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Neuruppin: Jugendwohnprojekt muss umziehen

Neueröffnung erst Mitte 2016 Neuruppin: Jugendwohnprojekt muss umziehen

Das Jugendwohnprojekt Mittendrin hat den Umzug in das neue Domizil im ehemaligen Neuruppiner Hauptbahnhof fast geschafft. Zumindest ist das marode Haus in der Schinkelstraße so gut wie leer geräumt. Die Zukunft des Gebäudes ist nun ungewiss, bis Mitte Dezember hatte es die Stadt zum Kauf ausgeschrieben. Die Eröffnung des neuen Zentrums verzögert sich indes weiter.

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Das große alte Eckhaus in der Schinkelstraße verfällt äußerlich zusehends.

Neuruppin. Der Putz bröckelt. Die Hauswand des Gebäudes in der Neuruppiner Schinkelstraße 15a, in dem sich derzeit noch das Jugendwohnprojekt Mittendrin befindet, ist marode. Einzelne Fensterscheiben sind mit Plastikfolie abgeklebt, in einigen anderen klaffen große Löcher. Vor der Tür liegt ein umgestoßener Einkaufswagen im Gras, daneben fallen knallige Farbflecken auf dem Boden ins Auge. Überall haften bunte Aufkleber mit Schriftzügen und an der Haustür eine Mitteilung: Das Haus sei künftig nur noch für diejenigen geöffnet, die beim Umzug in das Bahnhofsgebäude helfen. Der Umzug wurde mittlerweile über die Bühne gebracht. Der Mietvertrag für das marode Haus läuft dieser Tage ab. Anfang Januar steht die Übergabe des Gebäudes an die Stadt an, sagt Oliver Leonhardt vom Mittendrin.

Ein Blick durch die einzige nicht verbarrikadierte Fensterscheibe an der Front verrät, dass es im Inneren nicht gerade besenrein aussieht. Die Wände sind beschmiert und vereinzelt stehen noch Kisten herum. „Der Umzug war logistisch eine große Herausforderung“, sagt Leonhardt. Ende November hatten rund 40 freiwillige Helfer mit angepackt. Es folgten zwei Aktionen, bei denen die Mittendrinler Sperrmüll aussortierten. Zwei große Container, also etwa 80 Kubikmeter, sind zusammengekommen. „Hauptsächlich haben wir alte Inneneinrichtung entsorgt, wie Möbel, die wir mal geschenkt bekommen haben“, berichtet der Sprecher des Jugendprojekts. Es sind Altlasten, mit denen der Verein das neue Domizil im ehemaligen Hauptbahnhof nicht gleich wieder vollstellen will.

Das neue Domizil

Das neue Domizil: Im alten Bahnhof entsteht ein soziokulturelles Zentrum.

Quelle: Peter Geisler

Im April 2013 hatte das Mittendrin den denkmalgeschützten Bahnhof für 90 500 Euro ersteigert, damals mithilfe einer von den Vereinsmitgliedern selbst gegründeten Gesellschaft. Seitdem ist das Gelände eine Baustelle. Entstehen soll dort ein generationsübergreifendes, soziales und kulturelles Zentrum mit Tonstudio, Holzwerkstatt und Konzertraum. Eigentlich sollte der öffentliche Teil dieses Jugendprojektes in diesem Jahr eröffnet werden, doch bisher sind nur die Wohnungen fertig. Eine Flüchtlingsfamilie aus Syrien ist dort bereits untergekommen. „Die Arbeit schlaucht und ist sehr anstrengend für die Gruppe. Wir machen das alle neben der Arbeit, Schule oder Uni“, sagt Leonhardt. Offenbar kam es auch zu Streitigkeiten, weil nicht alle an einem Strang gezogen haben. „Aber wir sind immer noch guter Dinge, dass wir das Projekt nach unseren Vorstellungen umsetzen können“, so der Student.

Mehr Platz hat das Jugendprojekt im Bahnhof nicht. In der Schinkelstraße standen dem Verein etwa 500 Quadratmeter zur Verfügung. Im Bahnhof gebe es zwar deutlich mehr Wohnraum, dafür aber weniger Abstellplatz. Die Möbel hat das Mittendrin eingelagert, bevor nach Abschluss der Bauarbeiten alles wieder an seine Position kommt. Oliver Leonhardt rechnet damit, dass die offizielle Eröffnungsfeier erst im Juli 2016 stattfinden wird.

Wie es mit dem maroden Gebäude in der Schinkelstraße weitergeht, scheint indes unklar. Auf der Internetseite der Fontanestadt ist das Haus als Wohngebäude zum Kauf für 153 000 Euro ausgeschrieben. Die Frist endete am 18. Dezember. Die Stadtverwaltung konnte zum Zeitpunkt der MAZ-Anfrage am Dienstag nicht sagen, ob es Interessenten gibt. Bereits vor einem Jahr hatte die Stadt für die Planung die Tochterfirma Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft (NWG) ins Boot geholt. Architekten und Planer sollten einen Weg finden, die Lücke zwischen der Sparkasse und dem Eckhaus zu schließen.

Von Luise Fröhlich

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