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Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Die Heide bekommt ein Museum
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Die Heide bekommt ein Museum
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02:15 29.08.2015
Eine Ausstellung in den Räumen der Kreisverwaltung zeigt Luftbilder vom Areal des Bombodroms, die seit den 50er Jahre entstanden sind. Rainer Entrup (M.) von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erklärte die Veränderungen, die darauf zu erkennen sind. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

17 Jahre lang kämpfte eine Region nahezu geschlossen gegen die Pläne für einen riesigen Truppenübungsplatz der Bundeswehr in der Kyritz-Ruppiner Heide. Zehntausende Menschen haben sich zum Protest versammelt. Es war eine der mächtigsten Bürgerbewegungen in der Bundesrepublik. Und sie hatte Erfolg: Die Bundeswehr gab ihre Pläne für eine Nachnutzung des sogenannten Bombodroms auf. Mit einem Schlag wurde es still um die einst so eindrucksvolle Protestbewegung. Jetzt soll die Geschichte der Bürgerbewegung, der Kampf um die Freie Heide und die Geschichte des Bombodroms wieder erlebbar gemacht werden.

In Neuruppin haben am Mittwoch Landrat Ralf Reinhardt, Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde, Ulrike Laubenthal für den Verein Friedensscheune aus Zempow und Renate Schüler vom Förderverein Dorfkirche Gadow eine Vereinbarung über die engere Zusammenarbeit unterzeichnet. Gemeinsam wollen sie Dauerausstellungen zur Geschichte der Kyritz-Ruppiner Heide an verschiedenen Orten entwickeln. Sie sollen thematisch aufeinander aufbauen, abgestimmt sein und nicht das wiederholen, was schon andernorts zu sehen ist. Das Museum Neuruppin ist einbezogen, ebenso die Kreismuseen Alte Bischofsburg Wittstock.

Geplant ist der Aufbau eines großen Freiluftmuseums, mit verschiedenen Stationen an bedeutenden Orten rund um das gesperrte Gelände der Kyritz-Ruppiner Heide, etwa an Mahnsäulen und Dorfkirchen, in denen sich der Protest vor Jahren organisiert hatte.

Eine Art visuelles Museum für Vor-ab-Infos

Geplant ist auch eine Art virtuelles Museum, kündigte Landrat Reinhardt an: ein Internetportal mit Informationen über Sammlungen, Ausstellungen und Informationen aus Archiven und Museen, über das sich Besucher schon vorab mit den Themen Militär und Natur auseinandersetzen können.

Eine Ausstellung im Keller der Kreisverwaltung an der Neustädter Straße vermittelt seit Mittwoch schon mal einen Eindruck, wie sich die Kyritz-Ruppiner Heide verändert hat, seit das Areal in den 50er Jahren von der Sowjetarmee in Beschlag genommen und abgeriegelt wurde. Zu sehen sind Luftbilder, aufgenommen aus großer Höhe, auf denen kleinste Veränderungen über die Jahrzehnte zu erkennen sind.

Bürgermeister Golde würde sich wünschen, dass noch mehr Menschen die Chance bekommen, das Gelände selbst zu erkunden. „Wir haben hier die größte zusammenhängende Heidelandschaft Deutschlands“, sagt er. „Größer als die Lüneburger Heide.“

Für den Massentourismus ist das Areal kaum geeignet

Doch das 12 000 Hektar große Gelände ist noch immer derart stark mit Munition verseucht, dass nur ein kleiner Teil überhaupt von Besuchern erkundet werden kann. Ganz im Süden des einstigen Bombenabwurfplatzes hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) einen Weg von Neuglienicke vorbei an Pfalzheim in Richtung Rossow freigegeben. Die Kutschfahrten dort kommen sehr gut an. Aber sie machen auch die Grenzen der touristischen Nutzung des riesigen Geländes klar. Die freigegebene Strecke für Kutschfahrten kratzt nur an der unfassbar großen Fläche. Und doch dauert allein die Fahrt über den halben Weg von Neuglienicke bis zum sogenannte Sielmannhügel nördlich von Pfalzheim schon drei Stunden, sagt Rainer Entrup, der sich im Auftrag der Bima um das einstige Bombodrom kümmert. Für den Massentourismus ist das Areal wohl kaum geeignet. Für gezielte Besucher sehr wohl.

Die Bima hat Pläne für einen zweiten Wanderweg über die Heide in der Schublade. Der könnte am östlichen Rand bei Alt Lutterow über die Heide verlaufen. Noch liegt auf der einstigen Schießbahn dort aber viel zu viel Munition.

Von Reyk Grunow

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