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Mittendrin im jungen Neuruppin

Die Jugendkulturmeile zog am Wochenende viele Besucher an Mittendrin im jungen Neuruppin

Mit Vorurteilen aufräumen - die Jugendkulturmeile, die am Sonnabend zum zweiten Mal in Neuruppin stattfand, bot dazu Chancen - ob beim Mittendrin- Workshop oder beim Poetry Slam im Museum.

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Jugendliche vom Wohnprojekt Mittendrin drehten vor ihrem alten Domizil in der Innenstadt einen Film für Toleranz.

Quelle: Cornelia Felsch

Neuruppin. Die Bierflasche in der Hand , die Kippe im Mund und auf der Couch umherlümmeln - typisch Mann! Oder doch nur ein Vorurteil? Die Jugendlichen vom Wohnprojekt Mittendrin haben sich mehrere Tage mit diesem Thema beschäftigt und sich die Frage gestellt: "Was ist normal?"

Mit Vorurteilen aufräumen - die Jugendkulturmeile, die am Sonnabend zum zweiten Mal in Neuruppin stattfand, bot dazu Chancen. Hängen Jugendliche nur vor dem Fernseher ab und verblöden langsam beim Konsum von "Big Bro-

ther" oder auf der Suche nach Deutschlands Superstars? Wie sehen die Lebenswelten der 14- bis 17-Jährigen aus, was denken und fühlen sie? Wer die Angebote der Neuruppiner Jugendkulturmeile nutzte, konnte darauf einige Antworten finden - ob beim Trommeln, beim Mittendrin-Workshop oder beim Poetry Slam im Museum. Ein buntes Programm gegen die Langeweile, das wollten die Veranstalter den Jugendlichen an diesem Wochenende bieten. Jugendkunstschule, Café Hinterhof, Café Tasca, Esta Ruppin, JFZ, das Jugendwohnprojekt Mittendrin, das Neuruppiner Museum und der Kreisjugendring Ostprignitz-Ruppin hatten das Angebot auf die Beine gestellt. Die Veranstaltungen wurden mit Jugendlichen konzipiert, sodass ein buntes, vielfältiges Programm entstand, das schließlich mit Rock, Pop und Reggae endete.

Wünsche, Träume und Gedankenwelten

"Es ist schon ein Erlebnis, mit anderen gemeinsam zu trommeln", sagt Jugendwart Eckhard Häßler. "Man findet zu sich selbst, Aggressionen verschwinden und man beginnt zu träumen." 15 Jugendliche kamen am Sonnabend zum Workshop ins Café Hinterhof, um selbst den Rhythmus zu spüren - unter ihnen waren auch etliche Neueinsteiger. Aus Berlin war zum wiederholten Male Ralf Dominique angereist, der eine Trommelschule leitet und Erwachsenen nach Feierabend afrikanische Rhythmen beibringt. Bis auf den Hof drangen die satten Trommelklänge. Bass, Ton und Slap sind die drei Grundschläge - die Hände schlagen in die Mitte des Fells oder die Finger bewegen sich über den Trommelrand. Zirkusspielereien zum Mitmachen gab es derweil vor dem Alten Gymnasium, indem die Jugendkunstschule am Abend den Einakter von Patrick Süßkind "Der Kontrabass" aufführte.

Im neuen Saal des Museums hatten die Literaten unter den Jugendlichen das Wort. Sechs junge Dichter traten beim Poetry Slam gegeneinander an. Die selbst geschriebenen Texte wurden von einer Publikumsjury bewertet. Talkmaster Wilko Gerber sorgte mit seiner souveränen und legeren Moderation dafür, dass alles locker über die Bühne ging und es keine ernsthaften Rivalitäten gab.

Um Wünsche, Träume und Gedankenwelten rankten sich die Texte, auch Kritik war angesagt. "Ich wünschte, es gäbe keinen Krieg auf der Welt", sagte Paula. "Und wir könnten mehr miteinander lachen." Johanna tauchte in ihre Gedankenwelt ab und sagte schließlich: "Ich will die Welten nicht verlieren, die nur in meinem Kopf existieren." Die 17-Jährige Lea Rosenau war die Siegerin des Tages und damit beste Slamerin.

Im Jugendwohnprojekt Mittendrin entstand an diesem Tag ein Film zum Thema: Vorurteile und sexuelle Diskriminierung. "Wir wollen dazu anregen, über diese Themen nachzudenken", sagte Sozialpädagoge Stefan Fulz. Mit dabei war auch die Philosophie- und Germanistikstudentin Anne Lenk aus Dresden. Sie absolviert zurzeit ein Praktikum im Rheinsberger Tucholsky-Literaturmuseum. "Es ist toll hier", sagte sie begeistert. "Hier wird jeder sofort willkommen geheißen - egal, wo er herkommt und wie er aussieht."

Von Cornelia Felsch

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