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Neuruppin: Der Kreis bereitet Unterkünfte vor

Flüchtlingskrise Neuruppin: Der Kreis bereitet Unterkünfte vor

Trotz der Debatten über Obergrenzen für Flüchtlinge rechnet Landrat Reinhardt (SPD) damit, dass Ostprignitz-Ruppin in diesem Jahr ähnlich viele Menschen auf Flucht aufnehmen soll wie 2015. Deshalb mietet der Kreis weiter Wohnungen. Zudem haben die Arbeiten für ein Containerdorf begonnen. Eine Alternative zum Schullandheim Schweinrich scheint ebenfalls gefunden.

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Die Arbeiten für das Containerdorf an der einstigen Panzerkaserne in Neuruppin haben begonnen.

Quelle: Foto: Peter Geisler

Neuruppin. Ungeachtet der europaweiten Debatten über Obergrenzen für Flüchtlinge und verstärkte Grenzkontrollen geht Landrat Ralf Reinhardt (SPD) davon aus, dass Ostprignitz-Ruppin in diesem Jahr ähnlich viele Menschen auf der Flucht aufnehmen soll wie 2015. Das wären knapp 1400. Genaue Zahlen gibt es jedoch nicht. Etwas Klarheit erhofft sich Reinhardt deshalb von der Landräte-Konferenz am 26. Februar in Potsdam. Immerhin soll es dabei auch um die Flüchtlingskrise gehen. Große Erwartungen hat Reinhardt dennoch nicht. Schließlich weiß niemand, wie viele Menschen in diesem Jahr aus ihrem Land flüchten werden. „Das hängt von der großpolitischen Lage ab“, sagte Reinhardt.

Seit Jahresbeginn 60 Flüchtlinge aufgenommen

Derzeit kommen nur wenige Flüchtlinge nach Ostprignitz-Ruppin. Seit Jahresbeginn wurden gerade mal 60 Asylbewerber aufgenommen. „Wir haben derzeit keine kurzfristigen Zuweisungen von der Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt“, sagte Sozialdezernentin Waltraud Kuhne am Mittwoch. Wie lange dieser Zustand anhält, weiß niemand. Deshalb bereitet sich der Landkreis auf das Unterbringen weiterer Asylbewerber und Flüchtlinge in Neuruppin vor. Die Verwaltung sucht und mietet in der gesamten Region weiter Wohnungen an; in der Kreisstadt sind Arbeiter derzeit dabei, im einstigen Gebäude der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) an der Alt Ruppiner Allee Wohnungen einzurichten. Dort sollen ab dem Sommer bis zu 100 Flüchtlinge untergebracht werden können. Parallel dazu haben keine hundert Meter entfernt auf dem Gelände der ehemaligen Panzerkaserne die Arbeiten für ein Containerdorf begonnen, in dem bis zu 220 geflüchtete Menschen leben könnten. Mitarbeiter einer Wittstocker Firma haben dafür gerade die ersten Fundamente gegossen. Das Containerdorf soll ebenfalls bis zum Sommer bezugsfertig sein.

Gleichwohl setzt der Kreis weiterhin darauf, Flüchtlinge vor allem in Wohnungen unterzubringen. „Wir haben derzeit gute Zuläufe“, sagte Sozialdezernentin Kuhne. Demnach leben in Ostprignitz-Ruppin aktuell 703 Asylbewerber in insgesamt 158 Wohnungen. 1196 Flüchtlinge erhalten laut Kuhne Geld nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Das bedeutet, sie bekommen etwas weniger als ein Hartz-IV-Betroffener.

Alternative für das Schullandheim Schweinrich in Sicht

Außerdem leben derzeit 38 minderjährige Flüchtlinge im Landkreis, die ohne ihre Eltern unterwegs waren. Die Jugendlichen sind im Schullandheim in Schweinrich sowie in Neuruppin untergebracht. Damit sich ab April in Schweinrich wieder Schul- und Hortklassen erholen und Abenteuer erleben können, sucht der Landkreis immer noch nach einer Alternative zum Schullandheim. Diese scheint jetzt nach mehreren Anläufen gefunden zu sein. „Wir befinden uns auf der Zielgeraden“, sagte am Donnerstag Jugendamtsleiter Andreas Liedtke, ohne den Standort verraten zu wollen. Denn das Objekt soll in der nächsten Woche noch einmal begutachtet werden, bevor der Vertrag dafür unterzeichnet wird.

Von Andreas Vogel

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