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Neuruppin: Gute Umsätze im Adventsgeschäft

Weihnachtseinkäufe Neuruppin: Gute Umsätze im Adventsgeschäft

Jetzt ist die Zeit der Last-Minute-Shopper angebrochen: Im Ruppiner Land machen viele Geschäfte vor Weihnachten den Hauptumsatz des Jahres. Das gilt vor allem für die klassischen Geschenkeverkäufer wie Parfümerien, Spielwaren, Buchläden oder den Elektronikhandel. Doch der Textilhandel hat ein Riesenproblem.

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Viele Geschäfte machen in der Vorweihnachtszeit den Hauptumsatz des Jahres.

Quelle: dpa

Neuruppin. Der Dezember ist gemeinhin die Hochzeit der Weihnachtseinkäufe. Selbst an den Wochenenden haben viele Geschäfte jetzt geöffnet. Der Handelsverband Berlin-Brandenburg hat seinen Sitz in Neuruppin und vertritt von dort aus etwa 2000 Einzelhandelsunternehmen in ganz Berlin und Brandenburg. Von dessen stellvertretendem Hauptgeschäftsführer Günter Päts wollte die MAZ wissen, wie es um das Geschäft mit dem Fest eigentlich steht.

MAZ: Der dritte Advent ist vorbei, bis Heiligabend sind es nur noch wenige Tage. Ist das Weihnachtsgeschäft schon gelaufen?

Günter Päts: Nein, so kann man das nicht sagen. In Berlin haben die Geschäfte am nächsten Wochenende noch geöffnet, da wird sich noch einiges tun. In Brandenburg ist jetzt die Zeit der Last-Minute-Shopper. Vielen Leuten fehlte bisher die Zeit für große Einkäufe. Das holen sie jetzt an den Wochenenden in Neuruppin, Wittstock, Oranienburg und anderen Städten nach. Wir sind etwa im letzten Drittel des Weihnachtsgeschäfts.

Wie wichtig ist für die Einzelhändler die Adventszeit mit den verkaufsoffenen Wochenenden?

Päts: Für den Einzelhandel bringt das den Hauptumsatz des Jahres. Es gibt Geschäfte, die machen ab Mitte oder Ende November etwa 30 Prozent ihres Jahresumsatzes. Das gilt vor allem für die klassischen Geschenkeverkäufer wie Parfümerien, Spielwaren, Buchläden oder den Elektronikhandel. Wir beobachten gerade, dass Familien sich jetzt entschließen, den neuesten Flachbildfernseher zu kaufen und das zum Familiengeschenk für Weihnachten erklären. Auch Möbelhändler und Baumärkte setzen stark auf Weihnachtsdekoration. Sie versuchen, so auch von der Adventszeit zu profitieren, denn das klassische Geschäft geht bei ihnen in dieser Zeit nicht so gut.

Weihnachten kommt ganz sicher, nach Winterwetter und Schnee sieht es aber nicht aus. Hat das Einfluss aufs Adventsgeschäft?

Päts: Ja, hat es. Gerade im Textileinzelhandel haben wir ein Riesenproblem. Das Wetter verleitet die Leute nicht gerade, Winterkleidung zu kaufen. Wir könnten schon fast die Frühjahrskollektionen in die Läden hängen. Die typischen Zusatzgeschenke wie Schals, Mützen oder Handschuhe gehen schon. Das sind Dinge, die die Oma dazu legt, weil ein Geldgeschenk allein ja nicht so schön aussieht. Aber im Bereich der hochpreisigen Herbst- und Wintermode ist es schon sehr schwierig. Das gilt auch für den Sportbereich. Vor einigen Jahren gab es um diese Zeit nirgends Schlitten, weil die ausverkauft waren. Aber wer kauft in diesem Jahr schon Schlitten? Bei der Sportmode ist es ähnlich. Da fehlt der Abverkauf.

Oft hört man Einzelhändler über die große Konkurrenz aus dem Internet klagen. Wirkt sich die auch im Weihnachtsgeschäft aus?

Päts:
Die ist nicht nur jetzt zu spüren, sondern das ganze Jahr über. Aber es bringt ja nichts, sich zu beschweren. Viele Einzelhändler haben sich inzwischen schon umgestellt und das traditionelle Geschäft um den Onlinehandel ergänzt. Aber das allein ist es gar nicht immer. Es geht vor allem darum, im Internet präsent zu sein. Das nimmt massiv zu, gerade in den kleineren Städten. Wir denken dabei an die sogenannten Smart­shopper. So nennen wir die jüngeren Kunden, die sich viel übers Smartphone orientieren. Wenn sie in einer Stadt sind, wollen sie auch übers Internet herausfinden können, welche Angebote es vor Ort eigentlich gibt. Ich denke, da machen die Einzelhändler inzwischen schon vieles richtig.

Trotzdem haben doch viele Kunden wenig Zeit, auch vor Weihnachten. Da ist es doch einfacher, ich bestell meine Geschenke einfach online.

Päts: Der Internethandel hat seinen Umsatz um etwa zwölf Prozent gesteigert, das stimmt. Aber wir als Einzelhandel haben einen entscheidenden Vorteil: Der Weihnachtseinkauf ist ein Einkauf für die ganze Familie. Die Leute wollen dabei den Weihnachtsmann sehen, sie wollen eine Bratwurst essen, den Duft von Lebkuchen riechen und die Kinder wollen vielleicht auf einem Pony reiten. Das kann das Internet nicht bieten.

Dann läuft das Adventsgeschäft in diesem Jahr also gut?

Päts: Ich schätze, zum gegenwärtige Zeitpunkt liegen wir etwa im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Nur der Textilbereich liegt darunter. In den kleinen Städten in Brandenburg ist das noch etwas anders, aber die großen Player in Berlin unterbieten sich jetzt schon mit Rabatten von 20 oder 25 Prozent. Da es ja keine gesetzliche Regelung mehr gibt, kann jeder mit dem Schlussverkauf beginnen, wann er will. Da ist ein knallharter Wettbewerb angebrochen.
Interview: Reyk Grunow

Von Reyk Grunow

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