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Ostprignitz-Ruppin Wustrauer Seefestival steht auf der Kippe
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wustrauer Seefestival steht auf der Kippe
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20:27 14.02.2014
Atlania beim Seefestival in Wustrau im Jahr 2011. Das Wasserfest ist einzigartig in Brandenburg. Quelle: Peter Geisler
Wustrau/Neuruppin

Die Zukunft des Seefestivals Wustrau steht auf der Kippe. Denn der Kreis will das Festival in diesem Jahr lediglich mit 6000 Euro fördern. Das klingt zwar viel und es sind auch 1000 Euro mehr als 2013. Doch Festivaldirektor Marten Sand hatte 15 000Euro beantragt, um Gesamtkosten von 117 000 Euro stemmen zu können.

Immerhin feiert das Festival sein zehnjähriges Bestehen. Deshalb sollen nicht allein das Musical "Theaterblut" und das Schauspiel "Friedrich II., vom Rebell zum Thronfolger" in Wustrau aufgeführt werden. Zusätzlich ist für den 31. Mai eine Gala in der Neuruppiner Pfarrkirche geplant.

"Wir haben vier Leuchttürme in der Region: Die Kammeroper und die Musikakademie in Rheinsberg, den Theatersommer in Netzeband und mein Festival", sagte Sand am Donnerstagabend beim Kulturausschuss des Kreistages in Neuruppin. Um diese Leuchttürme erhalten zu können, bedürfe es aber "einer besonderen und nahezu konstanten Förderung", so Sand. Diese erfahre das Seefestival jedoch nicht. Schon im vergangenen Jahr sei das Festival nur spielfähig gewesen, weil das Land die Förderung auf 20 000 Euro aufgestockt habe und Sponsoren wie die Sparkasse gefolgt seien. Das Bangen um das Festival und das Bitten um Spenden haben den Mitbegründer des Seefestivals im Vorjahr einen "gesundheitlichen Zusammenbruch" beschert. "Das schaffe ich kein zweites Mal", betonte Sand.

Der Geschäftsführer appellierte an die Abgeordneten, das mit dem Tourismuspreis des Landes geehrte Seefestival mit einer höheren Summe zu fördern. Ausschusschef Peter Bittermann (SPD) gestand auch, nicht gewusst zu haben, wie "dramatisch die Situation" für das Seefestival ist. Gleichwohl sah sich Bittermann nicht in der Lage, die Vorschlagsliste des Amtes zu ändern. "Wir müssen den Spagat zwischen den Leuchttürmen und den vielen kleinen Projekten hinkriegen."

Einzig Erich Kuhne (CDU) unternahm einen Versuch: Er schlug vor, die Schöllerfestspiele in Neustadt nicht mit 9000 Euro zu fördern, sondern mit 7500 Euro und die Differenz von 1500 Euro an das Seefestival Wustrau zu vergeben. Doch darüber konnte nicht abgestimmt werden, weil von den neun Abgeordneten des Ausschusses nur vier da waren. Das Gremium war damit nicht beschlussfähig. Nun liegt es an Marten Sand und seinem Team, ob das Festival stattfinden kann.

So will der Kreis die Kulturförderung verteilen

  • 96 100 Euro stellt der Kreis für die Kulturförderung in diesem Jahr bereit, beantragt wurde eine Unterstützung von 137 225 Euro.
  • Das Gros des Geldes fließt wie gehabt nach Rheinsberg. Die Kammeroper soll laut Kulturamt 33 000 Euro erhalten, die Musikakademie 16 000 Euro, das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum 7000 Euro.
  • Der Theatersommer Netzeband soll mit 10 000 Euro gefördert werden, die fünften Schöller-Festspiele in Neustadt (Dosse) mit 9000 Euro. Das Seefestival Wustrau soll 6000 Euro bekommen, das Projekt „Himmelston & Erdenkreis“ des Kirchenkreises Wittstock-Ruppin 4000 Euro.
  • Für die Fontane-Festspiele in Neuruppin will der Kreis 3000 Euro geben, für die Aequinox-Festtage in Neuruppin 2000 Euro. Je 1000 Euro sind für die Galerie am Bollwerk in Neuruppin geplant und die Restaurierung des Kirchenharmoniums in Kantow bei Wusterhausen.
  • Der Preis für junge Literatur des Fördervereins Kirche Stüdenitz soll mit 800 Euro gefördert werden, das Kulturradeln des Vereins Bildung und Soziales Nauen mit 700 Euro.
  • Je 500 Euro sind für den Damelacker Kultursommer, für ein Theaterstück zu 350 Jahre Neustadt (Dosse) und für Führungen durch die Papierfabrik Hohenofen vorgesehen. Für den Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ gibt der Kreis traditionell 1100 Euro.
  • Die Entscheidung , ob das Geld so verteilt wird oder es Änderungen gibt, liegt bei Landrat Ralf Reinhardt.

Kommentar: So einen Ausschuss braucht keiner

Von Andreas Vogel

Endlich stellen sich mal Vertreter von Kulturprojekten vor, wenn es darum geht, das Geld für die Kulturförderung des Kreises zu verteilen. Das ist selten. In der Vergangenheit verließen sie sich meist auf ihre Anträge und Absprachen mit der Verwaltung. Die Abgeordneten waren bei der entscheidenden Sitzung dann meist unter sich und feilschten ein wenig, welches Projekt noch etwas mehr und welches etwas weniger Geld erhalten soll. Doch am Donnerstagabend war es anders: Sowohl die Organisatoren der Fontane-Festspiele in Neuruppin als auch die des Seefestivals in Wustrau stellten ihre Projekte vor und erklärten, warum sie einen Zuschuss in der beantragten Höhe benötigen. Geholfen hat ihnen das wenig: Zum einen war der Ausschuss nicht beschlussfähig, weil nur vier von neun Abgeordneten erschienen waren; zum anderen wollten die restlichen Politiker bis auf Erich Kuhne die von der Verwaltung gestrickte Förderliste nicht noch mal aufschnüren. Das hätte ja Arbeit bedeutet. So einen Ausschuss braucht keiner.

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