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Neuruppin: Fontane hängt am Parzival

Schüler entwerfen Werbebanner Neuruppin: Fontane hängt am Parzival

Wie begeistert man heutzutage Jugendliche für Theodor Fontane? Der Künstler Tobias Krejtschi hat es vorgemacht. Zwei Tage lang arbeitete er mit Schülern am Schinkelgymnasium in Neuruppin an Werbebannern mit Fontane-Motiven. Die Banner sollen künftig im Großformat an Gebäuden in der Stadt hängen.

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Fontane am Bücher-Sprungbrett oder im Cabrio mit einem Roman als Beifahrer: Die Ideen für ihre Banner hatten die Schüler selbst.

Quelle: Reyk Grunow

Neuruppin. Fontane hangelt sich mit einer Hand am Neuruppiner Parzival empor, mit der anderen fängt er Bücher. Das Bild sieht witzig aus. Celine Kröcher kommt gut voran mit ihrem Entwurf und die Schülerin wirkt ganz zufrieden. Dabei hat sie sich anfangs ganz schön schwer getan mit einer Idee Theodor Fontane ist heutzutage nicht unbedingt der Lieblingsstoff bei Jugendlichen.

Zwei Tage lang hat der Illustrator Tobias Krejtschi versucht, 20 Schülern am Schinkelgymnasium den Mann näher zu bringen, den viele mit Neuruppin verbinden. Wer war er eigentlich, dieser Fontane? Was hat er gemacht? Und was sieht man heute noch von ihm in Neuruppin? Fragen, die die Schüler zuerst klären mussten. Genau, wie es Profizeichner tun.

Tobias Krejtschi (r.) half den Jugendlichen nur, wenn sie mit ihren Entwürfen nicht weiterkamen, etwa mit Tipps für die passenden Farben oder für Details.

Quelle: Reyk Grunow

Tobias Krejtschi ist Profi, der Hamburger hat schon etliche Bücher illustriert, auch Fontanes „John Maynard“. 2014 waren Bilder von Krejtschi zu den Fontane-Festspielen in der Galerie am Bollwerk in Neuruppin zu sehen. Jetzt konnte Festspiel-Organisatorin Uta Bartsch den Künstler für ein Projekt mit Jugendlichen gewinnen. Zwei Tage lang entwerfen sie gemeinsam Banner, die künftig überall in Neuruppin für Fontane werben sollen.

Die Schüler fertigen ihre Entwürfe im A-3-Format an, später werden sie auf ein mal anderthalb Meter große Stoffbahnen gedruckt. Die sollen überall in Neuruppin an Gebäuden aufgehängt werden, sagt Uta Bartsch. Am besten immer mehrere Banner gemeinsam. Alle zwanzig Motive, verteilt über die Fassade eines ganzen Wohnblocks, könnten schon für Aufsehen sorgen.

Die Banner könnten jeder Woche an einem anderen Haus hängen

Die Motive sollen wechseln – mal eine Woche hier, dann eine Woche dort hängen. „Verteilt über die gesamte Stadt“, sagt Uta Bartsch und hofft, dass viele Neuruppiner bereit sind, die bunten Stoffbahnen für ein paar Tage aus dem Fenster hängen zu lassen.

Dass die Banner jetzt, wenige Wochen vor den Fontane-Festspielen 2016 fertig werden, ist Zufall. „Mit den Festspielen hat das Projekt direkt gar nichts zu tun“, sagt Uta Bartsch. Ursprünglich sollte der Illustrations-Workshop schon im vergangenen Jahr stattfinden, passend zum neuen Festival für Kinder- und Jugendliteratur „Querfeldeins“, das Bartsch auch mit aus der Taufe gehoben hat. Doch aus Kosten- und Zeitgründen hat das damals nicht geklappt. Auch jetzt ist noch nicht ganz klar, wie der Druck der Banner finanziert wird. Drei Sponsoren hat Bartsch schon gefunden: „Aber das reicht leider noch nicht.“

Fontane als Schmetterling oder im Stadtbad mit Buch als Sprungbrett

Krejtschi war gestern begeistert von den Ideen, die die Jugendlichen haben. In allen Motiven sollte Fontane vorkommen. Mal fängt Theodor Bücher, die wie Schmetterlinge durch die Luft schwirren; mal liegt ein Fontane-Buch als Platte auf dem Grammophon; mal hüpft Fontane von einem Buch als Sprungbrett in einen Pool voller Papier; mal schwebt er als Engel durch die Luft, getragen von Flügeln in Buchform.

Der Workshop kommt gut an, Fontane nicht immer. „Wir haben natürlich alle irgendwann davon im Unterricht gehört“, sagt Eric Muswieck, der gerade seiner Grammophon-Buch-Kombination den letzten Schliff verpasst: „Für die meisten ist das aber nicht das Thema, mit dem sie sich in ihrer Freizeit beschäftigen.“ Mishelle García, die neben ihm sitzt, war Fontane noch fremder: Sie ist erst seit Kurzem in Neuruppin – als Austauschschülerin aus Ecuador. Irgendwie hat Tobias Krejtschi sie aber alle überzeugt. Manche der Jugendlichen könnten sich jetzt sogar vorstellen, zu Pfingsten die Fontane-Festspiele zu besuchen. „Wenigstens, um die Banner zu sehen“, sagt Marie Roenneberger.

Von Reyk Grunow

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