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Neuruppin: Frische Ideen für Integration

Studentische Initiative Neuruppin: Frische Ideen für Integration

Drei Studenten der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) in Neuruppin haben eine Initiative für Medizin und Menschenrechte gegründet. Die Initiative soll nicht nur Flüchtlingen zu Gute kommen, sondern auch Menschen helfen, die aus anderen Gründen aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden.

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Die Medizinstudenten Saskia Davi, Juri Habicht und Victoria Dworok haben eine Initiative gegründet.

Quelle: Luise Fröhlich

Neuruppin. In Großstädten sind sie fast schon normal und gehen in der Vielzahl anderer unter. Doch wenn drei Studenten in Neuruppin eine Initiative für Integration gründen, ist das etwas Besonderes. „Wir freuen uns sehr, dass wir die Möglichkeit dazu hatten“, sagt Juri Habicht. Gemeinsam mit seinen Kommilitonen Saskia Davi und Victoria Dworok hat der 23-Jährige Anfang Dezember die Initiative für Medizin und Menschenrechte gegründet. Alle drei studieren Humanmedizin an der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) in Neuruppin. Das erste große Projekt steht im April an: eine Festveranstaltung im und vor dem Alten Gymnasium, bei der es vor allem um Aufklärung gehen soll.

Der Name der Initiative soll in den kommenden Monaten noch überarbeitet werden, sagen die Studenten. Medizin und Menschenrechte sei eigentlich zu allgemein für das, was sie damit vor haben. Doch noch wissen sie nicht hundertprozentig, wohin die Reise gehen soll. „Integration betrifft nicht nur die Flüchtlinge“, sagt Saskia Davi, die aus Hamburg stammt und familiäre Wurzeln in Togo und Ghana hat. Die 22-Jährige beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Rassismus und Vielfalt. „Zuwanderer und Flüchtlinge, aber auch Obdachlose, Langzeitarbeitslose oder Menschen mit Behinderung werden häufig aus der Gesellschaft ausgeschlossen“, so Davi weiter. Brisanz erfährt die Initiative wegen der aktuellen Flüchtlingskrise.

Workshops zu verschiedenen Themen

Unabhängig von der Hochschule haben sich die Studenten zusammen getan, um ihre gemeinsamen Interessen unter einen Hut und auch an die Öffentlichkeit zu bringen. Zuerst sollte es nur die Veranstaltung geben, doch mit der Zeit wurde aus der Ideensammlung eine Initiative. Für die Festveranstaltung am 23. April sind vor allem Workshops, aber auch Vorträge zu Themen wie geistige und körperliche Behinderung, Geschlechter in der deutschen Gesellschaft und Schere zwischen arm und reich geplant. Dabei sollen nicht nur Experten aus Großstädten zu Wort kommen, sondern auch direkt Betroffene aus dem Raum Neuruppin. Für das musikalische Rahmenprogramm sorgt die erste Hochschulband der MHB, „Bifurcatio“.

Darüber hinaus wollen Studenten und Asylbewerber gemeinsam internationale Essensstände vorbereiten und Spiele für Kinder anbieten. Um diesen Tag künstlerisch festzuhalten, können Teilnehmer und Mitwirkende ihre Gedanken, Wünsche und Ideen zum Thema Vielfalt an eine große Leinwand schreiben. „Im Mittelpunkt sollen Austausch und Interaktion stehen“, sagt Saskia Davi. Auch nach dieser Veranstaltung planen die Studenten, mit der Initiative Aufklärungsarbeit zu leisten.

Auf der Suche nach Sponsoren

Für die Organisation der Veranstaltung am 23. April müssen Saskia Davi, Victoria Dworok und Juri Habicht viel Zeit neben ihrem Studium opfern. Davi stellte zahllose Anträge bei der Stadt.

Auch die Referenten für Gastvorträge zu gewinnen, bedeutet viel Arbeit.

Die Initiative arbeitet mit dem Verein Esta-Ruppin, den Ruppiner Kliniken, dem Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“ und dem Stadtmarketing Neuruppin zusammen.

Nicht nur Zeit investieren die Studenten in ihr Projekt, sondern auch Geld für Fotos, Flyer und Werbung. Deshalb sind sie immer noch auf der Suche nach Sponsoren, die sich an der Finanzierung der Veranstaltung und der Initiative beteiligen wollen. Eintritt wollen die Studenten für die Veranstaltung bewusst nicht verlangen.

Medizinischer Ansatz

Saskia Davi kennt sich nicht nur wegen ihres eigenen Migrationshintergrundes mit Vielfalt und Integration aus. Neben dem Studium gibt sie Analphabetisierungskurse für Flüchtlinge in Wittstock und Neuruppin. „Afghanen stehen zum Beispiel immer wieder vor Schwierigkeiten, weil sie nicht an Deutschkursen teilnehmen dürfen“, erzählt sie.

Das Thema Flüchtlinge beschäftige mittlerweile fast alle Menschen, nicht nur in Großstädten, sagt auch Juri Habicht. Als angehender Mediziner fragte er sich, wie er helfen kann. „Ich denke, wir sehen an den vielen Veränderungen europaweit, dass es der richtige Zeitpunkt ist, sich mit den verschiedenen Menschen auseinanderzusetzen“, so der 23-Jährige. Denn krank werden kann jeder Mensch und das Fachpersonal, zum Beispiel in der Notaufnahme, sollte gezielt darin geschult werden, dass ein Syrer oder Afghane zum Beispiel bei Untersuchungen andere Hemmschwellen hat als ein Deutscher.

Von Luise Fröhlich

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