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Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Dealer muss ins Gefängnis
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Dealer muss ins Gefängnis
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02:15 16.10.2015
Quelle: dpa
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Neuruppin

Er seufzt einmal tief, holt Luft, dann sprudeln die Worte nur so aus ihm heraus: Ronny M. packt aus. Der 39-Jährige gibt zu, mit Drogen gehandelt zu haben. Wegen Betäubungsmittelhandels in elf Fällen zwischen Juli 2014 und Mai wurde der gebürtige Neuruppiner am Dienstag vom Neuruppiner Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt.

Ronny M. hatte Geldprobleme. Wegen eines Bandscheibenvorfalls fand der Straßenbau-Facharbeiter keine Arbeit. Über einen Kumpel lernte er im Juli 2014 in Berlin einen gewissen Mohammed kennen. Der versorgte ihn mit Drogen. Ronny M. kaufte Mohammed jeden Monat mindestens 100 Gramm Marihuana für 650 Euro ab und veräußerte die Drogen für 700 bis 750 Euro weiter.

Das Sortiment wurde nach und nach breiter

Im Laufe der Zeit erweiterte sich die Geschäftsbeziehung. Es ging um größere Mengen und ein breiteres Sortiment. Dazu gehörten unter anderem auch 100 Ecstasy-Tabletten. „Die habe ich nicht verkauft, sondern an Kumpel verschenkt, wenn wir feiern waren“, sagte Ronny M. Auf dem Gelände eines Kieswerkes zwischen Rägelin und Rossow bekam er von Mohammed ein Kilogramm Marihuana. Von einem unbekannten Verkäufer aus Rheinsberg, den er mal bei einer Party kennengelernt hatte, erstand er 50 Ecstasy-Tabletten und 100 Gramm Amphetamine. Anfang dieses Jahres wechselten 106 Gramm Kokain bei McDonalds in Neuruppin den Besitzer. 2000 Euro leistete Ronny M. als Anzahlung. „Das war gesammeltes Kleingeld“, sagte Ronny M. Geld, das er über Jahre in seiner Sparbüchse gehortet haben will.

Drogen im Kühlschrank und in Schuhkartons

Am 7. Mai wurde seine Wohnung durchsucht. Dabei fand die Polizei in der ganzen Wohnung verteilt – unter anderem im Kühlschrank und in Schuhkartons – knapp 102 Gramm Kokain, 1,7 Kilogramm Cannabis, 617 Gramm Amphetamine, 145 Ecstasy-Tabletten und 1660 Euro Bargeld.

Wie der Angeklagte am Dienstag sagte, habe er bereits im Januar mit den Drogengeschäften aufhören wollen, weil seine Freundin so dagegen war. Das nahm ihm das Gericht nicht ab. „Jemand, der wirklich aufhören will, hat nicht überall Drogen herumliegen“, sagte Richter Gerhard Pries. „Wenn Sie nicht erwischt worden wären, hätten Sie weiter gemacht. Davon sind wir überzeugt.“ Positiv wertete das Gericht sein Geständnis und, dass er Angaben zu seinem Lieferanten gemacht hatte.

Staatsanwalt pocht auf Freiheitsstrafe

„Bei den Drogenmengen denke ich nicht mehr an Bewährung“, sagte Staatsanwalt Torsten Sauermann. Dafür hatte sich Verteidiger Klaus Miesbauer ausgesprochen. Sein Mandant sei kein klassischer Dealer. Er habe ein Zubrot gesucht und sei an die falschen Leute geraten. Staatsanwalt Sauermann sah das anders. Ronny M. wisse aus eigener Erfahrung, was man mit Drogen anrichten könne, und steige dann selbst ins Geschäft ein. „Da ist mein Verständnis am Ende.“

Auch das Gericht sah keinen Spielraum für eine Bewährungsstrafe. Nun muss Ronny M. seine Strafe hinter Gittern absitzen.

Von Dagmar Simons

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