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Neuruppin: Gift unterm Eigenheimgebiet

Gutachten wird in Kürze vorgestellt Neuruppin: Gift unterm Eigenheimgebiet

Ende des Monats wird wohl klar sein, ob und wie das Neuruppiner Eigenheimgebiet zwischen Arbeitsamt und Ruppiner See saniert wird. Aufschluss darüber soll ein Gutachten geben, das eigentlich schon vor mehr als einem Jahr fertig sein sollte. Doch fehlten den Experten noch Daten. Das Wohngebiet ist mit leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffen belastet.

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Das Gutachten soll zeigen, wie schwerwiegend der Schaden ist.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. In knapp drei Wochen soll endlich das Gutachten zu dem verseuchten Wohngebiet in der Fontanestadt zwischen Arbeitsamt und Ruppiner See vorgestellt werden. Hans-Werner Schütte hofft, dass dann auch endlich die „entscheidende“ Frage geklärt wird, nämlich ob und wie das Gebiet saniert wird.

Der heute 74-jährige Ingenieur lebt mit seiner Frau seit 2003 in dem Eigenheimgebiet. Vor mehr als fünf Jahren haben sie und die anderen gut 100 Bewohner des Areals erfahren, dass sich in ihrem Boden Gift befindet – weil die Kreisverwaltung den Bewohnern damals das Nutzen ihrer Gartenbrunnen verbot. Denn bei den Giftstoffen handelt es sich auch um leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW), die krebserregend sein können. Zwar wurde inzwischen durch zahlreiche Wasser- und Bodenproben in dem Gebiet festgestellt, dass das Gift nicht gesundheitsgefährdend ist. Aber weitgehend unklar ist weiterhin, ob, wie schnell und in welche Richtung sich die sogenannten Schadstoffwolken in der Erde bewegen. Deshalb hat der Landkreis bisher auch alle Anträge abgelehnt, das Gebiet, in dem keine Gartenbrunnen genutzt werden dürfen, zu verkleinern.

Brunnen dürfen weiterhin nicht genutzt werden

Für Schütte und viele andere Anwohner ist das unbefriedigend. „Wir haben weiter ein Interesse daran, dass das Anordnungsgebiet verkleinert wird“, sagte Schütte am Montag. Denn das Gebiet, in dem die Schadstoffwolken lokalisiert wurden, ist deutlich kleiner als das, in dem keine Brunnen genutzt werden dürfen. Doch die vom Kreis beauftragten Gutachter befürchten, dass sich durch das Nutzen der Gartenbrunnen die Giftstoffe in eine nicht gewünschte Richtung bewegen könnten. Das soll vermieden werden. Schütte glaubt zwar, dass die Verwaltung in diesem Punkt „übervorsichtig“ ist. Gleichwohl hält sich der Neuruppiner an das Verbot, seinen Brunnen wieder in Betrieb zu nehmen. Vermutlich müsste er sowieso erst eine Firma kommen lassen, die sich den Brunnen zuvor noch einmal anschaut. Denn die Leitungen können schnell versanden, wenn sie längere Zeit nicht genutzt werden.

Eigentlich sollte das Gutachten schon vor gut einem Jahr vorgestellt werden. Doch für das Erarbeiten möglicher Sanierungsvarianten benötigten die Gutachter noch mehr Daten, um ein digitales Grundwasserströmungs- und Schadstofftransportmodell erstellen zu können. Deshalb gab es im Sommer weitere Untersuchungen im Gebiet (die MAZ berichtete).

Schon jetzt hat der Landkreis mehr als 300 000 Euro dafür ausgegeben. Wie viel Geld eine Sanierung kosten wird, ist unklar. Vize-Landrat Werner Nüse (SPD) hatte Schätzungen, wonach die Arbeiten mehr als eine Million Euro kosten würden, stets als Spekulation zurückgewiesen. Das Gutachten wird nun wohl Klarheit bringen.

Bekannt ist, dass ein Teil des Giftes aus Lösungsmitteln stammt, mit denen sowjetische Soldaten in der Trenckmannstraße jahrelang ihre Panzer gereinigt haben. Bei dem anderen Teil der leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffe gehen Gutachter von einem sogenannten Abzugsschaden aus: Demnach wurden beim Abzug der Truppen Anfang der 1990er Jahre Treibstoff und Kerosin verkippt.

Von Andreas Vogel

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