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Neuruppin: Investoren verärgert über Behörde

Warten auf die Baugenehmigung Neuruppin: Investoren verärgert über Behörde

Für den 21. Mai lädt die Firma Seetor-Residenz Neuruppin zum Tag der offenen Tür sowie zu einem Richtfest ein. Das klingt nach einem gelungenem Projekt, das direkt am Ruppiner See entsteht. Doch die Investoren sind verärgert: Sie warten bereits seit einem halben Jahr auf eine Genehmigung des Kreises, um auch den zweiten Gebäuderiegel errichten zu können.

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Am 21. Mai wird Richtfest für die luxuriöse Anlage mit 67 Eigentumswohnungen gefeiert. Doch bisher steht erst einer von zwei Gebäuderiegeln.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Mächtig sauer sind derzeit die Investoren der Neuruppiner Firma Seetor-Residenz. Rund 1,8 Millionen Euro haben sie nach eigenen Angaben ausgegeben, um auf einem insgesamt 7600 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Seedamm und dem ehemaligen Feuerlöschgerätewerk den Boden von Altlasten zu befreien – Altlasten, die von einem Grundstück der Stadt ausgehen. Dort befand sich einst eine Bahnstrecke, über die das Feuerlöschgerätewerke viele seiner Chemikalien angeliefert bekam. Beim Umladen scheint seinerzeit einiges verschüttet worden zu sein. Davon zeugte die hohe Konzentration an leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffen. In Abstimmung mit dem Neuruppiner Rathaus wurde mit dem Umweltamt der Kreisverwaltung eine Sanierungsvereinbarung geschlossen; die Firma ließ den Boden bis in fünf Meter Tiefe austauschen. „Das war ein sehr kooperatives Verfahren“, lobt Vize-Bürgermeister Arne Krohn.

Eine kleine Fläche ist noch mit Schadstoffen belastet

Gleichwohl ist Ronny Rohr, einer der Geschäftsführer der Seetor-Residenz, mächtig verärgert. „Ein öffentlich bestellter Gutachter hat bereits vor einem halben Jahr bestätigt, dass das Grundwasser jetzt fast Trinkwasserqualität hat.“ Dennoch gebe es vom Kreis immer noch keine Genehmigung, auch den zweiten Gebäuderiegel der luxuriösen Anlage mit insgesamt 67 Eigentumswohnungen, Restaurants und Geschäften bauen zu dürfen. Grund dafür dürfte eine zwölf mal acht Meter große Fläche sein, die noch mit Schadstoffen belastet ist. Aus Sicht von Rohr ist das jedoch kein Problem: Zum einen gehöre die Fläche nicht zum vereinbarten Sanierungsgebiet, zum anderen gebe es längst einen Sanierungsvorschlag. Die Sanierung würde demnach die seit Langem geplanten Arbeiten am zweiten Gebäuderiegel gar nicht stören. Doch bisher gibt es kein grünes Licht dafür vom Landkreis. Deshalb will sich jetzt das Neuruppiner Rathaus für das Projekt der Seetor-Residenz stark machen. „Das ist derzeit unser wichtigstes Bauvorhaben in der Stadt“, betonte Vize-Bürgermeister Krohn. Er will deshalb das direkte Gespräch mit der Kreisverwaltung suchen und hat für den 19. Mai bereits einen Termin vereinbart.

Dennoch wird die Genehmigung wohl noch einige Zeit auf sich warten lassen. Zwei Mitarbeiter, die sich beim Kreis mit dem Projekt beschäftigen, seien krank und einer im Urlaub, sagte Vize-Landrat Werner Nüse (SPD) am Mittwoch. Die Firma Seetor-Residenz lädt unterdessen für den 21. Mai zu einem Tag der offenen Baustelle ein und will gleichzeitig Richtfest für den ersten der beiden geplanten Gebäuderiegel feiern. „Eigentlich sollte es nur ein Richtfest geben“, sagte Geschäftsführer Rohr.

Von Andreas Vogel

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