudes nicht mehr bewohnbar ist, hieß es am Dienstag von der Stadtverwaltung. Weil die Mauern einstürzen könnten, bleibt auch der Gehweg vor dem ausgebrannten Gebäude gesperrt.

Von Reyk Grunow

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